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Höchster Rohkaffeepreise seit sieben Jahren

25.09.2006

Nach leichter Entspannung in den Sommermonaten ziehen die Rohkaffee-Preise kräftig an –höchster ICO-Durchschnittspreis von 95,8 US-Cent seit August 1999 – Verdoppelung seit August 2004 – Wachstum in Osteuropa lässt Kaffeeverbrauch steigen – rückläufige Erntemengen in Vietnam erwartet – weitere Preissteigerungen um bis zu 10 Prozent möglich

Vor dem „Tag des Kaffees“ am 1. Oktober 2006 blickt die Branche gebannt auf die Entwicklung an den internationalen Rohstoffbörsen: Denn nach einer leichten Entspannung in den Monaten Mai bis Juli 2006 ziehen die Preise für Rohkaffee nun wieder kräftig an. Der Durchschnittspreis* für Rohkaffee betrug laut International Coffee Organisation (ICO) im August 2006 95,8 US-Cent je Pfund. Das ist ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem August-Durchschnitt des Vorjahres und der höchste Wert seit August 1999. Im Vergleich zum August 2002 (42,79 US-Cent/Pfund) hat sich der Preis für Rohkaffee damit mehr als verdoppelt (+123,7 Prozent). Der Aufwärts-Trend setzte sich auch in den ersten Septembertagen 2006 fort. Am 11. September belief sich der ICO-Durchschnittspreis auf 95,39 US-Cent/Pfund.

Besonders stark erhöht haben sich die Preise der Sorte Robusta: Hier stieg der Durchschnittspreis von 27,8 US-Cent/Pfund im August 2002 um stolze 163,9 Prozent auf mittlerweile 73,6 US-Cent/Pfund. Robusta ist die im Vergleich zu den Arabica-Sorten billigere Kaffeebohne und wird wegen ihres intensiven Geschmacks zumeist in kräftigen Kaffeemischungen eingesetzt. Die in Österreich besonders beliebten milden Röstungen hingegen bestehen überwiegend aus Arabica-Kaffee.
Zurückzuführen ist die Preis-Hausse zum einen auf die kontinuierlich steigende Nachfrage nach Kaffee, zum andere auf die Erwartung rückläufiger Erntemengen des weltweit zweitgrößten Kaffeeproduzenten Vietnam. Auch die jüngst bekannt gewordenen Ausfälle in italienischen Lagerhäusern, wo große Mengen von Kaffee durch eindringendes Wasser vernichtet wurden, haben zum Preisanstieg beigetragen.

Steigende Nachfrage: Der Osten entdeckt den Kaffee
Für die Zukunft erwartet Mag. Gerald Steger, Geschäftsführer der café+co International Holding, des größten Betreibers von Kaffeeautomaten in Zentraleuropa, weiter steigenden Kaffeeverbrauch: „In Zentral- und Osteuropa, ist im Zuge der steigenden Kaufkraft auch mit einem deutlichen Zuwachs des mengenmäßigen Pro-Kopf-Kaffeeverbrauches zu rechnen.“ In Westeuropa geht Steger auf Grund des ohnehin bereits sehr hohen pro Kopf-Verbrauches in erster Line von wertmäßigen Zuwachsraten durch vermehrte Nachfrage nach Kaffeespezialitäten aus. Wertmäßig schätzt der café+co-Chef das Wachstum des Kaffeemarktes in Westeuropa auf rund fünf Prozent in den nächsten 12 Monaten. „Durch den Wandel der Kaffeekultur – hin zu italienischen und erfreulicherweise auch zu Wiener Kaffee-Spezialitäten wie Macchiato oder Wiener Melange – erfährt der Markt in Österreich und Westeuropa neue Impulse, die vor allem dem Außer-Haus-Konsum in der Gastronomie und am Kaffee-Automaten zugute kommen werden. Denn komplexere Kaffeespezialitäten wie Macchiato oder Cappuccino lässt man sich doch lieber genussfertig servieren, statt sie selbst zuzubereiten.“ sieht Steger einen erfreulichen Trend für seine Branche.

* ICO Composit Indicator Price; ein nach Kaffeesorten und Kaffeehandelsplätzen gewichteter Durchschnittspreis, der von der International Coffee Organization täglich berechnet wird.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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