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Ist die Aufregung über das Gratiswasser etwas aufgebauscht?

Gratis-Wasser bald Pflicht?

04.04.2018

Müssen Gastronomen ihren Gästen schon bald ein kostenloses Glas Wasser anbieten? Die geplante Novellierung einer EU-Wasserrichtlinie legt dies nahe. 

Zumindest in Wien gehört das Glas Gratis-Wasser zur Melange zum guten Ton. Aber was ist, wenn der Gast zum Schnitzel oder zum Topfenstrudel lediglich Leitungswasser bestellt? Das wäre in den 1970er Jahren noch undenkbar gewesen. Berndt Querfeld, Besitzer des Café Landtmann, erwähnt in diesem Zusammenhang gerne seinen Vater, der ihm damals die durchaus übliche Antwort eines Gastronomen zitierte: „Wenn du durstig bist, geh aufs WC und trink die Wasserleitung leer, aber belästige mir nicht die Kellner damit.“ Natürlich hat weder sein Vater noch Querfeld selbst jemals einen Gast zum Trinken aufs WC geschickt. Allerdings war vor einigen Jahren die Aufregung groß, als Querfeld und andere damit begannen, für Leitungswasser Geld zu verlangen.
Nun sorgt das Thema wieder für erhöhten Pulsschlag, diesmal unter Gastronomen. Der Grund: Der erste Entwurf der EU-Kommission zur Novellierung einer Wasserrichtlinie sieht vor, die Gaststätten dazu zu verpflichten, kostenlos Leitungswasser anzubieten. „Wer die Gläser dann serviert, wäscht und für die lebensmittelrechtliche Unbedenklichkeit des Wassers haftet, findet im Entwurf bislang keinen Niederschlag”, beklagt sich der Fachverband Gastronomie der WKO per Aussendung.

Geht um Umweltschutz

Der Hintergrund: Um den allgemeinen Zugang zu Trinkwasser zu verbessern und damit Plastikmüll einzudämmen, will die EU-Kommission die Mitgliedsstaaten dazu veranlassen, dementsprechende Rahmenbedingungen umzusetzen. Bei der von der WKO kritisierten Version handelt es sich aber nur um einen ersten Entwurf. Auf Rückfrage der ÖGZ-Redaktion heißt es vonseiten des Fachverbandes Gastronomie, dass die Interessenvertreter derzeit alles unternehmen, um negative Auswirkungen (also Aufwand, Kosten) für die Gastronomie in der endgültigen Version auszuschließen.

 

Autor/in:
Daniel Nutz
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