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Hotelklassifizierung, EU-Hygienerichtlinien und das Rauchverbot

09.08.2007

Der Erfahrungsaustausch über das kontroversielle Rauchverbot in der Gastronomie stand im Vordergrund eines Treffens der Hotel- und Gastronomieverbände des deutschen Sprachraums, das kürzlich auf Einladung des Südtiroler Hoteliers- und Gastwirteverbandes (HGV) auf der Seiser Alm über die Bühne ging.

Das in Deutschland, Österreich und der Schweiz noch nicht gesetzlich geregelte Rauchverbot sorgte dabei für heftige Diskussionen. Die österreichischen Teilnehmer waren insbesondere an den konkreten Auswirkungen des in Italien bereits seit zwei Jahren geltenden Rauchverbots auf die Südtiroler Betriebe interessiert.

Darüber hinaus unterbreiteten die Verbände dem Europaparlamentarier Michl Ebner ihre Anliegen insbesondere in Zusammenhang mit EU-Hygienerichtlinien und dem Thema Hoteleinstufungen. Mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA), dem Hotelverband Deutschland (IHA), den Fachverbänden für Hotellerie und Gastronomie der WKÖ, der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), der Schweizer Hoteliervereinigung (hotellerie suisse) sowie der Schweizer Gastronomievereinigung (Gastrosuisse) waren die führenden Branchenverbände in Südtirol vertreten.

Ein weiterer Diskussionspunkt war der Initiativantrag eines EU-Parlamentariers auf eine vereinheitlichte, europaweite Hotelklassifizierung. In diese Richtung gab es schon in den letzten Jahren immer wieder Vorstöße von verschiedenster Seite. "Verstärkte Transparenz mag zwar auf den ersten Blick als sinnvolle Zielsetzung erscheinen, ist aber in der Praxis nicht umsetzbar", zeigte sich HGV-Präsident Walter Meister überzeugt. Zu verschieden seien die strukturellen und klimatischen Rahmenbedingungen in den einzelnen Ländern,. Wenn überhaupt, könnte man sich immer nur auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen. Allein zwischen der Qualität eines 4-Sterne-Betriebes in Südtirol und jener eines gleich eingestuften Betriebes beispielsweise an der Adria "liegen Welten", so Meister. Dennoch können die Merkmale des Betriebes an der Adria den dort vom Gast erwarteten Ansprüchen durchaus genüge tun.

Sowohl hinsichtlich des anwendbaren Rechts bei Gastbetrieben als auch bei den EU-Hygienerichtlinien und im Zusammenhang mit den Hoteleinstufungen sicherte der Europaparlamentarier zu, sich bei den zuständigen Gremien in Brüssel für die Anliegen der Verbände des deutschen Sprachraumes einzusetzen. Darüber hinaus werden auch die einzelnen Verbände bei den eigenen Regierungen die entsprechenden Initiativen forcieren, heißt es abschließend in einer Pressaussendung des HGV.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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