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Hotellerie ist kein Preistreiber

01.07.2008

"Wer die Schuld für die Rekord-Inflation der vergangenen Monate jetzt der Hotellerie zuschieben zu will, lenkt von den wahren Preistreibern ab", hält Thomas Reisenzahn, Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) anlässlich der Aussagen zu den aktuell veröffentlichten Inflationsdaten fest.

"Jeder spürt die steigenden Sprit-, Lebensmittel- und Energiekosten im eigenen Börsel. Dass dafür jetzt wegen einmaliger Spitzenpreise während der EM die Hotellerie herhalten muss, soll wohl von den wahren Preistreibern ablenken! Die Gewichtung der Beherbergungsbetriebe im Verbraucherpreisindex liegt bei gerade einmal 1,3%." Die Zimmer in den Host Cities seien nur an wenigen Spieltagen gut belegt gewesen, dazwischen wären viele Zimmer nicht einmal zu Dumping-Preisen zu vermieten gewesen. In die Berechnung der Inflationsrate sind aber ganz offensichtlich nur vereinzelte Höchstpreise eingeflossen", so Reisenzahn. Selbst in den Host Cities sei die Auslastung zurückgegangen, insgesamt wird mit einem Rückgang von bis zu 20 % im Juni gerechnet. "Wären die Preise tatsächlich so gestiegen, wären mehr Zimmer leer gestanden", so Reisenzahn.

Hotellerie ist vielmehr Opfer der Preisteigerungen

Zu überdenken sei die Gewichtung der Hotellerie bei der Berechnung der Inflationsrate. Gezahlt hätten die Spitzenpreise nämlich in erster Linie ausländische Gäste: "Mit dem für jeden Österreicher spürbaren Inflationsanstieg hat das nicht zu tun", hält Reisenzahn unmissverständlich fest. Die Annahme, dass die Zimmerpreise nach der EM auf einem höheren Niveau bleiben, entbehre jeder Grundlage. Im internationalen Vergleich liege Wien im Jahr 2007 mit einem durchschnittlichen Zimmerpreis von 130 Euro und einer Steigerung von 6 Prozent im Jahresvergleich hotels.com zufolge weit abgeschlagen: Moskau verzeichnete bei einem durchschnittlichen Zimmerpreis von 283 Euro ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr, London bei 168 Euro ein Plus von 15 Prozent, Paris bei 144 Euro ein Plus von 9 Prozent. Österreichs Hotellerie sei nicht Schuldiger, sondern vielmehr Opfer der Preisanstiege: "Österreichs Hoteliers wollen die Preissteigerungen trotz massiver Belastungen bei Energie, Lebensmittel und Mitarbeitern nicht an die Gäste weitergeben. Vor dem Hintergrund des starken internationalen Wettbewerbsdrucks können sie das gar nicht", hält Reisenzahn fest.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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