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Beim Kahlenberger Gespräch: (v. l. n. r.) Dr. Petra Stolba (Geschäftsführung Österreich Werbung), Dr. Martin Schick (Obmann Fachgruppe Hotellerie der WKW),  Hani ElSharkawi, MA (Leitung Karrierezentrum, MODUL University Vienna),  Mag. Ulrike Reisner (Journalistin und Beraterin),  Prof. Dr. Karl Wöber (Rektor, MODUL University Vienna) und Günther Greul (Redakteur TAI)

Herausforderungen des Tourismus von morgen

19.06.2013

Wien. Nach dem gelungenen Saisonauftakt der Kahlenberger Gespräche widmete sich das Karrierezentrum der MODUL University Vienna bei der Folgeveranstaltung unter dem Titel "Tourismus in Österreich, Quo Vadis?" der Zukunft des Tourismus in Österreich. Moderiert wurden die Kahlenberger Gespräche von Mag. Ulrike Reisner, selbstständige Beraterin im Bereich der politischenStrategieentwicklung und der politischen Kommunikation.

"Welchen Weg wird der Österreichische Tourismus in Zukunft einschlagen?", diese Frage stellte Hani El Sharkawi, Leiter des Karrierezentrums MODUL Career im Rahmen seiner Eröffnung der Kahlenberger Gespräche. Den Anlass dafür gab der erst kürzlich veröffentlichte Bericht des Expertenbeirats "Tourismusstrategie", der im Mittelpunkt der aktuellen Ausgabe der Kahlenberger Gespräche stand. Mit Prof. Dr. Egon Smeral (WIFO) und Prof. Dr. Karl Wöber (MODUL University Vienna) stellten sich gleich zwei bedeutende Mitglieder des Expertenbeirats der öffentlichen Diskussion am Wiener Kahlenberg, zu der das Karrierezentrum MODUL Career geladen hatte.

Die Entwicklungsspielräume verengen sich
Univ.-Prof. Dr. Egon Smeral, Ökonom und Experte für Tourismus und Freizeitwirtschaft am Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO), ist der Ansicht, dass "sich der österreichische Tourismus 2012 nach einer länger andauernden Anpassungsphase erholt und wieder an Boden gewonnen hat. Jedoch führen die europaweite Schuldenkrise und die Notwendigkeit der Sanierung der Staatsfinanzen dazu, dass sich auch für den Tourismus die Entwicklungsspielräume deutlich verengen." Für Prof. Smeral sollte die touristische Entwicklung daher weiterhin durch eine koordinierte und fokussierte Tourismuspolitik unterstützt und vertieft werden.

Wettbewerbsnachteil durch Sonntagsöffnungszeiten
Erwartungen und Prognosen über den Tourismus der Zukunft aus Sicht
der Österreichischen Wirtschaft wurden auch von Dr. Martin Schick, geschäftsführender Gesellschafter der Schick Hotels und Obmann der Fachgruppe Hotellerie der Wirtschaftskammer Wien, eingebracht: "Die Nächtigungszahlen in Wien steigen. Durch das steigende Bettenangebot gibt es jedoch zunehmend ein Umsatzproblem. Ich wünsche mir ein Bekenntnis der Stadtregierung zum Tourismus". Aus seiner Sicht habe Österreich einen Wettbewerbsnachteil aufgrund der Sonntagsöffnungszeiten. Auch die Erhöhung der Ortstaxe um 27 Prozent sowie weitere Anstiege bei diversen Gebühren für U-Bahn, Müll und Wasser wurden von Dr. Schick kritisiert, der für weniger Einmischung durch den Staat eintrat. Angesprochen auf ein Erfolgsrezept sollten für ihn "Altes und Kultur nach vorne gestellt, dabei aber modern inszeniert werden."

Paradigmenwechsel bei Förderungen notwendig
Ebenfalls am Podium vertreten war Petra Stolba, Geschäftsführerin der Österreich Werbung, da darauf hinwies, dass ein Paradigmenwechsel notwendig sei und man vor allem im Förderbereich von der Anbieter- zur Nachfragesicht wechseln solle. "Im Marketing bedeutet das Koordinierung statt kompetitives Auftreten der Tourismusverbände. Auch die Internationalisierung ist wichtig, um den Ganzjahrestourismus zu unterstützen", führte sie aus. So müsse Österreich einerseits auf den Hauptmärkten präsent bleiben, obwohl diese gesättigt sind und zugleich neue Märkte aufbereiten. Zusätzlich wünscht sie sich eine Studie zur Wirksamkeit von Marketinginstrumenten und sieht es als Aufgabe der Tourismuspolitik an, Qualitätssicherung und Produktentwicklung zu forcieren.

Stärkere Erforschung des Arbeitsmarktes gefordert
Nicht fehlen bei einer solch spannenden Diskussion durfte natürlich auch der "Hausherr" und Rektor der MODUL University Vienna, Prof. Dr. Karl Wöber. Als national und international angesehener Experte im Bereich der Tourismus- und Freizeitforschung "wünscht er sich eine Erhöhung der Tourismusforschungsförderung. Im Sinne einer kompetitiven Förderung, bei der sich alle, die sich qualifiziert fühlen, einreichen können." Zusätzlich trat er auch für die
Erforschung eines weiteren Bereichs ein und nannte in diesem Zusammenhang die zukünftige Entwicklung des Arbeitsmarkts sowie die Authentizität des Produkts. Denn nur so lasse sich herausfinden, "welchen Herausforderungen wir uns in Zukunft stellen müssen".

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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