Direkt zum Inhalt

Herausforderungen für die Tourismusausbildung

03.05.2018

Alles paletti hört man oft, wenn es um die Ausbildung der Touristiker geht. Stimmt nicht ganz. Denn, sich auszuruhen wäre in Zeiten des digitalen Wandels kein guter Rat. Das unterstreicht eine Studie des Travel Industry Club.

Eine „alternative“ Social-Media-Strategie verfolgt das legendäre Wiener Beisl „Gräfin am Naschmarkt“. Dort legt man sich online mit seinen Gästen an. Einem Gast, der sich auf TripAdvisor über die schlechte Qualität seines Schnitzels beschwerte, reibt man unter die Nase: „Eigenartig, dass das Schnitzel aufgegessen wurde.“ Auch Trinkgeld-Knausrigkeit prangert das Wirtshaus an. Ob das die Zukunft von Social-Media-Management sein wird, ist zweifelhaft. 
Eines ist klar: Medienkompetenz und der Umgang mit der Digitalisierung werden in Zukunft immer wichtiger. Aber was heißt das genau? Für Harald Hafner, Präsident des Thinktanks Travel Industry Club (TIC), sind kritisches Denken, Soziologie und Psychologie wichtig, um Erklärungsmodelle zu entwickeln. Der Umgang mit Daten und die dafür notwendigen Kenntnisse der Statistik und Mathematik seien ebenso wichtig, um Daten zu erheben, zu verarbeiten, zu analysieren und zu interpretieren. Soft Skills und soziale Kompetenzen zählen. 

Der Haken an der Sache: Eine Erhebung unter 250 heimischen Touristikern, Lehrenden und Menschen in Ausbildung zeigt, dass die Befragten sich derzeit nach dem Motto „Da werden wir schon reinwachsen“ den Herausforderungen der Digitalisierung stellen. Gerade beim Thema Automatisierung hätten die meisten Befragten wenig Ahnung.  

Die Zufriedenheit mit Aus- und Weiterbildungsangeboten erreichte mit der Note 2,6 (in einer 1–5-Schulnotenskala) einen bescheidenen Wert. Lehrende würden einen methodischen Zugang zum Thema praktizieren, der weder den Praktikern noch den Lernenden zusagt. Mehr individuelles Eingehen auf bisherige Erfahrungen, zeitgemäße didaktische Methoden und Integration des E-Learnings seien Lösungsansätze, die sich in der Praxis bewährt hätten, aber noch zu wenig angewendet werden. Lernen müsse Freude bereiten, sagt TIC-Präsident Hafner. Trotz der allgemeinen Lobhudelei für die touristische Ausbildung gibt es hier im Tourismusland Österreich noch überraschend viel zu verbessern. 

Autor/in:
Daniel Nutz
Werbung

Weiterführende Themen

Meinung
12.06.2020

Die Wirtschaftskrise hat die Gesundheitskrise in ihrem Bedrohungsszenario übertroffen. Es braucht Aktion (siehe Deutschland), keine zaudernde Politik.  

Die Freiheit der Gedanken ist Thema bei Soho in Ottakring 2020.
Gastronomie
28.05.2020

Das Kunstfestival Soho in Ottakring findet coronabedingt heuer nur online statt. Eine Idee, von der man sich womöglich etwas abschauen kann. 

Tourismus
26.05.2020

Das Festival geht im August mit 90 Aufführungen und in abgespeckter Form über die Bühne.

Tourismus
25.05.2020

Laut Außenminister Alexander Schallenberg sollen die Grenzen zu den östlichen Nachbarn rechtzeitig vor dem Sommer geöffnet sein. Mitt Juni gilt als Ziel. 

Petra Nocker-Schwarzenbacher, Derzeit noch Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft.
Tourismus
23.05.2020

Petra Nocker-Schwarzenbacher dürfte laut Die Presse als Obfrau der Bundessparte Tourismus abgelöst werden. Ehemaliger Sprecher von Finanzminister Karlheinz Grasser gilt als Favorit von ...

Werbung