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Mittels App checkt man im BoxHotel ein, man bekommt Zimmernummer und digitalen Zimmerschlüssel, öffnet damit Hotel- und Zimmertüren – und checkt ebenso kontaktlos wieder aus.

Hier nächtigt man für unter 30 Euro pro Nacht

05.09.2017

47 Zimmer auf 450 Quadratmetern, keine Rezeption, alles App-basiert: Das Konzept des BoxHotel im Zentrum von Göttingen scheint aufzugehen. Jetzt soll die Expansion vorangetrieben werden. Auch in Österreich wird bald ein BoxHotel eröffnen.

Die App liefert auch Informationen über Lokale, Restaurants und Angebote in der Umgebung des Hotels.
Die Standardzimmer haben keine Duschen am Zimmer, dafür gibt es Gemeinschaftswaschräume. WCs befinden sich am Gang.

Göttingen ist eine Universitätsstadt in Südniedersachsen, Deutschland, und hat rund 120.000 Einwohner. Das ist etwas kleiner als Innsbruck (ca 130.000 Einwohner), aber vergleichbar. Denn Göttingen ist eine recht junge Stadt,  jeder fünfte Einwohner ist Student. Ein gutes Umfeld für ein neues Hotelkonzept, muss sich Unternehmer Oliver Blume aus Hannover gedacht haben. Junge Menschen sind offen für Neues – und manchmal auch knapp bei Kasse, oder einfach nur sparsam. So wie auch immer mehr Städtereisende.
Das Konzept klingt fürs Erste nicht sonderlich neu: Wenig Platz, kleine Zimmer, in zentraler Lage, zu einem möglichst kleinen Preis. Zur Zielgruppe im ersten BoxHotel in Göttingen gehören Städtereisende, Junge  oder Kurzentschlossene. „Hier werden wir sehen, wie unser Angebot angenommen wird”, sagt Blume in einem Interview mit dem „Göttinger Tageblatt”. Und: „Ich liebe es, Märkte zu erschrecken”. Was er damit meint wird einem klar, wenn man sich das Haus näher ansieht: Die (Schlaf-)Boxen haben eine Grundfläche von 2,8 mal 1,5 Metern und widersprechen jeder Expertenempfehlung in Sachen Mindestgröße für Hotelzimmer. Es gibt Zimmer mit Duschkabine, und solche, die lediglich ein Waschbecken im Zimmer haben. WCs gibt es ausschließlich außerhalb der Boxen, also auf dem Gang. Für die Gäste der duschlosen Zimmer gibt es die Möglichkeit, einen Gemeinschaftswaschraum zu benützen. Auf zwei Etagen befinden sich zwei Betten (siehe Foto). Fenster? Die gibt es nicht. Dafür gibt es großformatige Fotoprints an den Wänden, die die Fensterlosigkeit ein wenig erträglicher machen sollen. Blume: „Diese Boxen sind nicht zum Verweilen gemacht. Es geht um Menschen, die eine Stadt besuchen und einen Platz zum Übernachten brauchen”. 

Alles digital

Das klingt nach einem gewöhnungsbedürftigen Setting. Auch die Tatsache, dass ohne Smartphone nichts läuft, dürfte nicht jedermanns Sache sein. Denn der gesamte Besuch im Hotel – von der Buchung bis hin zur Abreise – wird digital, bzw. App-basiert abgewickelt. Check-In und Check-Out verlaufen kontaktlos. Das dürfte ganz gut funktionieren. Denn Gäste bewerten das BoxHotel auf booking.com aktuell mit 8,3. Die meisten Einwände haben Gäste in Bezug auf das Gang-WC und die Hellhörigkeit der Zimmer. Aber man nächtigt im Gegenzug schon ab 27 Euro im Göttinger Zentrum. Und dass das WC am Gang ist, ist kein Geheimnis. Eine Rezeption gibt es nicht, dafür einen Nachtportier. Blume hat 600.000 Euro in den Hotelbau investiert. Noch heuer sollen vier weitere BoxHotels in Hamburg, Hannover und Berlin eröffnet werden. Gegenüber der ÖGZ verrät der BoxHotel-Chef, dass eine Expansion nach Österreich unmittelbar bevorsteht. 2018 bzw. 2019 könnte es das erste BoxHotel geben – in Wien, innerstädtisch.

Autor/in:
Alexander Grübling
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