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Grenzüberschreitende Kooperationen werden im zusammen wachsenden Europa immer wichtiger. Vier junge Gastronomen haben sich deshalb zum Beitritt zu den „Jeunes Restaurateurs d’Europe“ entschieden.

22.04.2004

Die ÖGZ-Coverstory

Bei vielen europäischen Top-Restaurants findet man neben der Tür das eine oder andere Schild, das den Betrieb als Mitglied einer Vereinigung auszeichnet.
Namen wie „Relais & Chateaux“, „Traditions & Qualité“ oder „Les Amis de l’Art de Vivre“ sind heimischen Feinschmeckern schon länger ein Begriff. Zumeist liegt in diesen Betrieben auch ein Restaurantführer zur freien Entnahme auf, in dem alle Mitgliedsbetriebe gelistet sind.
Jetzt haben sich vier junge österreichische Restaurants, das Landgasthaus Blumentritt in St. Aegyd (Mike Johann), die Gastwirtschaft Floh in Langenlebarn (Josef Floh), der Tiroler Hof in Niederndorf (Otto Baier) und das Genießerrestaurant Rosengarten in Kirchberg bei Kitzbühel (Simon Taxacher), dazu entschlossen, sich den Jeunes Restaurateurs d’Europe (JRE) anzuschließen.
Was bewegt junge Gastronomen, sich so einer Organisation anzuschließen?

Simon Taxacher, Österreich-Präsident der Jeunes Restaurateurs, erklärt, dass man sich durch den Führer, der in den mehr als 300 Betrieben in neun Ländern (Spanien, Frankreich, Schweiz, Italien, Luxemburg, Belgien, Niederlande, Deutschland und seit kurzem auch Österreich) zwar schon den einen oder anderen zusätzlichen Gast erwartet. Dies stand für die Entscheidung, bei den JRE mit zu machen, jedoch nicht im Vordergrund: „Für mich ist vor allem der fachliche und menschliche Austausch mit Kollegen aus dem Ausland wichtig.“
Taxacher war vor zwei Jahren zufällig in einem JRE-Betrieb in Südtirol ist mit dem dortigen Wirt ins Gespräch gekommen:
„Im Gegensatz zu anderen, vielleicht bekannteren Zusammenschlüssen, gibt es bei den JRE auch viele interne Aktivitäten. Das Innenleben ist fast wichtiger, als die Außenwirkung, wenngleich diese natürlich auch nicht zu unterschätzen ist.“
Auch Josef Floh sieht im intensiven Kontakt mit seinen in- und ausländischen Kollegen die Hauptmotivation für seine Teilnahme: „Wir haben alle ähnliche Probleme. Sich mit engagierten Kollegen in einer lockeren Atmosphäre austauschen zu können, ist sehr wichtig. Ich bin ja seit Anfang an bei der Niederösterreichischen Wirtshauskultur dabei und sehr glücklich damit. Jetzt bin ich auch beim richtigen internationalen Netzwerk.“

Im Prinzip steht einer Aufnahme weiterer heimischer Betriebe nichts im Wege, forcieren wollen die vier „Musketiere“ eine Expansion aber nicht.
„Wichtig ist nicht nur, dass die Qualität des Betriebes passt, sondern auch, dass man menschlich miteinander gut kann“, umschreibt Otto Baier die Pläne für die Zukunft von JRE in Österreich.
Zusammenarbeit mit renommierten Industriepartnern
Wie so viele Zusammenschlüsse hat auch JRE seinen Ursprung in Frankreich. Mittlerweile ist man aber eine durch und durch internationale Vereinigung, in der man sich auf Englisch verständigt.
Das moderne Auftreten zeigt sich auch im neuen Layout des Führers, der eine interaktive CD-Rom enthält und somit die Restaurant-Suche erleichtert.

Und auch die eigene Website www.jre.net bietet alles, was man sich von einem modernen Web-Auftritt heute erwartet.
Dies alles kostet natürlich viel Geld und ließe sich aus den Mitgliedsbeiträgen alleine nicht finanzieren. Deshalb arbeitet JRE mit Sponsoren wie Grand Marnier, San Pellegrino, Lavazza, Moet & Chandon und Barilla oder Villeroy & Boch zusammen.
Auch jedes neue Mitgliedsland muss einen Sponsor mit einbringen. Für Österreich konnte Taxacher den Tiroler Brenner Günter Rochelt gewinnen, der von Taxachers Idee JRE nach Österreich zu bringen von Anfang an begeistert war. „Ich freue mich, auf diese Art und Weise junge und engagierte Gastronomen unterstützen zu können. In so einer Form macht Sponsorship auch für ein vergleichsweise kleines Unternehmen wie meine Brennerei eines ist, Sinn“, begründete Günter Rochelt sein Engagement.
Die vier jungen Gastronomen stecken jedenfalls voller Tatendrang und wollen in den nächsten Monaten JRE auch den österreichischen Gästen bestens bekannt machen.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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