Direkt zum Inhalt

Highnoon im Lokal

21.05.2007

Mittags pünktlich ab kurz vor zwölf, wenn in ganz Österreich selbst unbekannte Nachbarn auf der Toilette mit „Mahlzeit“ gegrüßt werden, ist Großkampfzeit für die heimischen Nahverpfleger.

Ohne Mittagsmenüs könnten viele Lokale nur schwer überleben

Und wer nicht das Glück (oder Pech – je nach Qualität der Küche) hat, in seinem Betrieb eine Werkskantine in Anspruch nehmen zu können, der ist auf Alternativen angewiesen: die Wurstsemmel vom Supermarkt, die Pizza vom Pizzaservice, Hamburger oder Käsekrainer & Co. bei den einschlägigen Outlets. Oder man besucht ein nahe gelegenes Lokal und konsumiert ein MIttagsmenü.

Die Auswahl ist dabei von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich. Manche Pizzerien bieten einfach jede Pizza zum gleich niedrigen Fixpreis an, vor allem China-Restaurants setzen oft auf ein All-U-Can-Eat-Buffet und bei klassischen Lokalen bekommt der Gast meist zwei bis drei Gänge, die je nach Qualität des Gebotenen unter vier, aber auch über 40 Euro kosten können. Im Idealfall kommt es dabei zu einer Win-win-Situation: Der Gast bekommt günstig und schnell etwas zu essen, der Wirt lastet in der sonst eher flauen Mittagszeit seinen Betrieb aus und macht Umsatz – und Gewinn – über die Menge.
Ein Schnitzeltag muss sein
Helga Sauer vom Gasthaus Dormann in Wien verkauft ihre Mittagsmenüs schon seit 30 Jahren und macht inzwischen rund zwei Drittel des Umsatzes damit. Das Angebot variiert täglich, auf der Karte stehen jeweils Suppe und Hauptspeise in zwei Varianten zu Preisen zwischen 4,5 und 5 Euro, sonntags sind es Hauptgericht und Dessert um sieben Euro. Das Angebot wird dabei nach „Gefühl und Erfahrung“ bestimmt, ihre Stammklientel rekrutiert sich jedoch eher aus den Anhängern deftiger Wirtshausküche. „Einmal die Woche muss es Schnitzel geben und mit Dingen wie Tofu oder Mozzarella mit Paradeisern brauch ich gar nicht erst anzufangen“, weiß Sauer. Die Portionen sind bei ihr mittags generell etwas kleiner als am Abend, der Umsatz wird zu einem großen Teil auch über die Getränke gemacht.
Ähnlich Christine Pistrol vom Restaurant Goldener Löwe in Wien: „Wir bieten von Montag bis Freitag täglich zwei verschiedene Menüs an, jeweils mit Suppe und Hauptspeise, eines zu 3,90 und eines zu 5,20 Euro.“ Auch hier gibt es aber mit Mittwoch einen „Schnitzel-Fixtag“ und am Freitag traditionell Fisch. Als besonderen Service werden die Menüs auch über die Gasse verkauft. Pristol: „Ohne Mittagsmenüs hätten wir es sehr schwer, gut die Hälfte unseres Umsatzes erwirtschaften wir zu Mittag.“ Und damit die Gäste immer schom im Vorhinein Gusto bekommen, ist der jeweilige Wochenmenüplan auf der Restaurant-Homepage abrufbar.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
Werbung
Werbung