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Grenzüberschreitende Plattform zwischen Oberösterreich, Niederbayern und Südböhmen

14.12.2004

Ermutigt durch den großen Erfolg der im Jahr 2002 von der Wirtschaftskammer Oberösterreich, der Industrie- und Handelskammer für Niederbayern in Passau und der Südböhmischen Wirtschaftskammer initiierten grenzüberschreitenden Technologieplattform „Oberösterreich — Niederbayern — Südböhmen“ sowie vor allem auch durch die jüngste Öffnung der Grenze zwischen Oberösterreich und Südböhmen haben diese drei Wirtschaftsvertretungen vor kurzem den Grundstein auch für eine grenzüberschreitende Tourismusplattform gelegt, betont der Leiter des Referates Tourismuspolitik der Wirtschaftskammer Oberösterreich, Dr. Christian Barth, als Koordinator dieses Projektes.

Vor allem aufgrund der räumlichen Nähe erweist sich speziell die Region Südböhmen für die oberösterreichische und die niederbayerische Wirtschaft als sehr interessant. Umgekehrt geht das Interesse der südböhmischen Wirtschaft auch in Richtung Niederbayern und Oberösterreich, wobei sich durch den kürzlich erfolgten EU-Beitritt Tschechiens zusätzliche Entwicklungspotenziale ergeben, sieht man darin eine gute Kooperationsbasis. Das Chancenpotenzial liegt vor allem auch in gemeinsamen Tourismusprojekten, die im Rahmen einer grenzüberschreitenden Tourismusplattform auf Basis der Wirtschaftskammern effizient umgesetzt werden können, wobei die vorrangige Zielsetzung „Kooperation trotz Konkurrenz“ lautet.

Bei einem Meeting von Vertretern der drei Wirtschaftskammern wurden vor allem die unmittelbaren Zielsetzungen dieser Plattform sowie mögliche gemeinsame Projekte diskutiert. Neben internen Zielsetzungen (wechselseitiges besseres Kennenlernen einzelner Partner, besseres Abstimmen einzelner Anbieter auf diesem Gebiet etc.) geht es vor allem um externe Zielsetzungen wie etwa Erhöhung der touristischen Wertschöpfung und Qualitätssteigerung in allen drei Regionen; Verbesserung der touristischen Infrastruktur; Entwicklung und Umsetzung gemeinsamer Projekte; Kennenlernen der touristischen Unternehmen in den drei Regionen etc.
An konkreten Themenbereichen, die im Rahmen einer solchen Tourismusplattform umgesetzt werden können, besteht somit kein Mangel. Zu erwähnen ist hier unter anderem das Lobbying für die Öffnung weiterer Grenzübergänge, das erst kürzlich bereits zu konkreten Erfolgen geführt hat. Seit Anfang Dezember ist nämlich der Grenzübergang Schöneben nördlich von Ulrichsberg auch für Pkw, Autobusse und Kleinkraftwagen täglich von 8 bis 20 Uhr geöffnet, voraussichtlich zu Ostern 2005 wird dann auch der Grenzübergang Guglwald nördlich von Helfenberg für Busse und Kleinlastkraftwagen aufgemacht. Damit wurde eine langjährige Forderung der Wirtschaft und der Regionen beiderseits der Grenze erfüllt, der aufstrebende Tourismus im Oberen Mühlviertel, aber auch der Rad- und Wandertourismus brauchen diese Übergänge dringend. Dasselbe gilt für die Tourismusregion um den Moldaustausee und die Stadt Krumau, aber auch die vielen anderen Wirtschaftszweige beiderseits der Grenze.

Auch die von der Wirtschaft immer wieder geforderte rasche Umsetzung des Grenzgängerabkommens steht kurz vor ihrer Realisierung, ebenso die Öffnung weiterer touristischer Grenzübergänge für Wander-, Reit- und Skiwege. Der Ausbau dieses sanften Tourismus und die Intensivierung der Kooperation von Gastronomen in den Grenzgebieten ist ein besonderes Anliegen der Tourismusplattform.

Als nächsten Schritt avisiert Dr. Barth einen Ziel- und Ideenworkshop. Er soll Anknüpfungspunkt für konkrete Aktivitäten und Maßnahmen sein und dazu beitragen, dass mit dieser neuen Plattform für die Wirtschaft in Oberösterreich, Niederbayern und Südböhmen neue Impulse gesetzt werden, die zu einer Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit dieses immer größer werdenden gemeinsamen Marktes führen.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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