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Grün, grüner, Green Marketing

04.03.2010

„Grün“ gilt als neues Zauberwort der Branche, meint Tourismusberater Manfred Kohl. Was bedeutet „Green Marketing“ genau?

Dr. Manfred Kohl, „Grünes Marketing ­festigt die ­Kundenbindung – gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.“

Diese Frage ist nicht ganz eindeutig zu beantworten, da es – ähnlich dem Begriff „Wellness" – unterschiedliche Definitionen gibt. Green Marketing wird international auch oft als „Environmental oder Ecological Marketing" bezeichnet. Eine der bekanntesten Definitionen spricht von „Marketing von Produkten & Dienstleistungen, die umweltfreundlich sind".

 

Green Marketing gehört auf keinen Fall in die Schublade der „Ökos" aus den 80er-Jahren, die ihren Konsum in erster Linie als Konsumverzicht und gesunde Ernährung als Absage an die Konsumgesellschaft sahen. Es ist vielmehr die Philosophie eines Tourismusbetriebes, sein Denken & Handeln mit nachhaltigem, ökologischem Hintergrund zu untermauern. Der Nutzen von Green Marketing liegt nachweislich auf der Hand: Grünes Handeln mit kombiniertem Green Marketing ...

• tut der Umwelt Gutes

• stärkt regionale Netzwerke

• verbessert das Image in der Öffentlichkeit und

• spricht verstärkt Zielgruppen wie LOHAs (Lifestyle of Health and Sustainability) an.

 

Grüne Handlungsansätze als Basis für „Green Marketing"

Einige Tourismusbetriebe handeln bereits teilweise „grün", vermarkten diese „grünen Aktivitäten" jedoch noch zu wenig. Kohl & Partner hat einige Anregungen zum „grünen Handeln" zusammengestellt:

 

1. Sicherung einer intakten Natur

Dieser Punkt ist leichter umzusetzen, als man glaubt. Denken Sie an Bonusse für die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder für das Stehen-lassen des Autos in der Garage des Hotels während des Urlaubes. Weiters sind alternative Energievarianten durch Sonnenkollektoren, hoteleigene Biomasseheizwerke oder Wärmerückgewinnungsanlagen, Mülltrennung sowie der Einsatz von Grauwasser z. B.
in Toilettanlagen ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung einer intakten Natur.

 

2. Schonender & sinnvoller Umgang mit Ressourcen

Vor allem touristische Betriebe verbrauchen viel an Ressourcen wie Wasser oder Energie. Der Einbau von Energiesparlampen und Bewegungsmeldern, wassersparende Toilettanlagen mit Stopp- und Spar-Tasten sind nur einige Beispiele, die langfristig nicht nur den ökologischen wie ökonomischen Erfolg steigern.

 

3. Gesunde, bewusste Ernährung

Dem Gast gesunde, möglichst regionale Produkte mit Herkunftsgarantie auf die Teller zu liefern, ist das Eine. Darüber hinaus zu informieren, woher die Produkte kommen, wie sie verarbeitet bzw. geerntet werden und welche Nährstoffe sie liefern, ist das andere.

 

4. Gesundes Wohnen

Zimmer und Hotel-Lobbys ausgestattet mit Regenwaldholz oder doch lieber mit heimischer Kirsche und Zirbe? Die Antwort ist eindeutig: Je regionaler und natürlicher die Ausstattung ist, desto stärker wird sie vom Gast wahrgenommen und auch geschätzt. Neben der Verwendung heimischer Materialien ist zum Thema „Gesundes Wohnen" ebenso wichtig, den Elektrosmog und elektrische Einflüsse am Zimmer so weit wie möglich zu reduzieren. Zusatzinfos über die Wirkung der Materialien (z. B. die Entspannungs-Wirkung der Zirbe) tragen darüber hinaus zum suggestiven Wohlbefinden des Gastes bei.

 

5. Schulung & Sensibilisierung der Mitarbeiter

Jeder kleine Schritt zählt! Daher ist es wichtig, in alle Überlegungen rund um „grünes Handeln" auch Ihre Mitarbeiter einzubeziehen. Das bedeutet, sie nicht nur laufend auf den schonenden Umgang mit den vorhandenen Ressourcen zu schulen, sondern auch zu sensibilisieren. Und natürlich müssen Sie das umweltbewusste Handeln vorleben.

 

6. In Kooperation zum Erfolg

Einzelkämpfer sind oft im Nachteil. Daher lautet die Empfehlung: Mit anderen Hotels kooperieren (z. B. bei Aktionen wie der Säuberung des angrenzenden Waldes), regionale Netzwerke zu Lieferanten stärken und auch Ihre Gäste intensiv über dieses Thema aufklären. Anleitungen zum „grünen Handeln" während des Aufenthaltes, aber auch für zu Hause mitgeben (z. B. mit Tipps, die man leicht zu Hause umsetzen kann).

 

7. Intensives Auseinandersetzen und Lernen

Eine tolle Möglichkeit dazu bietet der Erwerb des Österreichischen Umweltzeichens für Tourismusbetriebe www.umweltzeichen.at
Beim Erarbeiten der beinahe 200 Kriterien setzt man sich nicht nur intensiv mit dem Thema auseinander, sondern lernt auch noch gleichzeitig über „grünes Handeln" sowie mögliche Einsparungspotenziale im Bereich Energie, Wasser, Heizung & Raumklima etc. Und bei Bedarf kann man neben der Hilfe des VKI (Verein für Konsumenteninformation, Team Umweltzeichen) auch noch externe Umweltberater zu den verschiedenen Themen heranziehen.

 

Tue Gutes und rede darüber

Ein ökologisch nachhaltiges Agieren soll allerdings von jedem Unternehmer nicht nur umgesetzt, sondern auch entsprechend vermarktet werden:

1. in Form von Presse- & Öffentlichkeitsarbeit

2. via Direct Mailings

3. durch Informationen in den Drucksorten und im Schriftverkehr sowie

4. durch intensives Inhouse-Marketing.

 

Kohl & Partner Tourismusberatung GmbH,

Bahnhofstr. 8, 9500 Villach,

Tel.: 0 42 42/211 23, www.kohl.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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