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Hotel-Klassifizierung: "Superior" kommt als Marketinginstrument

10.01.2005

Die Hotel-Klassifizierung ist ein in der Branche und in der Öffentlichkeit stets aktuelles Thema. Es wird viel darüber gesprochen, und manchmal auch kritisiert.

Grundlage für die Klassifizierung sind die Richtlinien, die 2001 auf Grund einer umfassenden Gästebefragung neu erstellt wurden. Sterneklassen geben eine Brandbreite an. Den permanenten Weiterentwicklungen in Technik und Technologie versucht der Fachverband stets Rechnung zu tragen.

Die Anpassung der Klassifizierungsrichtlinien an die laufenden Veränderungen erfolgt durch Evaluierung. Der Fachverband Hotellerie hat ein solches Verfahren im Jahr 2004 eingeleitet.

Ein Vergleich der EU-Länder (inklusive Schweiz) zeigt, wie es in anderen Ländern funktioniert und welche Besonderheiten es bei ihnen gibt. Eindeutig dabei ist: International gibt es nur fünf Sternekategorien und keine "halben" Sterne. Der Ruf jener Viersterne-Hotels, die ihren Gästen ein Mehr an Service- und Dienstleistungen bieten und dies entsprechend zum Ausdruck bringen wollen, wurde von den Fachorganisationen Hotellerie aber sehr ernst genommen.

"Für uns galt es nun, sowohl den internationalen Gepflogenheiten als auch dem Wunsch jener österreichischen Hoteliers zu entsprechen, die innerhalb ihrer Sterneklasse herausragen", stellte der Obmann des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich, Hans Melcher, in einem Pressegespräch fest. "Dazu werden wir nun eine Veränderung am Bewertungssystem vornehmen. Es wird flexibler sein, d.h. es werden nicht alle Bewertungskriterien Muss- bzw. k.o.-Kriterien sein. Einige übererfüllte Kriterien können dann manches andere Kriterium aufwiegen, solange die Richtlinie eingehalten wird", ergänzte Gabriele Leitner, Geschäftsführerin des Fachverbandes Hotellerie.

Hoteliers, die in ihrer Kategorie "mehr anbieten", insbesondere zusätzliche Dienstleistungen, wollen dem Gast ihre Leistungen entsprechend kommunizieren und dafür einen angemessenen Verkaufspreis erzielen. "Wir haben uns wirklich bemüht, hier einen Weg zu finden. International gibt es nur 5 Sterne-Klassen/Kategorien bei der Auszeichnung der Hotels. Das kann Österreich nicht durchbrechen und einen Alleingang wagen. Aber mit dem Prädikat "Superior" wird ein gangbarer Weg beschritten werden", stellt Melcher fest.

"Superior" kommt als ein Marketinglabel, welches die besonderen Leistungen eines Hauses heraushebt. Dieses Zertifikat erhalten jene Betriebe, die den Richtlinien entsprechen und sich einem Mystery-Guest-Prozedere unterziehen.

Die Kommission überprüft das Haus in der herkömmlichen Weise. Erreicht es ca. 90 % der Gesamtpunkteanzahl, dann kann es um einen "Mystery-Guest" ansuchen.

Die Fachgruppen Hotellerie in den Bundesländern werden nach wie vor für ihre Ein- bis Vier-Sterne-Betriebe den Kommissionsbesuch als Serviceleistung tragen. "Es ist absolut hervorzuheben, welch großer Arbeitsaufwand hier von den Kommissionsmitgliedern - die für diese Zwecke oft tausende Kilometer pro Jahr unterwegs sind - geleistet wird", unterstreicht Melcher.

Der "Mystery-Guest"-Besuch wird von unabhängigen Profi-Testern durchgeführt. Diese Kosten sind vom Betrieb zu tragen. Die Anmeldung erfolgt via Fachgruppe im jeweiligen Bundesland.

Die Umsetzung der Evaluierung (Checklisten, Punktebewertung, Selbstcheck aus dem Internet) wird mit Sommer 2005 erfolgen. Derzeit sind die Umsetzungsarbeiten soweit fortgeschritten, dass Pilotklassifizierungen (mit den neuen verdichteten Checklisten) und das letzte Finish bis zum Mai vorliegen werden. Dann soll die neue Form des Klassifizierungsprozedere beschlossen werden. "Wir rechnen ab dem 2. Halbjahr 2005 mit der Klassifizierung in neuer Form", fasst Melcher zusammen.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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