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Hotelier am Wort

04.11.2010

Ein Anruf eines Kollegen aus Saalbach-Hinterglemm hat mich daran erinnert, dass die Wintersaison vor der Tür steht. Eigentlich hat er ja nicht mich angerufen, sondern einen unserer Servicemitarbeiter, mit dem Ziel, ihn für sein Hotel abzuwerben.

Mag. Johannes Schwaninger, Steinerwirt, Zell am See

„Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf“, wusste schon Plautus im 5. Jahrhundert n. Chr., daran hat sich offenbar wenig geändert. Aber wie weit darf man hier gehen? Ist es in Ordnung, Mitarbeiter eines anderen Betriebs aktiv zu kontaktieren und für das eigene Unternehmen zu gewinnen? Auch, wenn man genau weiß, dass man sich diesen Mitarbeiter eigentlich nur während der Wintersaison leisten kann und ihn nach 4 Monaten wieder zum AMS schickt?

Der hohe Bedarf an Fachkräften im Winter ist zum Pokerspiel geworden. Man überbietet sich gegenseitig und geht bis ans Limit, wohlwissend, dass das Spiel zu Ostern wieder vorbei ist. Unter dieser gängigen Praxis leiden vor allem Hotels, die das ganze Jahr über auf nachhaltige und langfristige Arbeitsverhältnisse setzen. Gegen die Rambo-Methoden der Einsaisonbetriebe hilft nur eines: Wir müssen mehr Lebensqualität für unsere Mitarbeiter schaffen, ihnen die Vorteile der Sesshaftigkeit näherbringen und dadurch nachhaltige und langfristige Beziehungen aufbauen. Wir müssen den Mythos „auf Saison gehen“ wieder auf das zurechtrücken, was er ist: Nomadentum, kurzfristig höchst attraktiv, aber langfristig ohne Perspektive.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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