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Hotelsterne für Israel

19.12.2016

Nach schlechten Erfahrungen kehrt die israelische Hotellerie zur Sterne-Klassifizierung zurück und orientiert sich am bewährten System der Hotelstars Union.

Israel hat sich 2013 dazu entschlossen, ein Klassifizierungssystem analog zu jenem der Hotelstars Union (HSU) einzuführen. Damit soll sichergestellt werden, dass die israelischen Hotels ein international etabliertes, einheitliches und vergleichbares Rating erhalten. Israelische Hotels waren schon einmal – nach einem eigenen System – klassifiziert; dieses hatte man vor 25 Jahren abgeschafft. In den folgenden Jahren hatte sich die israelische Hotellerie sehr widersprüchlich und für den Kunden verwirrend am Markt präsentiert. Jedes Hotel hatte sich nach seinem Gutdünken selbst „klassifiziert“, was für die Gäste keine Vergleichbarkeit mit sich brachte. 

Hotels, die auf Basis des HSU-Kriterienkatalogs klassifiziert sind, entsprechen in der jeweiligen Kategorie einander zu 100 %. Der Kriterienkatalog beinhaltet 270 Kriterien, die in allen 16 HSU-Ländern gleichermaßen gelten. 

Sterne noch zeitgemäß? 

In Zeiten von TripAdvisor und Co wird oft über die Sinnhaftigkeit von Sternen diskutiert. Während die Kunden auf TripAdvisor Hotels bewerten, werden Hotels durch das Sterne-System klassifiziert. Das ist ein kleiner, aber feiner Unterschied. Der einzig objektive Vergleichsmaßstab ist die Klassifizierung. Ein Punkt (Stern) auf TripAdvisor bedeutet „ungenügend“, während ein Stern nach den HSU-Kriterien ein schlichtes, aber sauberes Hotel beschreibt, welches einfachen Ansprüchen genügt, also keineswegs ungenügend ist. Stellen Sie sich vor, Sie verbringen einen lustig-ausgelassenen Abend in einer Hütte und schlafen auf Matratzen; weil’s so nett war, geben Sie anschließend dieser Hütte fünf Punkte bei TripAdvisor. In der Klassifizierung hätte diese Beherbergungsstätte nicht einmal einen Stern erreicht. 

Die Klassifizierung stellt objektive Kriterien zur Verfügung. Gerade durch das verstärkte Aufkommen von Bewertungsportalen ist eine objektive Klassifizierung wichtiger denn je. Denn die Sterne dienen dem Gast als Orientierung dafür, was er erwarten darf. 

Sterne als Marke der KMU  

Das Klassifizierungssystem, welches in Israel eingeführt wurde, basiert auf dem Kriterienkatalog der HSU. Speziell für die israelischen Hotels wurden ein paar nichtrele-vante Kriterien gestrichen und wiederum andere hinzugefügt. So braucht es beispielsweise in Israel keine Heizung und keinen Handtuchwärmer, dafür wurden Gebetsräumlichkeiten und Sicherheitsmitarbeiter in den Katalog aufgenommen. Sonst entsprechen die Kriterien voll und ganz jenen, die der Hotelgast auch von Europa kennt und schätzt.

Internationale Hotelketten haben mehr oder weniger ihre eigenen Qualitätsstandards für ihre Markenwelten entwickelt und setzen diese ein. Diese Qualitätsverlässlichkeit honoriert der Hotelgast mit seinem Vertrauen. Der überwiegende Teil der Hotels sind jedoch KMU-Betriebe, und für diese KMU-Hotellerie ist die Klassifizierung ein äußerst wichtiges Qualitätsinstrument für den Bau und den Betrieb ihrer Hotels. Damit sind auch sie untereinander vergleichbar. Die Hotelklassifizierung ist eine wichtige internationale Marke für die Privathotellerie. 

Die Einführung eines neuen Systems wirft Fragen auf und birgt auch den einen oder anderen Stolperstein in sich. So mussten Hoteliers und die Inspektoren vor Ort gleichermaßen auf den „Look and Feel“ eines ordentlichen Hotels, in dem alles fehlerfrei funktioniert und das einen entsprechenden Gesamteindruck vermittelt, hingeführt werden. Diese drei Basiskriterien sind die entscheidende Eintrittsschwelle, dass ein Hotel – egal welcher Sterne-Kategorie – überhaupt klassifiziert werden kann. 

Problem Boutique-Hotels 

Am israelischen Hotelmarkt gibt es relativ viele Boutique-Hotels. Für dieses spezielle Hotelsegment entwickelt die Ennemoser Wirtschaftsberatung einen eigenen Kriterienkatalog. Israelische Boutique-Hotels sind schwer zu definieren, am ehesten können sie mit unseren Garni-Hotels, Hotels ohne Restaurant-Angebot, verglichen werden. Die Herausforderung bei den Boutique-Hotels ist, das „Flair“ zu definieren und die Inspektoren darauf zu eichen. Nicht jedes Hotel, welches vielleicht ein paar alte Möbel neu arrangiert und sich selbst Boutique-Hotel nennt, ist auch ein solches. 
Bislang wurden circa 70 Hotels von rund 370 Betrieben evaluiert, und rund 60 haben auch die begehrten Sterne erhalten. Der Rest muss noch nachbessern. Binnen der nächsten Monate sollen 100 israelische Hotels klassifiziert sein. Insgesamt läuft die erste Projektphase bis Oktober 2018. Wir sind überzeugt, dass sich mehr und mehr Hotels dem System anschließen und am Erfolg der Hotelsterne teilhaben werden. Geplant ist eine Website, auf der alle israelischen Hotels zu finden sein werden und wo die mit Sternen klassifizierten Hotels über einen Link auf deren Homepage direkt gebucht werden können. 

Text: Klaus Ennemoser

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