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Dieses Schild sah man in diesem Sommer am Land erfreulich selten.

Gute Zeiten für Privatvermieter

02.09.2020

Ferienpensionen in Seenähe sind von der Coronakrise nur wenig betroffen. Vor allem bei inländischen Gästen kommt die Kombination aus Privatquartier und See sehr gut an. Aber auch seeferne Pensionen sind gut gebucht bei ordentlichen Preisen – was die ÖGZ-Redaktion aus eigener Recherche sagen kann.

Buchungen in Österreich im Juli

673.800 Nächtigungen im Juli, - 8,9 % (Hotellerie: - 22,9 %)
Anstieg der Suchanfragen bei Privatunterkünften an Seen:

Neusiedler See + 176 %,

Salzkammergut-Seen: + 136 %,

Kärntner Seen: + 112 %,

Salzburger Seenland: + 47 %,

Bodensee + 21 %

 

Privatquartiere verzeichnen österreichweit unter allen Unterkunftsarten in diesem Sommer die geringsten Nächtigungsausfälle, so eine Analyse der auf Frühstückspensionen spezialisierten Plattform www.ferienpensionen.info, die knapp 6.000 österreichische Pensionen im Suchverzeichnis hat. Die Statistik Austria weist für Juli in der Hotellerie einen Nächtigungsrückgang von minus 22,9 Prozent aus. Der österreichweite Nächtigungsrückgang in Privatquartieren, wie Frühstückspensionen, Bauernhöfen oder Privatzimmervermietungen, war mit einem Minus von nur 8,9 Prozent wesentlich geringer. Steirische und burgenländische Privatquartiere freuen sich sogar über ein Plus. Zu den Ausnahmen zählen nur Oberösterreich und Wien. Auch für August und September rechnet Erwin Oberascher, Betreiber der Plattform ferienpensionen.info mit einem anhaltenden Trend. Besonders begehrt sind Privatunterkünfte, die an einem Weingut liegen, ein Pool haben oder die sich in der Nähe eines Sees befinden.

 

Seeregionen, die seit Anfang Juni den höchsten Anstieg an Anfragen nach Ferienpensionen verzeichneten:

 

Kärntner Seen: + 112 %, Weissensee + 174 %, Keutschacher See 168 %, Faaker See + 122 %, Wörthersee + 119 %, Klopeiner See + 87 %, Ossiacher See + 85 %, Millstätter See + 68 %
Salzkammergut-Seen: + 136 %, Traunsee + 193 %, Attersee: + 121 %, Wolfgangsee + 120 %, Mondsee + 117 %, Fuschlsee + 112 %, Grundlsee + 81 %, Altausseer See + 78 %
Salzburger Seenland: + 47 %, Mattsee + 68 %, Obertrumer See + 43 %, Wallersee + 31 %
Weitere Seen: Stubenbergsee (Steiermark) + 183 %, Neusiedler See (Burgenland) + 176 %, Achensee (Tirol) + 49 %, Zeller See (Salzburg) + 61 %, Bodensee (Vorarlberg) + 21 %
 

Privatunterkünfte profitieren von der Inlandsnachfrage

Profitieren konnten die Privatunterkünfte von der hohen Nachfrage durch inländische Gäste. Diese steigerte sich um 23,3 Prozent. Im Gegenzug sanken die Nächtigungen durch ausländische Gäste um 21,9 Prozent. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in Privatquartieren erhöhte sich von 3,95 auf 4,07 Nächte (Hotellerie 3,29 Nächte). Oberascher zu den Vorteilen der Privatquartiere: "Frühstückspensionen oder Privatzimmervermieter sind immer kleine, zumeist familiär geführte Betriebe ohne externes Personal. Urlauber empfinden Häuser mit weniger Zimmern und Gästen coronabedingt als angenehmer." Oberascher verweist auch darauf, dass Privatquartiere zumeist bloß als Nebenerwerb geführt werden und sich bei den Öffnungen Ende Mai als sehr flexibel erwiesen haben. Aufgrund ihrer Kosten- und Personalstruktur konnten manche Hotels nicht sofort aufsperren. Kleine Ferienpensionen sind diesbezüglich deutlich flexibler – auch das mag ein Grund dafür sein, dass Privatquartiere in diesem Sommer besser abschneiden. Und weiter: „85 Prozent der Pensionen befinden sich laut unserer Datenbank in ländlicher Umgebung, nur 15 Prozent sind im städtischen Umfeld zu finden. Insofern leidet dieses Tourismussegment weniger als die Hotellerie am enormen Einbruch des Städtetourismus“, so der Tourismusexperte. 

 
Vorläufige Übernachtungsergebnisse in Österreichs Privatquartieren für Juli 2020:

Privatquartiere inklusive Bauernhöfe, ohne private Ferienhäuser/wohnungen, Vergleich zum Juli 2019, Quelle: Statistik Austria
  
Ganz Österreich: 673.800 Nächtigungen, - 8,9 % (Hotellerie: - 22,9 %)
Durch inländische Gäste: 262.100 Nächtigungen, + 23,3 % (Hotellerie: + 15,1 %)
Durch ausländische Gäste: 411.700 Nächtigungen, - 21,9 % (Hotellerie: – 36,7 %)
Durchschnittliche Aufenthaltsdauer: 4,07 Nächte, + 3 % (Hotellerie: 3,29 Nächte + 13 %)

Steiermark: 111.422 Nächtigungen, + 9,4 % (Hotellerie: - 0,9 %)
Burgenland: 35.429 Nächtigungen, + 2,7 % (Hotellerie: + 4,6 %)
Vorarlberg: 27.180 Nächtigungen, - 0,1 % (Hotellerie: - 11,7 %)
Kärnten: 79.235 Nächtigungen, - 1,3 % (Hotellerie: - 1,4 %)
Niederösterreich: 60.939 Nächtigungen, - 7,5 % (Hotellerie: - 26,9 %)
Salzburg: 125.768 Nächtigungen, - 11,0 % (Hotellerie: - 21,2 %)
Tirol: 170.263 Nächtigungen, - 16,0 % (Hotellerie: - 20,2 %)
Oberösterreich: 57.288 Nächtigungen, - 17,0 % (Hotellerie: - 16,7 %)
Wien: 4.188 Nächtigungen, - 75,1 % (Hotellerie: - 73,8 %)

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