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Heißer Herbst mit und ohne Rauch

10.10.2008

Nichtrauchergesetz, Trinkgeldbesteuerung, Kooperationsprojekte mit der Landwirtschaft das herbstliche Aktionsprogramm des Fachverbands Gastronomie ist brisant und umfangreich

Nach einer weitgehend vom Tabakgesetz geprägten ersten Jahreshälfte bleibt der Aktionsfahrplan des Fachverbands Gastronomie in der Bundeswirtschaftskammer auch im Herbst ein umfangreicher. Ein gewichtiges Thema ist da das Thema Genussregionen auf der einen Seite und deren Verhältnis zur Gastronomie auf der anderen. "Ich denke, die Gastronomie kann hier ein ausgezeichneter Vermittler für hochwertige regionale Lebensmittel hin zum Konsumenten sein", beurteilt KR Helmut Hinterleitner, Fachverbandsvorsteher der Gastronomie die Genussinitiative grundsätzlich positiv.
Für eine konkrete Umsetzung fordert er allerdings praktikable Rahmenbedingungen. "Die Verfügbarkeit der Produkte muss ebenso gegeben sein, wie der logistische Aufwand nicht steigen darf. Wenn hier die Rahmenbedingungen stimmen, ist eine Kooperation mit den Gastronomen auf Basis einer freiwilligen Selbstverpflichtung denkbar und sinnvoll", führt Hinterleitner aus. Handfesten Strafsanktionen im Rahmen von Qualitätszertifikaten kann er freilich nichts abgewinnen. Zudem appelliert der Interessenvertreter an eine Bündelung der Maßnahmen und Energien. "Ich habe mich sehr für die Bildung eines Dachverbands für alle Wirtshauskulturen und die BÖG eingesetzt, um eine Zusammenführung diverser kulinarischer Strukturen zu ermöglichen. Hier wäre eine Institution geschaffen, die sich als zentraler Ansprechpartner für ein Projekt wie die Genussregionen anbietet", ist Hinterleitner überzeugt. Er wünscht sich, auf Seiten der Landwirtschaft mit ähnlich klaren Verhältnissen konfrontiert zu sein.
Dauerbrenner mit Rauch
Dauerbrenner für den Fachverband Gastronomie bleibt das Thema Nichtraucherschutz. "Wir warten auf die Erläuterungen zum neuen Gesetz vom Ministerium. Auf dieser Basis werden wir dann einen Leitfaden für die Umsetzung in den unterschiedlichen gastronomischen Betriebstypen und damit letztlich in jedem einzelnen Betrieb erstellen", kündigt Hinterleitner an.
Ein Geschenk ist kein Lohn
Mit großer Aufmerksamkeit beobachtet der oberste Gastronomievertreter die rechtlichen Vorgänge um die Trinkgeldbesteuerung. Sein Ansatz: Trinkgeld ist in der Gastronomie eine freiwillige Leistung des Gastes an den Mitarbeiter. Sie ist nicht messbar, nicht qualifizierbar und kann damit kein steuerpflichtiger Lohnbestandteil sein. "Ich würde es als kleines Geschenk für etwas Besonderes bezeichnen", meint Hinterleitner. Und eben dafür erscheine ihm der Ansatz einer Pauschalversteuerung als völlig unangebracht.
Mitarbeiterscheck
Ein nicht weniger heikles Thema ist die Versicherungsregelung für Aushilfskräfte. Hier sieht das geltende Gesetz eine An- und Abmeldungspflicht vor, die insbesondere die Veranstaltungs- und Ausflugsgastronomie vor große Probleme stellt. "Ein Lösungsmodell wäre eine Art Mitarbeiterscheck, der vom Gastronomen direkt ausgefüllt und abgeliefert wird", schlägt Hinterleitner vor. Mit den Sozialpartnern sei man hier in Kontakt. Konkrete rechtliche Schritte könnten freilich erst mit einer neuen Regierung eingeleitet werden. kof

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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