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Hotellerie gibt Sommer nicht verloren

29.07.2005

Eine von der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) unter ihren rund 1.000 Mitgliedsbetrieben durchgeführte Umfrage zeigt, dass die Hotellerie zur Mitte der Sommersaison das Produkt Österreich nicht verloren gibt.

Die ÖHV rechnet für diesen Sommer (Mai bis Oktober) mit einer Zunahme der Ankünfte, durch den Rückgang der Aufenthaltsdauer wird im Vergleich zum Vorjahr aber ein Rückgang der Nächtigungen erwartet. Beim Umsatz hält die ÖHV aufgrund der positiven Entwicklung der 5- und 4-Sterne Betriebe eine Steigerung von 1 – 2 % für realistisch. Es besteht aber weiterhin Handlungsbedarf, um die Marktanteile zu sichern.

Das ÖHV-Inside Nächtigungs- bzw. Stimmungsbarometer steht im Bundesschnitt knapp unter Null. Das Barometer bildet die Ergebnisse der neuen ÖHV-Inside Internetumfrage ab, mit der die Einschätzung des Nächtigungsergebnisses dieser Sommersaison im Vergleich zum Vorjahr abgefragt wurde. Am obersten Ende der Skala steht eine Nächtigungssteigerung von über 5 %, das untere Ende entspricht einem Nächtigungsrückgang von über 5 %.

Die Detailergebnisse zeigen, dass sich die Betriebe nicht über einen Kamm scheren lassen: Die Hälfte der Hoteliers, die sich an der Befragung beteiligt haben, rechnen für diese Sommersaison mit einem Rückgang der Nächtigungen. 18 % glauben, dass sich im Vergleich zum Vorjahr keine wesentlichen Veränderungen ergeben werden, und knapp ein Drittel erwartet eine Nächtigungssteigerung.

Aufwärtstrend der 5- und 4-Sterne Hotellerie bringt Umsatzsteigerung
„Auch wenn die Nächtigungen in dieser Sommersaison, wie von unseren Mitgliedern prognostiziert, leicht zurückgehen, ist mit einer Umsatzsteigerung von 1 bis 2 % zu rechnen“, erklärt ÖHV-Generalsekretär Thomas Reisenzahn. „Denn die Gäste checken vermehrt in Fünf- und Vier-Sterne Betrieben ein.“ Im ersten Halbjahr 2005 sind in diesem Segment die Nächtigungen trotz sinkender Aufenthaltsdauer um 5,5 % gestiegen. Das bedeutet auch eine höhere Wertschöpfung.

Burgenland vorsichtig optimistisch
Das Burgenland gibt sich vorsichtig optimistisch. Die Thermen haben vom regnerischen Sommerbeginn profitiert. Die Anzeige des Barometers steht daher knapp über der Null-Grad Marke. Zu beachten ist jedoch, dass die Erträge unter dem aktuellen Preiskampf leiden.

Kärnten will in der zweiten Saisonhälfte aufholen
Trotz Verlusten in der ersten Saisonhälfte (-9,8 % im Juni) zeigt der Durchschnittswert der Kärntner Prognosen für die gesamte Saison keinen erwähnenswerten Nächtigungsrückgang. Die Stimmen der einzelnen Betriebe gehen aber weit auseinander. Regionsunabhängig rechnen manche Betriebe mit Steigerungen von über 5 %, andere fürchten schwere Verluste. Optimistisch dürfen vor allem jene Betriebe sein, die sich durch Spezialisierung genau auf ihre Zielgruppe eingestellt haben.

Oberösterreich befürchtet Nächtigungsrückgang
Die oberösterreichischen Hoteliers, die sich an der ÖHV-Inside Umfrage beteiligt haben, können den Optimismus von Oberösterreich Tourismus nicht teilen. Von ihnen rechnet niemand mit Nächtigungssteigerungen. Vor allem für das Salzkammergut ist es wichtig, dass neue wetterunabhängige Angebote geschaffen werden und die vorhandenen Angebote besser vernetzt werden.

Niederösterreich: keine Änderungen zum Vorjahr erwartet
Die Nächtigungszahlen aus Niederösterreich entsprechen in der ersten Saisonhälfte jenen des Vorjahres und diese Tendenz wird sich aus Sicht der niederösterreichischen ÖHV-Hoteliers fortsetzen. Durch ein gutes Kultur- und Weinreisegeschäft könnte Niederösterreich im Spätsommer aber noch einmal zulegen, denn der Sommer verlagert sich generell zeitlich immer weiter nach hinten.

Salzburg möchte Nächtigungsstand des Vorjahres halten
Der Mittelwert aus Salzburg liegt bei Null, d.h. es werden insgesamt bei den Nächtigungen keine Veränderungen zum Vorjahr erwartet. Wie in Kärnten zeigen die Stimmen der einzelnen Betriebe aber ein sehr differenziertes Bild. Von den neuen Gästen, die mit Low Cost Carriern ins Land kommen, profitiert vor allem die Fünf- und Vier-Sterne Hotellerie, die ein Drittel dieser Gäste beherbergt.

Kühle Stimmung in der Steiermark
In der Steiermark mussten die Hoteliers im Mai und Juni bereits Nächtigungsrückgänge von 3,2 % (Mai) bzw. 2,2 % (Juni) hinnehmen. Für die gesamte Sommersaison erwarten die steirischen Hoteliers einen Nächtigungsrückgang von 4 – 5 %.

Tirol rechnet aufgrund sinkender Aufenthaltsdauer mit leichtem Minus
Der von den Tiroler ÖHV-Betrieben prognostizierte leichte Rückgang der Nächtigungen hängt einerseits mit dem Ausbleiben deutscher Gäste und andererseits mit der sinkenden Aufenthaltsdauer zusammen. Diese fiel von durchschnittlich 5,1 Tagen im Jahr 1994 auf 4,6 Tage im Jahr 2004 und führte in diesem Zeitraum zu einem Nächtigungsrückgang von 2,7 %.

Vorarlberg prognostiziert Verlust von bis zu 3 %
Im Ländle macht man sich auf Einbrüche von bis zu 3 % gefasst. Um dem Vorarlberger Tourismus neue Impulse zu geben, empfiehlt die ÖHV-Vorarlberg unter anderem, die touristische Dienstleistungskette zu schließen. Dazu gehören bessere öffentliche Verkehrsverbindungen vom und zum Flughafen Friedrichshafen.

Hoch in Wien: bis zu 3 % mehr Nächtigungen erwartet
Die Nächtigungszahlen des ersten Halbjahres (+ 2 %) lassen Wien auf ein Rekordjahr hoffen. Der Optimismus der Wiener ÖHV-Hoteliers in Bezug auf die heurige Sommersaison dürfte daher nicht überzogen sein: Es werden bis zu 3 % mehr Nächtigungen als im Sommer des Vorjahrs erwartet. Die Bundeshauptstadt profitiert vor allem von den 7 Low Cost Carriern und den damit verbundenen internationalen Gästen. Aufgrund der gestiegenen Zahl der Betten in der 5- und 4-Sterne Hotellerie ist in diesem Segment die Auslastung seit dem Jahr 2000 aber kaum gestiegen.

Maßnahmen zur Sicherung der Marktanteile notwendig
Auch wenn die ÖHV-Hoteliers im Bundesschnitt mit keinen schweren Nächtigungsverlusten rechnen, besteht weiterhin Handlungsbedarf, um die Marktanteile zu sichern. Es kommen zwar immer mehr Gäste in unser Land, diese bleiben aber kürzer und sie stehen gesteigerten Kapazitäten der Betriebe – vor allem im oberen Segment – gegenüber. Dadurch drohen Auslastung und Wertschöpfung zu sinken. Die ÖHV fordert daher für den Sommer Erste-Hilfe-Maßnahmen. Dazu gehören ein österreichweiter Tourismus-Masterplan, eine an die Internationalisierung zweckgebundene Erhöhung des Budgets der Österreich Werbung um jährlich 10 Millionen Euro und die Schaffung neuer Angebote für junge Zielgruppen.

Die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) vertritt die Interessen von rund 1.000 führenden Betrieben der Ferien-, Konzern-, und Stadthotellerie. Die ÖHV will den Tourismusstandort Österreich stärken. Das ehrgeizige Ziel: Bis zum Jahr 2010 die jährlichen Nächtigungszahlen um 20 Prozent auf 140 Millionen - mit zusätzlicher Wertschöpfung - zu steigern.

www.oehv.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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