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Heiße Kaffeeliebe

14.10.2005

Beliebt wie nie zuvor und teurer denn je. Kaffee, das beliebteste Genussgetränk von Herrn und Frau Österreicher, präsentiert sich zum „Tag des Kaffees“ am 1. Oktober einmal mehr mit Superlativen.

Beim Tag des Kaffees sollen entsprechend dem Megatrend „Genuss“ die Themen „Kaffeegenuss“ und „Kaffeegenießer“ in den Mittelpunkt gestellt werden. „Der Espresso ist das Symbol des Genusses.
Die Leute konsumieren zwar weniger, wie der Wein wandelt sich der Kaffee immer mehr vom Gewohnheits- zum Genussgetränk. Der aktuellste Kaffee in der Zielgruppe bis 35 Jahre in primär urbanen Gebieten ist der Caffè Latte. „Er ist mittlerweile schon zum Synonym für eine junge, freudige Genießergeneration geworden.
Kaffeegenuss voll im Trend
Er symbolisiert wie kein anderes Getränk derzeit: Genuss des Augenblicks, ein bisschen Selbstbelohnung und den Ausdruck eines positiven Lebensgefühls“, meint Wolfgang Rosam vom VIP Gourmet Club, Lobbyist und Change Communicator. Kaffeeliebhaber unterscheiden sich durchaus, und Rosam erkennt aktuelle Konsum-Genuss-Trends: „Noch nie wurde so viel über Restaurants, Essen und Trinken diskutiert und publiziert. Jeder will Experte sein. Je mehr sich jemand als Genießer fühlt, desto ausgeprägter ist seine Bereitschaft, Neues auszuprobieren – er will keinen neuen Trend versäumen, weder ein neues Restaurant noch eine neue Kaffeesorte oder die Art der Zubereitung. Genussmenschen wollen Informationen und Erfahrungen unter Gleichgesinnten austauschen. Und beim Business-Lunch sind zwei Dinge obligat geworden: Das Dessert wird zu 90 Prozent ‚eingespart‘, anstelle des-sen wird nur mehr Kaffee geordert. Statt kleinem Braunen oder Melange werden Espresso, Macchiato oder Cappuccino geordert.“ Attraktive Angebote der Kaffeefirmen, hohe Werbeinvestitionen und die ungebrochene Liebe der Österreicher zu „ihrem Kaffee“ führten auch im Jahr 2004 zu einer Steigerung des inländischen Absatzvolumens um 3,7 Prozent auf 49.000 t Röstkaffee. Gerechnet auf Grünkaffeebasis, bedeutet dies einen Pro-Kopf-Verbrauch von 8,1 kg. Damit liegt Österreich unverändert im europäischen Spitzenfeld der Kaffeetrinker, von denen es lediglich in Finnland und den skandinavischen Ländern noch etwas intensivere gibt. Innerhalb der Abnehmergruppen sind die Verkäufe in der Gastronomie um etwa 8 Prozent und im Lebensmittelhandel um 3,5 Prozent gestiegen. Die österreichischen Kaffeehäuser, Kaffeeanbieter, Kaffeeröster, Kaffeeimporteure und Kaffeeautomatenbetreiber und der Kaffeehandel, einfach alle Anbieter von Bohnenkaffee, feiern am 1. Oktober 2005 gemeinsam mit den österreichischen Konsumenten den 4. Tag des Kaffees.

Kaffee(haus)kultur wird am 1. Oktober 2005 österreichweit gelebt. Rund 270 österreichische Gastronomiebetriebe und 67 Wiener Kaffeehäuser beteiligen sich mit Kultur und Köstlichkeiten rund um die edle Bohne am Tag des Kaffees 2005. „Das sind um rund 100 Betriebe mehr als im Jahr 2004“, freut sich der Fachgruppenobmann der Wiener Kaffeehäuser Attila Kamarad.
67 Wiener Kaffeehäuser – liebevoll
auch „Wohnzimmer der Nation“ genannt – veranstalten am 1. Oktober 2005 zahlreiche Programmpunkte rund um die edle Bohne. Erheiterndes wird im Kabarett-Seminar „Kaffee und Kaffeekompositionen“ dargeboten, Historisches und Wissenswertes in vielfältigen Ausstellungen rund um Kaffeeanbau,
-ernte und -produktion und Literarisches in der Präsentation des ersten Kaffee-Krimis von Gerhard J. Rekel, „Der Duft des Kaffees“. Für die Gourmets und Kaffeeliebhaber gibt es handgepflückten Wildkaffee aus Äthiopien, Verkostungen von Kaffee aus Lateinamerika und Afrika, Schaurösten, einen Kaffee- und Schokoladebrunch mit Live-Musik und die Kaffeespezialitäten aus dem Kaffee-ABC.
Einheitliche Frühstückskarte
Frühstück im Wiener Kaffeehaus – eine einheitliche Karte für die wichtigste Mahlzeit des Tages: Die Fachgruppe der Kaffeehäuser Wien wird am Tag des Kaffees 2005 das Thema „Frühstück im Wiener Kaffeehaus“ in den Mittelpunkt rücken. Das klassische Wiener Frühstück im Kaffeehaus ist nicht nur eine Frage der Ernährung, sondern ein „frühes Stück Lebensphilosophie“. Zum Wiener Kaffeehaus gehört das Wiener Frühstück, das mit frischem Gebäck, erlesenen Marmeladen und Butter, weichem Ei und einer Tasse Kaffee den Gaumen der frühen Kaffeehausbesucher weckt. Zum Frühstück im Kaffeehaus gehören aber auch die österreichischen und internationalen Tageszeitungen und Magazine und das Beobachten der Menschen rundherum, das Genießen des Beginns eines neuen Tages in der angenehmen Atmosphäre des zweiten Wohnzimmers. Um der Bedeutung dieses „frühen Stück Lebensphilosophie“ gerecht zu werden, präsentiert die Fachgruppe Wien der Kaffeehäuser eine Frühstückskarte mit fünf Frühstücksvarianten – von der Melange mit Buttersemmel über das Wiener Frühstück bis hin zu einer „prickelnden“ Frühstücksvariante. Für alle Cafetiers, die hauseigene Frühstücksvorschläge anbieten, steht eine zusätzliche Seite, die je nach Bedarf genutzt werden kann, zur Verfügung.
Kaffeepreise auf Höhenflug
Die Weltmarktpreise von Grünkaffee sind weiter steigend. „Seit 1999 gab es kaum Preissteigerungen bei Kaffee. Viele brasilianische Kaffeebauern pflanzten daher statt Kaffee Bananen oder ließen Kaffeeplantagen brachliegen. Dies führte zu einer Angebotsverknappung und höheren Preisen“, erklärt Gerd Schütz, Präsident des Kaffee- und Teeverbands. So kam es bei den Grünkaffee-Preisen zwischen August 2003 und August 2005 zu durchschnittlichen Preissteigerungen von 70% bei Arabicas und 40% bei Robustas. Aber auch die Verpackungskosten stiegen, vor allem bedingt durch explosionsartig angestiegene Energiekosten und Logistikkosten (Road Pricing).
Im ersten Halbjahr setzten die Preise für Arabicas und Robustas ihren Höhenflug fort. Die weitere Preissituation ist stark vom Verlauf von Angebot und Nachfrage sowie der Ernte von 2005/2006 abhängig. „Die Internationale Kaffee-Organisation (ICO) schätzt, dass die Schere zwischen Angebot und Verbrauch 2005/2006 stark auseinander klaffen wird. Die nächste brasilianische Ernte könnte um etwa 15 Prozent niedriger ausfallen aufgrund von klimatischen Faktoren. Die Folgen: Versorgungslücken und damit zwangsläufig weitere Preissteigerungen“, so Schütz. Der Hurrikan „Katrina“ hat auch die Kaffeelager von New Orleans getroffen. „Die New Yorker Kaffeebörse hat ihr Kaffeelager in New Orleans. Rund 1,6 Mio. Sack warten dort auf ihre Verschiffung; derzeit kann man nicht sagen, wie viele Sack bei der Hurrikan-Katastrophe davongeschwommen sind, denn die US-Behörden erlauben keine Zutritt, was Spekulationen Tür und Tor öffnet“, meint Jeanette Meinl-Skrbensky.

Info: www.wiener-kaffeehaus.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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