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Hotelbetrieben machen die Energiekosten zu schaffen

16.07.2008

Die Explosion der Energiekosten setzt der heimischen Hotellierie stark zu. WKÖ-Hotellerie-Obmann Klaus Ennemoser sieht Handlungsbedarf: "Wären wir eine AG, müssten wir eine Gewinnwarnung aussprechen. Das Ergebnis 2008 wird unter dem Ergebnis 2007 liegen".

"Es gibt gute Neuigkeiten, aber auch schlechte Neuigkeiten", stellte der Obmann des Fachverbandes Hotellerie in der WKÖ, Klaus Ennemoser, zum Auftakt der traditionellen Sommer-Pressekonferenz fest, die er heute, Dienstag, gemeinsam mit Fachverbands-Geschäftsführer Matthias Koch hielt. Für den Sommer sei mit einem Nächtigungsplus für alle Hotelkategorien zu rechnen. Doch auf längere Sicht mache, neben den steigenden Finanzierungskosten, die Explosion der Energiekosten den Hoteliers zu schaffen. Wäre die heimische Hotellerie eine börsennotierte Aktiengesellschaft, müsste man eine "Gewinnwarnung" aussprechen, blickt Ennemoser diesbezüglich mit gemischten Gefühlen in die Zukunft. 2008 werde vom Ergebnis her schlechter ausfallen als 2007.

Buchungslage verspricht ein Nächtigungsplus

"Wir haben eindeutig Handlungsbedarf", betonte er. Ein vorrangiges Anliegen des Branchenvertreters sind daher Anstrengungen zur Verbesserung der Energiebilanz, die von allen Partnern (Verbänden, WIFI, Ministerien etc) gemeinsam getragen werden müssen. Der Juni stand ganz im Zeichen der Fußball-Europameisterschaft, doch waren nicht alle Hotels voll belegt. Insgesamt konnten die Fußballgäste den ausbleibenden Kongresstourismus jedoch weitgehend ausgleichen. Ennemoser: "Nicht nur die Host Cities waren die Gewinner der EM, speziell Bregenz war mit seiner Festspielbühne im deutschen Fernsehen sehr präsent. Dieses Jahrhundertereignis hat Österreich eine einzigartige mediale Präsenz gebracht - eine tolle Marketinginvestition in die Zukunft. "
Die derzeitige Buchungslage verspricht ein Nächtigungsplus von bis zu fünf Prozent für die Sommersaison 2008. Nicht nur die traditionellen Tourismus-Hochburgen Tirol und Wien können optimistisch sein, auch Oberösterreich gelang ein guter Start in den Sommer. Österreich ist mit 121,4 Millionen Nächtigungen (2007), das beste Ergebnis seit 13 Jahren, eines der weltweit beliebtesten Urlaubsziele. Die heimische Hotellerie trägt damit maßgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg Österreichs bei." Aufgrund der globalen Wettbewerbssituation sei eine verstärkte Zusammenarbeit mit Hotelverbänden aus den Nachbarländern wichtig, unterstrich Koch. Mit Deutschland und der Schweiz finden im September Gespräche über gemeinsame Hotelklassifizierungsrichtlinien statt. "Grundsätzlich gilt, dass wir uns nicht auf unserem Erfolg ausruhen dürfen, wir müssen vielmehr unsere Stärken stärken", umriss Koch den künftigen Arbeitsschwerpunkt des Fachverbandes. In Österreich soll es am 1.1.2010 neue Richtlinien geben, kündigte Koch an.

Energiepreise lassen die Kosten explodieren

Die starke Verteuerung der Energiekosten war in dem Ausmaß nicht vorhersehbar, stellte Ennemoser fest. Die Preise für 2009 sind bereits festgelegt worden. Es werde schwer sein, die dramatisch gestiegenen Kosten - für ein durchschnittliches Vier-Sterne-Hotel kletterten die Energiekosten von 77.600 (2005) auf 143.700 (2008) Euro, die Kapitalkosten (Zinsen) erhöhten sich im gleichen Zeitraum von 57.300 auf 102.036 Euro - abzufangen. Auch wenn es verlockend wäre, werde man keinen "Kerosinzuschlag" einheben, doch müsste jeder Hotelier (bei einem Übernachtungspreis von 85 Euro) rund 2,50 Euro aufschlagen, um die Kostensteigerungen aufzufangen, rechnete Ennemoser vor. Ein Rettungsanker sei die Verbesserung der Energieeffizienz und damit der Energiebilanz. Das mittelfristige Verbesserungspotenzial bei der Energieeffizienz in der Hotellerie bezifferte der Hoteier-Sprecher mit "an die 50 Prozent".

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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