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Gute Zahlen aus dem Sommer, mehr Fördermillionen und flexiblere Arbeitszeiten

16.12.2015

Zum Jahresende meinten es die Politik, die Sozialpartner und die Gäste doch noch gut mit dem Gastgewerbe.

 

Das kam heuer selten vor: Lauter gute Nachrichten landeten in unserer Mailbox. Aber der Reihe nach:

In der heimischen Ferienhotellerie haben im Sommer 2015 nicht nur die Nächtigungen aus dem In- und Ausland zugelegt, sondern auch der Umsatz, teilt uns Prodinger Steuerberatung mit, die ab sofort auch Umsatzzahlen, Bettenauslastung, Wareneinsatz und Mitarbeiteraufwand in ihre Auswertungen einfließen lässt. Das kann natürlich in erster Linie am Wetter gelegen haben, der Vergleichssommer 2014 war ja bekanntlich ziemlich verregnet. Wie dem auch sei, es wurde ein durchschnittlicher Umsatz von 73,17 Euro pro Bett erzielt. 2014 waren es 67,60 Euro. Das bedeutet einen Anstieg von 8,23 Prozent. Darin sind Erlöse von Logis, Küche, Getränke und Nebenerlöse inkludiert. Die Bettenauslastung stieg um 2,56 Prozent. Für Marketingaktivitäten wurde allerdings noch nie so viel ausgegeben wie in diesem Jahr, sagt Roland Pfeiffer von Prodinger.

Einen Rekordwert erzielten auch die Provisionen für Reiseplattformen. Die sind in den letzten drei Jahren um 34 Prozent gestiegen. Sind das nun gute Nachrichten …?

Aber das ist ganz sicher eine: Von den insgesamt 600 Mio. Euro an zinsgünstigen Krediten aus dem European Recovery Program (ERP-Fonds) werden 50 Mio. für Tourismusprojekte reserviert. Gefördert werden damit die Qualität und Vielfalt des österreichischen Tourismusangebots, insbesondere im Bereich der Aktiv- und Erlebnisurlaube sowie der Wellness- und Gesundheitseinrichtungen.

Das war sicher die beste Nachricht für alle Gastgewerbetreibenden und vermutlich auch die meisten Mitarbeiter: Die Sozialpartner konnten sich auf flexiblere Arbeitszeiten einigen. Die Möglichkeit zur Verkürzung der täglichen Ruhezeit unter bestimmten Voraussetzungen von elf auf acht Stunden wird von bisher höchstens zweimal pro Woche auf fünfmal pro Woche erweitert. Außerdem kann der Zeitraum für die Ersatzruhe von bisher zehn Tagen auf die ganze Saison verlängert werden. „Diese Flexibilisierung entspricht den praktischen Anforderungen der österreichischen Tourismuswirtschaft“, kommentierte der ÖVP-Tourismussprecher Gabriel Obernosterer. Damit wird z. B. auch hinfällig, dass ein Mitarbeiter, der von 7 bis 11 Uhr Frühstück zubereitet hat, aus gesetzlichen Gründen ab 18 Uhr sich nicht um das Abendessen kümmern darf. Auch wenn er dazwischen sieben Stunden frei hatte. Weiters ist es jetzt erlaubt, geringfügige Beschäftigungsverhältnisse in einem Block zu absolvieren, zum Beispiel an einem besonders frequentierten Wochenende. Ab 1. März 2016 sollen die neue Regelungen im Kollektivvertrag zur Anwendung kommen. Bis dahin werden WKO und Gewerkschaft über die Details informieren.

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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