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Jetzt darf regionales und eventuell etwas teureres Gemüse eingekauft werden

Großküchen: Der Beste darf liefern, endlich

20.12.2015

Man kann sich nur wundern, warum das bisher anders war. Sparzwang hin oder her, beim Essen zu sparen, war noch nie die beste Idee. Schon gar nicht, wenn es sich um öffentliche Institutionen wie Schulen oder Krankenhäuser handelt.

Doch es wurde dort gespart: Öffentliche Kantinen durften immer nur das Billigste verkochen. Wenn öffentliche Einrichtungen Lebensmittel in großem Umfang einkaufen, ist eine Ausschreibung notwendig. Dann musste man dem billigsten Anbieter den Zuschlag erteilen.
Das hat man nun geändert: Das Parlament hat mit einer Novelle zum Bundesbeschaffungsgesetz das Prinzip Best- statt Billigstbieter beschlossen. Betroffen von dieser Neuregelung sind täglich mehr als zwei Millionen Mahlzeiten in Verwaltungsgebäuden, Schulen, Internatten, Kasernen, Krankenhäusern und Pflege- oder Altersheimen. „Ab jetzt können dafür regionale Lebensmittel eingekauft werden“, freut sich Hermann Schultes, Präsident der Landwirtschaftskammer. Er hatte, nachdem die Bauwirtschaft auf einer Änderung des Billigstbieter-Prinzip drängte, das Gleiche für Lebensmittel gefordert. 
Betroffen von dieser Neuregelung sind Eier, Milch, Butter, Fleisch, Obst und Gemüse. „Der Gesetzgeber hat mit dieser Novelle klargestellt, dass die hohen heimischen Standards wie Gentechnikfreiheit oder bessere Tierwohl-Regeln, die von ihm selbst für alle bäuerlichen Produzenten beschlossen worden sind, auch für die Einkäufe der öffentlichen Hand gelten“, sagt Schultes. Der oberste Landwirt würde das Bestbieterprinzip gerne auf Getreideprodukte und Käse erweitern. Wir auch. 

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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