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Zimmer mit Aussicht und fast komplett aus Holz: SkyLoft im DasPosthotel.

Gute Ideen aus Holz

11.10.2018

Das ZillerSeasons in Zell am Ziller setzt auf Holz. Und auf Nachhaltigkeit - mit viel Liebe zum Detail. Wir haben uns das vor Ort angesehen.
 

Der Pool und der wunderschöne Garten im DasPosthotel: Der ideale Ort, um sich zurückzuziehen. Auch am Abend.
Wohnen auf mehreren Ebenen mit tollen Ausblicken: TreeLoft am HochLeger über dem Zillertal.

Das Posthotel in Zell hat wie so viele österreichische Häuser eine lange Geschichte. Seit 1860 ist es zu dem geworden, was es heute ist: DasPosthotel – wie man sich selbst neudeutsch schreibt. Zusammen mit den Zuwächsen HochLeger und ZillerLodge firmiert es seit 2015 als ZillerSeasons und ist ein Ausnahme-Vier-Stern-plus-Betrieb und seit kurzem auch stolzes Mitglied im elitären Kreis der Small Luxury Hotels of the World.
Seit 1942 kümmert sich die Familie Egger um das Posthotel, seit 1979 Luise und Johann Egger, die Eltern der jetzigen Hotelière Christina Binder-Egger. 2009 übergaben sie das Haus der Tochter, die es gemeinsam mit ihrem Mann Reinhard Binder komplett umgekrempelt hat. Das musste auch sein, denn neue Zeiten brauchen neue Angebote. Dazu muss man sagen, dass Reinhard Binder der Chef von Binderholz ist, einem Zillertaler Betrieb mit weltweit 3.000 Mitarbeitern. Es ist also viel Know-how beim Thema Holz vorhanden. Was man sowohl dem Posthotel als auch den anderen Projekten von ZillerSeasons ansieht.

Luxus aus Holz

Holz ist das große Thema, sowohl im Posthotel wie auch in den Chalets und den TreeLofts. Die oberen Stockwerke im Posthotel sind aus Holz gebaut, die Fassade besteht aus Lärchenholz, die Chalets am Golfplatz (ZillerLodge), jene am HochLeger und die drei spektakulären Baumhäuser (TreeLofts) wurden komplett aus Holz errichtet. 
Auch innen spielt Holz eine Hauptrolle. Im SkyLoft im Posthotel wurden Hölzer und Balken aus einem über 100 Jahre alten Pferdestall verarbeitet. In den meisten Zimmern kommt Zirbenholz zum Einsatz. Das Ergebnis wirkt aber nicht wie eine typische Tiroler Zirbenstube – im Gegenteil. Besonders das Posthotel kommt optisch international, luftig, leicht, manchmal verspielt daher. Innenarchitekt Harald Margreiter verbindet Tiroler Handwerkskunst augenzwinkernd mit poppigen Designs aus Frankreich oder Italien und ergänzt das Ganze mit ausgesuchten Antiquitäten aus dem ländlichen Raum. Familie Binder-Egger entwickelt gemeinsam mit ihm das Haus ständig weiter, an jedes Detail wird gedacht: Die Leinenservietten kommen handgefertigt aus Litauen, die Weingläser stammen aus einer feinen Werkstatt in Gmünd (Zalto), wo noch mundgeblasen wird, an den Wänden und auf den Polstern erfreuen leuchtend bunte französische Stoffe das Auge, die Bettwäsche stammt aus einer schwäbischen Manufaktur und ist so edel, dass sie in Hotels selten zum Einsatz kommt. Der Kachelofen in der Lobby ist 700 (!) Jahre alt.
Das alles verströmt eine Form von Luxus, die man eigentlich nicht kaufen kann. Und setzt sich in den Chalets und den drei Treelodges am HochLeger oben am Berg, hoch über dem Zillertal, fort. Hier wohnt man vollständig in Holz („mondgeschlagenes Tannenholz“, wer es genau wissen will), sogar der Naturteichpool ist aus Holz gebaut. In den Chalets stehen Badewannen mit Panoramablick auch am Balkon. In den großzügigen Holzhäusern kann man in kollegialer Runde tagen oder mit der Familie entspannen. Die drei wirklich ungewöhnlichen, spitzdachigen Treelodges ruhen auf Stahlstelzen am Hang und wurden jeweils aus zwei vorgefertigten Holzmodulen vor Ort zusammengesetzt – entworfen von Reinhard Binder selbst. Auf so etwas ist er spezialisiert, Binderholz baut auch Holzmodule für Moxy-Hotels.
Die dreistöckigen TreeLofts sind für zwei Personen ausgelegt. Hier und in den Chalets kann man sich selbst versorgen, einen Koch mieten oder im benachbarten Martinerhof in einer alten Bauernstube speisen. Am Menü steht je nach Wochentag Rustikales wie Fondue, Ripperln oder Käsespätzle. Wer feiner speisen möchte, wird im Haubenrestaurant HeLeni im Posthof verwöhnt.

Marketingstrategien

Vermarktet wird das Gesamtprojekt ZillerSeasons von der Agentur Flospitality. Deren Chef Florian Schaible fährt bis nach Stockholm oder London, um internationale Gäste nach Zell zu bringen. „Für das Posthotel selbst ist der Verkauf kein großes Problem“, sagt er. Man schafft es sogar, als einziger Betrieb in Zell, ganzjährig zu öffnen. Aber die Chalets oben am Berg stellen Schaible schon vor größere Herausforderungen. Einerseits ist das dort schon ein sehr spezielles Angebot, andererseits gibt es mittlerweile viele Chaletdörfer in den Alpen. Durchaus auch an international prominenteren Plätzen als dem Zillertal. Also pflegt Schaible Stammkunden wie den Skiclub of Great Britain: ausgesprochen distinguierte Herren, die seit Jahren im ZillerSeasons absteigen. 

Made im Zillertal

Florian Schaible sagt auch den schönen Satz: „Ein gewisses Preisniveau erlaubt es, nachhaltig zu arbeiten. Dazu sind wir auch verpflichtet.“ Selbstverständlich trägt man das österreichische und europäische Ökolabel. Vieles der Wertschöpfung bleibt im Tal. Zum Beispiel kommt ein Großteil der neuen Möbel vom Einrichtungshaus Wetscher im Nachbarort. Ein Familienunternehmen, das sich mit maßgeschneiderten Konzepten für sehr anspruchsvolle Kunden einen Namen gemacht hat. Hier werden Tische für Privatkunden aus Dubai gebaut oder die komplette Einrichtung von Tiroler Privathäusern entworfen. Oder eben anspruchsvolle Hotels wie das Posthotel ausgestattet. 
Nachhaltig regional heißt auch, dass man die lokale Bevölkerung dazu aufruft, Pilze und Beeren zu sammeln. Man zahlt faire Preise. Jetzt können sich Gäste über exzellente hausgemachte Marmeladen am Frühstücksbuffet freuen. Das ganz wunderbare Brot dazu wird in einem Ofen in der Hotellobby gebacken. Das duftet nicht nur gut.

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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