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Machen Hotels dir Tür für ihre Gäste auf? Das Problem spielt sich im Promillebereich ab.

Hoteliers als Lockdownbrecher? So sind wir nicht!

28.01.2021

Berichte über Hoteliers, die illegalerweise Zimmer im Lockdown vermieten erhitzen die Gemüter. Sie sind schlecht für unser aller Image. Aber es sind Einzelfälle, die fast ausschließlich im unregistrierten Bereich der Privatzimmervermietung (Stichwort: Airbnb) passieren. „So sind wir nicht!“, sagt Hotellier und ÖGZ-Kolumnist Dieter Mayr-Hassler frei nach unserem Staatsoberhaupt.

Keine Branche trifft die Corona-Pandemie schwerer als Gastronomie und Hotellerie. Solidarität gibt es von der breiten Mehrheit der Gäste, ja der Gesamtbevölkerung. Da trifft es uns Hoteliers natürlich hart, wenn in den Medien eine ganze Branche ins Zwielicht rückt. Was war passiert?

Seit einigen Tagen gibt es Meldungen in diversen Tageszeitungen auf in denen berichtet wird, dass sich hunderte Urlauber in Tiroler Skiorten einfinden würden. Diese hätten eine Gesetzeslücke entdeckt. Sie mieten sich ein und melden auf dieser Adresse für ein paar Monate ihren Zweitwohnsitz an. Diese Meldung stimmt zwar, aber das passiert fast ausschließlich im privaten Bereich. Die Rede war übrigens von ein paar Hundert Touristen. Tirol hat 360.000 Gästebetten. Allein daran kann man schon erkennen, dass sich die Größenordnung derjenigen, die hier Gesetzeslücken im Grauzonen-Bereich für sich ausnutzen im Promillebereich befindet. Zudem sind es die Gäste die hier die Tricks anwenden. Trotzdem, die Kollegen, die etwas tun, das gegen Gesetze verstößt verdienen Strafen. Diese sind mit bis zu 30.000 Euro auch empfindlich hoch.

Es ist bekannt, dass die übereilig erlassenen Corona-Gesetze  fehlerhaft sind und es ist ein leichtes  ist, hier Schlupflöcher zu finden. Einige Rechtsexperten sind der Meinung, dass das Pandemiegesetz und die dazugehörigen Verordnungen zum wohl unrühmlichsten Kapitel der österreichischen Gesetzgebung zählen.

Diese juristischen Fehler und der schamlose Egoismus einiger weniger Winterurlaubs-Junkies bringen aber die gesamte Tourismusbranche in Verruf. Dabei haben derzeit weit über 90 Prozent der Hotels, Pensionen und Gasthäuser ihre Betriebe komplett geschlossen und könnten nicht einmal wenn sie wollten auf die schnelle wieder Gäste aufnehmen. Die geöffneten Betriebe beherbergen Arbeiter und Monteure und Geschäftsreisende im Rahmen der Bestimmungen. Da das durch die Behörden und die Polizei auch laufend kontrolliert wird, ist hier Missbrauch fast gänzlich auszuschließen. Aber der schlechte Ruf wird sich in vielen Köpfen festsetzen, so ist das ein weiterer Kollateralschaden der Corona-Zeit.

Autor/in:
Dieter Mayr-Hassler
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