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Hotelier vertritt Pinzgau

01.07.2005

Bei der Konstituierung des Bezirksstellenausschusses wurde LAbg. Michael Obermoser erneut zum Obmann der WK-Bezirksstelle Pinzgau gewählt. Der 38-jährige Hotelier aus Wald im Pinzgau hatte diese Funktion am 1. Dezember 2004 von Komm.-Rat Helmut Stöckl übernommen.

WK-Präsident Komm.-Rat Julius Schmalz wies bei der Konstituierung auf die „beängstigende Kumulation von Handelsumsätzen auf wenige Gemeinden um die Landeshauptstadt und in der Stadt selbst“ hin. Davon sei auch der Pinzgau stark betroffen. „Wenn sich die Strukturen in den Bezirken wandeln, haben wir Antworten darauf zu geben und nicht zuzuschauen, wie regionale Strukturen ausgedünnt werden. Wir werden deshalb weiter darum kämpfen, dass der Flächenwahnsinn im Zentralraum ein Ende hat!“, betonte Schmalz.

In diesem Zusammenhang nannte LAbg. Obermoser als seinen wichtigsten Arbeitsschwerpunkt in nächster Zukunft eine Imagekampagne für den Pinzgauer Handel und für die Lehrberufe im Tourismus: „Der Salzburger Zentralraum saugt pro Jahr mehr als 11 Mill. € an Kaufkraft aus dem Pinzgau ab. Dieser Entwicklung müssen wir gegensteuern!“ Dazu will Obermoser in den nächsten Wochen sämtliche Pinzgauer Werbegemeinschaften und Ortsmarketingverantwortliche zu einem runden Tisch einladen. Unter dem Motto „Fahr’ nicht fort, kauf’ im Ort!“ sollen dabei Konzepte erarbeitet werden, um den Handel im Pinzgau zu stärken.

Dialog zwischen Schule und Wirtschaft
Mit dem Pilotprojekt „Arbeitswelt Pinzgau – Schule und Wirtschaft im Dialog“ wurde im vergangenen Schuljahr die Vielfalt der Berufs- und Lehrmöglichkeiten im Pinzgau aufgezeigt. In einer Abschlussveranstaltung in der Bezirksstelle wurden im Sommer 2004 Präsentationen, Ausstellungen, Filmvorführungen und Erfahrungsberichte von 15 Hauptschulklassen und zahlreichen beteiligten Betrieben gezeigt.

Durch das Projekt, an dem die Bezirksstelle und das Pädagogische Institut Salzburg mitgearbeitet haben, wurden mehr Wirtschaftsnähe und Transparenz geschaffen, Vorurteile abgebaut und das negative Image mancher Lehrberufe korrigiert. Dieses Projekt will die Bezirksstelle mit dem AMS als zusätzlichem Partner und an möglichst allen Schulen im Pinzgau weiterführen. Obermoser: „Wir wollen uns dabei auf Lehrberufe im Tourismus konzentrieren, um jungen Leuten zu zeigen, wie attraktiv die Ausbildung und die Arbeit als Fachkraft im Fremdenverkehr sind.“

Initiative für zusätzliche Fachkräfte
Regelmäßig zu den Saisonspitzen ist das Thema Arbeitskräftebeschaffung ein zentrales Anliegen der Pinzgauer Hoteliers und Gastronomen. Da dieser Bedarf mit einheimischen Arbeitskräften und Saisonniers nicht gedeckt werden kann, ist die WK-Bezirksstelle selbst initiativ geworden: In Kooperation mit dem Arbeitsmarktservice veranstaltete sie im Vorjahr drei Jobbörsen in den neuen deutschen Bundesländern und eine in Budapest. Insgesamt wurden dabei mehr als 300 Arbeitskräfte aus Ungarn und Deutschland für den Pinzgauer Tourismus angeworben. „Diese Chance, MitarbeiterInnen aus den ostdeutschen Bundesländern und den neuen EU-Mitgliedsstaaten zu bekommen, wird die WK-Bezirksstelle auch weiter intensiv nutzen“, kündigte Obermoser an.

Erfolgreiche Initiative für „Frauen im Tourismus“
Im Tourismus hat die WK-Bezirksstelle bereits erfolgreiche Initiativen gesetzt, allen voran mit dem Projekt „Frauen im Tourismus“. Dabei werden seit Jänner 2003 in der Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern 25 Teilnehmerinnen zu Fachkräften für neue Tourismusbereiche wie Wellbeing, Trendsport oder Kultur ausgebildet. Kern des Projektes ist die im Jänner 2004 am WIFI Pinzgau gestartete zweisemestrige Ausbildung zur „Wellbeing-Trainerin“ (WTB).

Kürzlich konstituierte sich der Verein „Wellbeingtrainerinnen“, dem bereits 13 Mitglieder angehören und der mit verschiedenen Aktivitäten (Workshops, Einrichtung einer Website, Produktion von Foldern oder Mailings an die Betriebe zur Vorstellung des Angebots des Vereins) den Einstieg in den Markt erleichtern will.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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