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Goldener Handgriff beim Wein

03.02.2006

Korkenzieher ansetzen, einfach aufdrehen oder den Daumennagel als Hebel benutzen? Günter Triebaumer hat Kunden und Freunde zum Thema Alternativverschlüsse befragt.

Über 2.000 Fragebögen hat Regina Limbeck, im Weingut Günter Triebaumer zuständig für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, ausgewertet. Ein erstes, aber statistisch aussagekräftiges Sample, das einige interessante Erkenntnisse liefert. Die Antworten der Teilnehmer wurden nach Verbrauchergruppen separat ausgewertet.

Die Fragen lauteten:

Stellt für Sie die Verwendung eines Alternativverschlusses ein Kaufhindernis dar?
Endverbraucher: pro Schraubverschluss 66%, pro Glas 95%; Gastronomie: pro Schrauber und pro Glas: 80%; Handel: pro Schrauber 45%, pro Glas 95%.

Wenn Sie die Wahl haben, kaufen Sie lieber Wein mit ...?
Endverbraucher: Naturkork vor Schrauber und Glas; Gastronomie: Naturkork oder Schrauber 50 : 50, abhängig von Alter, Farbe, Stil und Preis des Weins, Handel: Naturkork oder Glas
50 : 50.

Sind Sie bereit, bei Glasverschluss geringfügige Preissteigerungen aufgrund der aufwändigeren Technik zu akzeptieren? Endverbraucher: rund 60% ja; Gastronomie: eindeutiges Nein; Handel: 2/3 ja.
Welche Verschlussart garantiert Ihrer Meinung nach eine sichere und unbeeinträchtigte Lagermöglichkeit von Weinen? Endverbraucher: Glas vor Schrauber und Kork; Gastronomie: Kork vor Schrauber; Handel: je 1/3 für Kork, Schrauber, Glas.

Akzeptieren Sie bei hochwertigen und hochpreisigen Weinen Alternativverschlüsse? Endverbraucher: 55% ja zu Schrauber, 95% ja zu Glas (viele Unentschlossene); Gastronomie: 50% ja zu Schrauber, 80% ja zu Glas; Handel: 1/3 ja zu Schrauber, 50% ja zu Glas.

Akzeptanz ist weit gestreut
Wie sich zeigt, liegen die Akzeptanzwerte der Gruppen teilweise weit auseinander. Das liegt sicher an der Vorsicht der Wiederverkäufer, die oft meinen, ihre Kunden und Gäste seien noch nicht bereit für Schraub- und Glasverschluss. Als Gegenargumente werden auch ins Treffen geführt: dass diese Technologien noch zu wenig erforscht seien (Diffusion etc.), dass Tradition und Ritual verloren gingen (plop & smell) oder dass es sich bei Alternativverschlüssen um keine Naturprodukte handle.

Tendenziell lässt sich feststellen, dass die Meinungsbildung momentan noch im vollen Gange ist, dass je weißer, jünger, fruchtiger und günstiger ein Wein ist, die Akzeptanz von Schrauber und Glaskork steigt, aber bereits ca. 50% aller Konsumenten auch bei hochwertigen Weinen alternative Flaschenverschlüsse akzeptieren.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die Gegenargumente hinsichtlich der technischen Sicherheit nicht stichhaltig sind (mehr dazu z. B. www.cellaringwine.com) und dass es sich beim Postulat „Naturkork und sonst nichts“ um eine vor allem emotionale und psychologische Angelegenheit handelt. Rational denkende Gastronomen stellen da eher die Kosten- und Risikominimierung in den Vordergrund, und da haben die Weine mit Glas- und Schraubverschluss eindeutige Vorteile.

Nähere Info: www.triebaumer.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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