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In Graz wächst wieder Wein

18.04.2018

Hannes Sabathi hat vor fünf Jahren den Kehlberg bepflanzt. Ab Mai gibt es den neuen „Grazer Stadtwein“ – als Muskateller und Sauvignon Blanc.

„Der Grazer Kehlberg ist ein magischer Ort. Hier wieder Wein machen zu dürfen, ist ein großes Privileg“, erklärt Hannes Sabathi.
Der Kehlberg 1960
Der Kehlberg 2017. In den Jahren dazwischen gab es hier nur Gestrüpp.

Was kaum jemand weiß: Der Kehlberg - und mit ihm die Stadt Graz - hat eine lange Weinbauhistorie. Bereits 1140 wurde Weinbau in Graz urkundlich erwähnt, als Markgraf Gunther von Sanntel dem Stift Admont Rebflächen am Grazer Kehlberg in Webling vermachte. 1820 gab es Rebflächen in allen 23 Randgemeinden der Stadt. Die größte Anzahl der Weingärten befand sich an den Hängen der westlichen Umrahmung des Grazer Feldes. Mehr als 190 Hektar von Graz waren mit Reben bepflanzt. 37 Hektar davon alleine auf dem Kehlberg.

Anfang des 20. Jahrhunderts war der Kehlberg als „Kleingrinzing“ bekannt und ein beliebtes Ausflugsziel für die Grazer, die hier in zahlreichen Buschenschänken den lokalen Wein und den schönen Ausblick genossen. Dann schlief der Weinbau auch hier ein. 1967 schloss der letzte Buschenschank seine Tore, und nur noch vereinzelt wurden Reben für den Eigenbedarf gepflegt.

Wiederbelebte Tradition

Genau diesen Berg hat der bekannte südsteirische Winzer Hannes Sabathi revitalisiert. 2013 und 2014 wurden die Hänge vom Gestrüpp befreit und wieder mit Reben bepflanzt. Hier wächst jetzt der „Grazer Stadtwein“, den Sabathi unter dem Namen „Falter Ego“ (benannt nach dem seltenen Osterluzei-Falter, der am Kehlberg auch eine neue Heimat gefunden hat) ab Mai auf den Markt bringt. Es gibt ihn in zwei Sorten: Gelber Muskateller und Savignon Blanc. Das karge Dolomit-Gestein des Kehlbergs verleiht den Weinen eine kühle Würze. Die besondere Thermik am steilen Berg steuert samtige Noten bei. Zu beziehen ist der Wein über Hannes Sabathi selbst (www.hannessabathi.at) oder in der Vinothek „Der Steirer“ in Graz (www.der-steirer.at).
 

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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