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Klaus Ennemoser, Obmann des FV Hotellerie der WKÖ: "Innerhalb der Hotelstars Union-Mitgliedsländer wird die Top-Qualität unseres Angebots bestätigt".

Hotellerie schlägt sich Online unter ihrem Wert

08.02.2012

Wien. Klaus Ennemoser, Obmann des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich, ist davon überzeugt, dass eigene Buchungsseiten und langfristige Strategien der Hoteliers gegen die Marktmacht der Onlineportale helfen.

Der Widerstand gegen die Provisionserhöhungen und Änderungen der "Allgemeinen Geschäftsbedingungen" seitens der HRS-Gruppe zeigt gleich mehrere aktuelle Schwachstellen rund um das Hotellerieangebot im Internet. Erstens wird die Marktstellung gegenwärtig starker Buchungsplattformen sowohl bei den Preisen als auch Geschäftsbedingungen auf Kosten der Beherbergungsbetriebe ausgereizt, zweitens bestehen in der Branche nach wie vor Missverständnisse und Unklarheiten über das Potential der neuen Medien, und drittens schlägt sich die Hotellerie weit unter ihrem Wert. So die Ansicht von Klaus Ennemoser, Obmann des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), der in erster Linie bei den letzten beiden Punkten Handeln will.

 

Eigener Internetauftritt wesentlich

"Der Hotelier hat die Dienstleistungshoheit über sein Produkt. Setzt er diese - vor allem auch im Internet - intelligent ein, dann geht alles Hand in Hand mit der Preishoheit. Das Problem der Marktmacht einzelner Buchungsplattformen ist entstanden, weil Hoteliers vor allem im Mittelstand die Möglichkeiten eines eigenen Internetauftrittes kombiniert mit einer eigenen Buchungsseite verkannt haben. Das Internet ist schnelllebig. Wertschöpfungsketten können sich innerhalb einer kurzen Zeitspanne zur Gänze wieder drehen. Dieser Dynamik darf sich die Hotellerie mit ihrer Standortgebundenheit und Infrastrukturabhängigkeit nicht unterwerfen. Hier sind mittel- und langfristige Strategien gefragt."

 

HRS greift in Entscheidungen ein

Es gibt aber auch seitens des Fachverbandes Kritik an der HRS-Vorgangsweise. Vielmehr als die Provisionsanhebung von 12 auf 15 Prozent irritieren neben substantiellen Neuerungen und Änderungen bei den "Allgemeinen Geschäftsbedingungen" die Best-Preis-Garantie und Garantie bezüglich Verfügbarkeit. "Hier greift HRS in die unternehmerische Entscheidung jedes einzelnen Hoteliers ein. Autofahren mit mehr als einem Chauffeur am Steuer funktioniert nicht". Der Obmann sieht aktuell unternehmerische Fehlentscheidungen bei HRS: Der Imageschaden in der Branche ist mit der nunmehrigen Provisionserhöhung von 25 Prozent nicht mehr wettzumachen. Außerdem stellen die geplanten Änderungen der "Allgemeinen Geschäftsbedingungen" einen klaren Verstoß gegen die HOTREC-Richtlinie über "Eckpunkte fairen Verhaltens von Hotel- und Buchungsportalen" dar.

 

Gespräche mit anderen Anbietern

In den USA und Deutschland gibt es bereits Internettools, die die Produkt- und Preishoheit des Hoteliers im Internet stärken und damit den Spieß wieder umdrehen. Der Fachverband Hotellerie führt mit solchen Anbietern Kooperationsgespräche. Ennemoser: "Wettbewerb hat auch immer eine zerstörerische Kraft. Für den einzelnen Hotelier ist wichtig, dass er stets die mittel- und langfristigen Auswirkungen seiner Entscheidungen vor Augen hat." Hier wird der Fachverband verstärkt informieren und Lösungen anbieten. Der Klagsweg über die Wettbewerbsbehörde kann dagegen in eine Sackgasse führen. Auch der Ruf nach einer nationalen Buchungsplattform wird zu keiner Besserung führen, solange diese nicht den Fokus auf eine Stärkung der Vertriebs- und Marketingkanäle für Hotels legt. In erster Linie müsse das Bewusstsein und das Know-how jedes einzelnen Beherbergers im Umgang mit den neuen Medien unterstützt werden. Der Fachverband Hotellerie tritt für Branchen-Empowerment anstelle von Skandalisierung ausgereizter Geschäftspraktiken ein. In diesem Zusammenhang erinnert Ennemoser an die gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend sowie dem Fachverband publizierte Broschüre "Facebook, Twitter & Co. - Erfolgreiches Online-Marketing in der Hotellerie".

 

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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