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Googles Angebot an Hoteliers

22.06.2017

Die ÖGZ sprach mit dem Leiter Google Travel-Österreich, Sher Khan, über seine Tipps für heimische Hotelbetriebe zum Umgang mit der Digitalisierung und über Googles Versprechen, die Direktbuchungen zu steigern

Google dürfte in Zukunft auch in Österreich Buchungen auf seinen Websites anbieten. Im Bild: Sher Khan.
Zur Person

Sher Khan leitet den Bereich „Google Travel – Vertical Search” für verschiedene Märkte in Europa, ­Nahost und Afrika, und ist in dieser ­Funktion ebenfalls für Österreich ­verantwortlich.  

Welchen Ratschlag geben Sie Touristikern im Umgang mit der Digitalisierung? 
Sher Khan: Man muss keine Angst haben und offen sein für Innovationen. Man muss nicht alles umsetzen, aber wissen, was es für Möglichkeiten gibt. Jeder Touristiker, der diesen Anspruch hat, braucht eine Website und eine mobile Präsenz sowie Social-Media-Präsenz und Suchmaschinenoptimierung. Man muss nicht alles selber machen, sondern ist oftmals gut beraten, an eine Agentur auszulagern. Hotelmanager können ja nicht für alles Experte sein.

Welche Schlüsse können Touristiker anhand der von Google zur Verfügung gestellten Daten ziehen?
Relativ viele. 90 Prozent der Reisenden fangen die Reiseplanung im Internet an. Man weiß anhand der Suchanfragen, wie man relativ zur Vergangenheit und wie man relativ zu anderen Destinationen steht. Ich kann im kostenlosen Tool Google Trends etwa die Suchbegriffe „Paznauntal“ und „Zillertal“ miteinander vergleichen, was ihr Suchvolumen betrifft. Für eine Destination oder ein Hotel sind das wichtige Erkenntnisse. Bei größeren Hotels ergibt es Sinn, sich andere Häuser anzusehen. So sehe ich, welches Haus bekannter ist. Noch interessanter ist das Keyword-Planning-Tool. Wenn ich ein Hotel mit Google Adwords bewerbe, so kann ich mir anschauen, welche Keywords sehr gut funktionieren. 

Mit „Book on Google“ werden in den USA Direktbuchungen vermittelt. Was soll das den Hoteliers bringen? 
„Book on Google“ – welches bisher nur in den USA zur Verfügung steht – ist so konzipiert, dass die Besucher gleich direkt auf der ersten Website, in dem Falle die Google-Suche, buchen können, in der sie nach Hotels online recherchieren. Das erhöht im Normalfall die Conversion-Rate – weil manche Leute Google vertrauen und eher buchen, als bei einer Website, die sie bisher noch gar nicht kennen. 

Will Google jetzt eine OTA werden?
Nein, sicher nicht. Man bucht dabei kein Google-Hotel. Und auch auf der Rechnung steht nicht Google drauf. Das ist der Unterschied zu OTAs. Im Falle von Book on Google in den USA erhält jeder User, der gebucht hat, eine Bestätigungs-Mail von Google und eine zweite vom Hotel. 

Wann kommt das nach Österreich? 
Derzeit ist der Dienst lediglich in den USA verfügbar. Eine weitere Internationalisierung ist möglich, momentan haben wir aber für Österreich nichts Konkretes anzukündigen. 

Wie sieht es mit der Provision aus? 
Wir bieten auch im Vergleich mit OTAs einen attraktiven Preis. Es fängt im unteren zweistelligen Prozentbereich  an. Aber noch wichtiger ist, dass Direktbuchungen angehoben werden können. Die Storno-Raten auf OTAs liegen teilweise bei 30 Prozent. Bei Direktbuchungen liegen wir da im einstelligen Bereich. 

Die Gäste sollen also künftig ein Hotel direkt über Google buchen. Brauche ich künftig überhaupt noch eine Website?
Ja, sicherlich! Wir wissen, dass User viele Websites ansurfen, bis sie eine Buchungsentscheidung treffen. Und eine ganz wichtige ist eben die Hotelwebsite. Wenn diese fehlt, ist das suboptimal, da dem Hotel schlicht und einfach Buchungen und somit Erträge entgehen.

Autor/in:
Daniel Nutz
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