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Häubchen, Schürze und Fliege

17.02.2012

Im Café Maldaner in Wiesbaden, das auf eine mehr als 150-jährige Tradition  zurückblickt, treffen Wiener und Budapester Kaffeekultur aufeinander

Die Geschichte des Wiesbadener Café Maldaner geht auf das Jahr 1859 zurück, und schon beim Betreten durch die nostalgische Holzdrehtür empfängt den Gast ein Kaffeehaus nach Wiener Tradition.

Vor zehn Jahren übernahmen die Inneneinrichterin Renate Winkel und Gastronom Michael Schulz das Wohnzimmer der Stadt Wiesbaden. „Wir haben einen ungeschliffenen Diamanten gekauft. An Hand von historischen Aufnahmen brachten wir nach aufwändigen Restaurierungs- und Renovierungsarbeiten wieder den alten Glanz in die Räumlichkeiten, und das Kaffeehaus präsentiert sich heute wieder so wie zu Beginn des letzten Jahrhunderts“, erklärt Renate Winkel. So erinnert das zweistöckige Café an ein altes Wiener oder Budapester Kaffeehaus. „Wir sind auch wieder zu den alten Dresscodes des Servicepersonals zurückgekehrt. Unsere Kellner tragen Fliege und Weste, die Damen Häubchen und Schürze. Für Herbst haben wir eine neue Kaffeekarte geplant, in der der Gast dann auch die berühmtesten Wiener Kaffeespezialitäten findet. Wir erarbeiten diese mit einem Wiener Kaffeesommelier“, betont Winkel. „Verheiratet“ ist das Unternehmen mit der Kaffeerösterei Darboven. „Die Partnerschaft besteht schon viele Jahrzehnte. Wir werden auch in Zukunft unserer Kaffeefirma treu bleiben, obwohl es wirtschaftlich nicht immer von Vorteil ist“, meint Winkel. Zusätzlich zum Kaffee aus dem Hause Darboven werden diverse Kaffeespezialitäten mit dem Hauskaffee, einer eigens für das Café Maldaner gemischten Röstung, zubereitet.


Sperrstunde 19 Uhr

Derzeit werden die Back- und Produktionsräume erneuert. Blickfang ist die Kuchentheke mit vielen traditionellen Torten, aber der Konditormeister versteht sich auch auf die zeitgemäße Interpretation von Sahnetorten. „Neben der Maldaner Torte, die auf ein 120 Jahre altes Rezept zurückgeht, probieren die Gäste gerne neue Kreationen wie die Apfel-Wein-Sahnetorte. Das Café ist auch für seine ausgefallenen Hochzeitstorten bekannt. „Wir haben schon die Titanic aus Pralinen mit Feuerwerk gestaltet oder einen Formel 1-Rennwagen nachgebaut“, so Renate Winkel. Im Programm haben wir 14 verschiedene Cremé-, zwischen 10 und 12 Sahne- und je nach Saison fünf Obsttorten sowie verschiedene Käsekuchen. In der Backstube arbeiten je zwei Meister, Gesellen und Bäcker sowie vier Lehrlinge. Insgesamt haben wir 38 angestellte Mitarbeiter inklusive den Aushilfen im Winter“, sagt Renate Winkel.

Anders als hierzulande, wo die Kaffeehäuser meist nicht vor Mitternacht schließen, ist im Café Maldaner bereits um 19 Uhr Sperrstunde. „Wir haben ein älteres Publikum übernommen, aber heute tummeln sich wieder alle Altersschichten bei uns. Wir sind auch wieder Treffpunkt für Kunst, Kultur, Wirtschaft und Politik“, freut sich Winkel.

Irene Stelzmüller

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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