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hogast weiterhin als Trendsetter

18.10.2004

Mit der Rekordzahl von über 400 Teilnehmern gedeiht das Symposium der hogast, Österreichs führender Einkaufsgenossenschaft für Hotellerie und Gastronomie mit Sitz in Wals bei Salzburg, zu einer der wichtigsten Informationsveranstaltungen der Tourismusbranche.

Zum 10. Symposium am 12./13. Oktober verabschiedeten sich mehr Touristiker denn je für zwei Tage aus ihren Betrieben, um sich bei spannenden Referaten – spritzig aufgelockert durch die Moderation des Chefredakteurs der Salzburger Nachrichten Dr. Ronald Barazon - auf die Suche nach den aktuellen Tourismustrends zu begeben.
Die unterschiedlichsten Zugänge hatten alle ein Ziel: „Die Wege der Sieger“ aufzuspüren. Dazu bedarf es der Kunst des Zuhörens. Der Vorarlberger Berater Mag. Wolfgang Gruber belegte dies anhand des Umgangs mit den Gästen. „Ich bestimme, wer mich beleidigt,“ sagt Gruber. Nur wer ein schwaches Selbstwertgefühl hat, wird bei Reklamationen gekränkt reagieren. Deshalb hält es Gruber für besonders wichtig, den eigenen Persönlichkeitstyp zu erkennen. Dann werde sich jeder leichter tun, auch in seinem Gegenüber einen „Gefühlstyp“ (will besonders ernst genommen werden), einen „Ratiotyp“ (sucht absolute Verlässlichkeit) oder einen „Dynamiker“ (Wunscherfüllung sofort, ohne Wenn und Aber) zu erkennen. Prinzipiell sagt Gruber zur Reklamationsbehandlung: „Wir denken zu betriebswirtschaftlich. Nur wer eine überraschende Lösung anbietet, wird aus einer Beschwerde Gewinn schlagen können.“

Wohlfühlen wertvoll vermitteln

Der Hamburger Trendforscher und Gründer des B.A.T.-Freitzeitforschungsinstituts Dr. Horst Opaschowski präsentierte den 400 „Trendscouts“ das touristische Umfeld, mit dem die Gastgeber in den nächsten Jahren zu rechnen haben. Wobei sich seine Analyse auf den deutschen Herkunftsmarkt beschränkte. Opaschowski skizzierte das Bild wachsender Konsumzurückhaltung. Im „Armut-Wohlstand-Paradox“ könnten sich aber für Spitzenhotels im Nahbereich große Perspektiven ergeben. Auch wer Geld hat suche nicht mehr das Weite und Exotik. Abenteuer biete dem in konjunktureller Depression weilenden Deutschen der Alltag reichlich. Jeder zweite Reisende setzt auf gute Erreichbarkeit seines Urlaubsziels und erwartet Gemütlichkeit. „Sauberkeit“ ist gar zwei von drei Deutschen ein hohes Urlaubsgut. „Das Urlaubsverhalten ist fast wie zu Ende des 19. Jahrhunderts,“ bemerkte Opaschowski.

An die Stelle von Erlebnishunger tritt die Suche nach persönlichem Wohlbefinden. Das belegte auch der medienerfahrene Linzer Orthopäde Dr. Helmut Fliesser. Humorig sprach er die Besucher nicht als potenzielle Gastgeber, sondern als gestresste Führungskräfte an und stieß auf Begeisterung. Nur wer sich selbst wohlfühlt, wird Wohlfühlen glaubhaft vermitteln können. „Sie denken jetzt sicher: Der kommt jetzt gleich wieder mit reichlich trinken und Gemüse essen. So ist es,“ sagte Fliesser, der von Gastronomen keinesfalls erwartet, in der Küche alle seine Tipps umzusetzen: „Bei vielen Punkten müssten sie das betriebswirtschaftliche Denken vergessen.“ Lebensmittel, keine toten Mittel, fasste Dr. Fliesser sein Plädoyer für absolute Frische, gegen Mikrowelle und Convenience zusammen. „Stündlich ein Glas Wasser“ war die am einfachsten umzusetzende Empfehlung des Arztes. Manche der Anwesenden animierte sie dazu, künftig Gästen einfacher freien Zugang zu Trinkwasser zu ermöglichen.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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