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Hotelier am Wort

01.09.2011

Vor Kurzem wurde zum wiederholten Mal die Diskussion um die Sonntagsöffnung der Geschäfte in Wien losgetreten. Internationale Gäste sind es einfach gewohnt, am späten Abend, aber eben auch am Sonntag, einkaufen zu gehen.

Reiner Heilmann, Hotel Sacher, Wien

Wien ist eine Stadt, die sehr stark vom Tourismus lebt, und es gibt kaum andere Weltstädte, in denen man am Sonntag nicht einkaufen kann. Wenn mich meine Gäste nach den Geschäftsöffnungszeiten fragen und ich muss ihnen erklären, dass am Sonntag alles geschlossen hat, dann schauen die immer ganz verduzt.

Schließlich würde sich auch die Stadt anders darstellen: Man flaniert einfach lieber über den Graben oder die Kärntner Straße, wenn die Geschäfte offen halten, als wenn alles bummfest zu ist. Die Gäste würden mehr Geld ausgeben, was für den Wirtschaftsstandort Wien wichtig wäre, und letztlich könnte sogar die Hotellerie davon profitieren, weil manche Gäste doch noch einen Tag länger bleiben würden.

Wenn die Regierung jetzt sagt, sie sei aus familienpolitischen Gründen gegen eine Sonntagsöffnung der Geschäfte, dann ist das lächerlich. Es sind ja nicht nur Tourismus, Ärzte und Polizei, die sonntags regelmäßig arbeiten, sondern zahllose andere Berufe wie Taxifahrer, Journalisten, alle Angestellten in Freizeiteinrichtungen etc. Das ist doch schon lange gelebte Normalität für viele Leute. Das gröbste Problem dürfte ja darin liegen, dass die meisten Händler selber nicht aufsperren wollen und daher kein Interesse an einer Liberalisierung dieses Gesetzes haben. Wir im Hotel Sacher würden eine Sonntagsöffnung – zumindest in den Kernzonen Wiens – jedenfalls sehr begrüßen.

Falls Sie sich betroffen fühlen, schreiben Sie uns: [email protected] (Fax: 01/546 64-360)

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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