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GF Thomas Panholzer im ÖGZ-Gespräch.

Hausmesse als gemütliche Mini-„Gast“

18.04.2018

Auf Besuch bei der ersten Transgourmet-Hausmesse PUR in Salzburg: Ideen, Gespräche, Gaumenfreuden.

Auf einen Schluck aus dem Basaltfass bleiben wir am Winzerstand von Krispel stehen, wenig später verkosten wir ein CultBeef-Carpaccio vom Beiried auf Zwiebelpüree, übergossen mit geräucherter, geklärter Butter: So verbringt man seine Zeit auf der neuen Hausmesse von Transgourmet, der Messe von Profis für Profis. Dann trinkt man mit Kollegen am Java-Stand einen Espresso. Und erfährt dort, dass man sich bei Java auch seine eigene Kaffeemischung mit eigenem Branding herstellen lassen kann. 

Eine kleine „Alles für den Gast“

Die Transgourmet PUR wirkt wie eine kleine „Alles für den Gast“. Nur gemütlicher, weniger laut. Aber bei 142 Ausstellern sowie 108 nationalen und internationalen Winzern hat man als interessierter Besucher schon ordentlich was zu tun. Warum macht Transgourmet eine Hausmesse mit über 120 Ausstellern, fragen wir Transgourmet-Geschäftsführer Thomas Panholzer: „Weil wir uns schon immer in so einem großzügigen Rahmen präsentieren wollten. Auf den großen Gastromessen hat der Kunde vor lauter Terminen irgendwann nicht mehr die Zeit, sich wirklich auf die Produkte und Lösungen zu konzentrieren. Da wird man schnell zum Getriebenen. Bei uns wollen wir dem Kunden mehr Zeit geben.“
Und das kommt an: Man hat für die zwei Tage in Halle 10 der Messe Salzburg 3.600 Anmeldungen. Rund 1.200 Hotelzimmer hat Transgourmet für seine Kunden reserviert und beteiligt sich auch an den Kosten. Als Einnahmen kann man immerhin die Standmiete von 142 Industriepartnern verbuchen. Jeder Besucher bekommt eine App, mit der er sich seine Lieblingsprodukte schon mal vormerken kann, es gibt zehn Prozent Messerabatt. Gleich ordern muss er nicht, das Angebot gilt noch vier Wochen.

Auch Nonfood

Die Transgourmet PUR ist aus der erfolgreichen Trinkwerk PUR hervorgegegangen. Man hat aus einer Nachmittagsveranstaltung eine zweitägige Mini-Gastromesse gemacht, wo es auch Geschirr, Messer und Herde für Großküchen, eine „atmende“ Lampe von Moltoluce in Wels (Vetrieb: Unykat), digitale Lösungen für den Gastrobetrieb von gastronovi oder die digitale Kreidetafel Wesual von wesolutions zu bestaunen gibt: Auf Bildschirmen kann man seine Tagesangebote im Design einer Kreidetafel kommunizieren. Man benutzt vorgegebene Templates und Schriften, die man beliebig verändern kann. Das Ganze kann für viele Filialen zentral erstellt und zeitlich programmiert werden.
Auch in der Fischabteilung haben wir näher hingesehen: Hier wurde ein Anbieter mit Spezialitäten aus Neuseeland (Lee Fish) präsentiert, bei dem die Herkunft jedes Fisches mittels einer App bis zum Fischerboot zurückverfolgt werden kann. Nebenan präsentierte die Firma openblue den angeblich supernachhaltigen und gesunden Fisch Cobia (Offiziersbarsch), der in Offshore-Aquakulturen vor der Küste Panamas gezüchtet wird. 

Kochen und kosten

Immer dort, wo das Verkosten und Kochen im Vordergrund steht, bilden sich die größten Menschentrauben: Egal, ob das jetzt ein TK-Erdbeertopfenknödel von Caterline ist, ein Burger von Salomon Foodworld oder einer mit Zutaten aus den Transgourmet-Eigenmarken. Absolutes Highlight sind die Gourmetgerichte, die von Haubenköchen vor den Augen der Kollegen zubereitet werden. Namhafte Spitzenköche wie Roman Wurzer, Lukas Kienbauer, Philipp Rachinger oder Thomas Ellwanger kochen an beiden Messetagen gemeinsam mit den hauseigenen Spitzen- und Haubenköchen von Cook2.0 Exquisit.
Stroh- und Kräuterschwein
Florian Peham, Category Manager Fleisch, berichtet vom großen Interesse der Gastronomen an den neuen Qualitätsangeboten im Bereich Schweinefleisch, wie das nachhaltige Vonatur-Produkt Strohschwein aus dem Alpenvorland oder das Kräuterferkel von Grilly. Vom Strohschwein hat man in den ersten zwei Monaten bereits 15 Tonnen umgesetzt. „Mit 
Vonatur-Produkten wollen wir kleineren Produzenten die Gelegenheit geben, zu einem österreichischen Brand zu werden – immer mit einer kleinen Geschichte dazu“, erklärt Thomas Panholzer. Hier spielt die Herkunft eine zentrale Rolle. Dennoch ist und bleibt das Vonatur-Sortiment ein exquisites Nischenprodukt: Ein Prozent des Gesamtumsatzes soll es nach den Worten Panholzers mal ausmachen. Momentan steht man etwa bei der Hälfte. 

Lieferlogistik

An einem Stand erklärt Transgourmet, wie die Lieferlogistik funktioniert. „Wir wollen dem Gastronomen zeigen, was bei seiner Zustellung passiert“, erklärt Panholzer. „Wie sein Produkt aus unserem Lager oder Markt zu ihm in den Betrieb kommt. Wie dieser Vorgang ständig kontrolliert wird, welche unterschiedlichen Temperaturbereiche es gibt. Wir wollen auch erklären, warum manchmal etwas nicht geliefert werden kann. Wir haben eine Lieferquote mehr als 99 Prozent, bekommen aber selber von unseren Lieferanten nur eine Quote von 97 Prozent. Diese Gap zu schließen ist schon eine Herausforderung.“
Am kunterbunten Gemüsestand finden wir nicht nur seltene Rübensorten, optisch ansprechende Salate und kugelrunde Artischockenknospen, sondern sogar den ersten heimischen Spargel der Saison: „Frisch gestochen im Marchfeld und extra geholt von unserem Kollegen!“, sagt Transgourmet-Chef Thomas Panholzer und strahlt. 
Damit ist die Spargelsaison endgültig eröffnet.

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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