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Hotels im Eigentum bringen zu wenig

31.05.2005

Internationale Hotelketten konzentrieren sich vermehrt aufs Management von Hotels und trennen sich von ihren Immobilien. Die Erlöse werden vielfach zur rascheren Expansion im Budget-Segment genutzt.

Dass Inhaber und Betreiber eines Hotels nicht immer gleich lauten, ist bei internationalen Hotelketten bekanntlich keine Neuigkeit.
Neu ist allerdings die Rasanz, mit der sich in den letzten Monaten internationale Hotelketten von den noch in ihrem Besitz verbliebenen Immobilien trennen. Laut einem Bericht des britischen Economist plant die englische Whitbread-Gruppe, 46 ihrer Marriott-Hotels in den nächsten zwei Jahren um mindestens 1,6 Mrd. Euro an den Mann zu bringen.

Die britische Hilton-Group, die sämtliche Hilton-Hotels außerhalb der USA betreibt, hat in den vergangenen zwei Jahren 21 Häuser verkauft und besitzt nur noch 64 der 403 Hilton-Hotels. Laut Economist will sich Hilton noch von weiteren Häusern trennen.
InterContinental Hotels mit den Marken Crown Plaza und Holiday Inn hat vor einem Monat angekündigt, durch den Verkauf von 73 Hotels in Großbritannien mehr als 1,4 Mrd. Euro erlösen zu wollen. Bis Juli 2006 sollen insgesamt 121 Hotels verkauft sein.
Erst verkaufen, dann mieten
Hinter dieser strategischen Neuausrichtung der Ketten, steht die Überlegung, dass die eigene Kernkompetenz im Managen von Hotels und nicht in der Verwaltung von Immobilienbesitz liegt.
Mit dem Erlös der Verkäufe verfolgen die Ketten unterschiedliche Ziele.
InterContinental Hotels und Hilton wollen einen substantiellen Anteil der Erlöse an ihre Aktionäre zurückgeben bzw. Schulden weiter verringern.

Whitbread hingegen will mit den erwarteten 1,6 Mrd. Euro nicht nur Schulden verringern, den Pensionsfonds des Unternehmens besser dotieren und eine erhöhte Dividende ausbezahlen. Es ist auch eine rasche Expansion im Budget-Bereich geplant, wo Whitbread mit der Marke Premier Travel Inn operiert.
Auch die börsenotierende französische Hotelkette Accor hat sich im vergangenen Jahr von einigen im Eigentum der Gruppe befindlichen Top-Häusern getrennt und plant eine weitere Verringerung des Immobilienbesitzes.

Laut Pressemitteilung plant Accor, dass bereits nächstes Jahr 75% der Sofitel-Häuser nur mehr gemanagt und nicht mehr besessen werden. Derzeit liegt der Anteil noch bei 60%. Dadurch sollen 250 Mio. Euro herein kommen, die Accor für eine weitere Expansion im Budget-Bereich nutzen will.

Im Budget-Bereich erzielt Accor im Gegensatz zum Luxus-Segment auch mit dem Besitz der jeweiligen Immobilie sehr zufrieden stellende Renditen. Deshalb tritt Accor bei den meisten neuen Budget-Hotels in Europa und Übersee nach wie vor als Projekt-Entwickler und Eigentümer auf.

Vor allem in Süd- und Mitteleuropa sowie in Russland sieht Accor noch viel Platz für effiziente Budget-Hotels.
Und dann ist da natürlich noch China. Accor ist hier zwar bereits massiv vertreten, hat sich aber bisher vor allem auf internationale Geschäftsleute und Touristen konzentriert.

Aufgrund des anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwungs und des Entstehens einer chinesischen Mittelklasse will Accor hier in Zukunft verstärkt auf seine Budget-Marke Ibis setzen. Derzeit gibt es erst ein Ibis-Hotel in China, bis 2010 sollen es bereits 50 sein.
Finanziert soll diese Expansion zu einem guten Teil aus dem Verkaufserlös von Top-Häusern (Sofitel) in Europa werden.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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