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Karl (l.) und Leo Wrenkh führen den  Betrieb gemeinsam. Karl macht die Events bzw. Kochkurse, Leo den Küchenchef. Eines der Mottos ihres Buches (unten): Unkompliziert kochen für komplizierte Esser.

Gutes Essen, das ist unser Leben

25.04.2016

8.000 kochende Gäste pro Jahr: Wie die Brüder Leo und Karl Wrenkh aus ihrem Kochsalon eine Erfolgsstory gemacht haben, und warum so manche Kochstudios scheitern.

"Vom Glück  gemeinsam zu essen": Leo & Karl Wrenkh, Brandstätter Verlag, 208 Seiten, 29,90 Euro, ISBN 978-3-85033-940-7

Die Wrenkhs muss man Insidern nicht vorstellen. Man kennt die Familie. Man weiß, dass Christian und Ulli Wrenkh das erste vegetarische Restaurant auf Haubenniveau gemacht haben – zu einer Zeit, als sie deswegen in Österreich noch ausgelacht wurden. Heute, fast 20 Jahre später, lacht niemand mehr. Heute denkt man sich, wie visionär das damals war. Bis Ende der 1990er-Jahre wuchs das kleine Wrenkh’sche Konstrukt auf vier Lokale an und ist Anfang der 2000er-Jahre zerfallen, weil sich Christian und Ulli Wrenkh getrennt haben.  

„Wir sind im Betrieb groß geworden“, sagt Karl Wrenkh, der gemeinsam mit seinem Bruder den Kochsalon mit Restaurant am Wiener Bauernmarkt betreibt. Karl kümmert sich um Events und Kochkurse, Leo ist Küchenchef, beide kennen das Geschäft seit ihrer Kindheit. „Mein Vater hatte Ideen, die nicht fünf Jahre zu früh waren, sondern mindestens 25.“ Die Idee, den Kochsalon zu machen, war auch Christians Idee. 2009 hat er seinen Söhnen angeboten, das Lokal am Wiener Bauernmarkt zu übernehmen. Zur damaligen Zeit war das aber gar nicht Teil der Lebensplanung der beiden. Sie haben sich aber drübergetraut und die Vision des Vaters umgesetzt – mit Fleiß und viel Ausdauer. Heute begrüßen die Wrenkhs in ihrem Kochstudio 8.000 kochende Gäste pro Jahr. Offizielle Zahlen gibt es zwar nicht, ÖGZ-Schätzungen zufolge dürfte das aber Platz eins in Österreich bedeuten.

Auslastung als Challenge

Viele andere Kochschulen haben in den letzten Jahren aufgesperrt. Viele auch wieder zugesperrt. Warum? „Man sieht einen schönen Deckungsbeitrag. Aber man sieht nicht, wie man das Ding auslastet, das ist die Challenge“, sagt Karl. „Wir fokussieren uns darauf, Firmen zu gewinnen“, sagt er. Heute macht der Kochsalon 90 Prozent seines Umsatzes über das Geschäft mit Firmen, also mit Kochevents. Das Geschäft mit Privaten, meist Kochkurse, sei aber mindestens genauso wichtig. Weil Privatpersonen Multiplikatoren sind. Eine bessere Werbung gibt’s nicht. Wrenkhs Tipp: „Wenn man sich ohne Investor selbstständig macht, muss man sich klar machen, dass man jahrelang nichts verdienen wird. Du musst deine Kraft aus etwas anderem schöpfen.“

Autor/in:
Alexander Grübling
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