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Hütet Euch vor Preisschleuderei!

23.09.2010

Landeshauptmann Günther Platter ließ beim Tiroler Tourismustag aufhorchen. Bei Betriebs­übergaben soll es für junge Hoteliers und Gastwirte Erleichterungen geben

Josef Hackl, Siegfried Egger und Harald Ultsch kamen mit „Glücksbringern“ zum Tiroler Tourismustag

Mehr als dreihundert Tiroler Touristiker waren anlässlich des Tages der Tiroler Tourismuswirtschaft im Rahmen der Gastronomiefachmesse fafga in den Innsbrucker Messesaal gekommen. Jährlich mit Spannung erwartet wird dort nämlich die Rede von Landeshauptmann Günther Platter. Einläutend lobte Spartenobmann Harald Ultsch, dass es dem Tiroler Tourismus gelungen sei, trotz Wirtschaftskrise auf hohem Niveau weiterzuarbeiten. „Trotz der negativen Voraussetzungen ist das ein sehr erfreuliches Ergebnis“, so Ultsch. Seinen Mitgliedern legte Ultsch aber auch die Rute ins Fenster und forderte ein höheres Selbstwertgefühl von den Tiroler Hoteliers ein. „Hütet euch davor, auch im Winter die Zimmerpreise zu verschleudern. Kennenlern-Angebote für 99 Euro im Winter sind gefährlich. Diesen Preis will der Gast auch haben, wenn er das nächste Mal wieder zum Skifahren nach Tirol kommt.“

Landeshauptmann Günther Platter bezeichnete den Tiroler Tourismus gar als „Fels in der Brandung“ in Zeiten der Krise. „Trotz Wirtschaftskrise hat der Tourismus in Tirol weiter funktioniert. Es ist gut gelaufen. Der Tourismus hat gezeigt, wie es geht. Auch für die Zukunft zeigte sich Tirols oberster Tourismusreferent vorsichtig optimistisch. „Deutschland hat ein prognostiziertes Wirtschaftswachstum von drei Prozent. Das ist wichtig. Wir brauchen den deutschen Gast. Die Wirtschaft in Österreich wird dieses Jahr um zwei Prozent wachsen. Auch das ist Grund für Optimismus. Wir müssen jetzt strategische Ziele setzen. Wäre ich eine Rating-Agentur, würde ich dem heimischen Tourismus ein Triple-A attestieren“, so Platter.

Triple-A für Tiroler Tourismus
Für den Landeshauptmann stehen nämlich drei wichtige touristische Komponenten im Vordergrund. Das sind die Begriffe Alpendimension, Arbeitsmarkt und Angebot. „Wir stehen im knallharten Wettbewerb mit Strand und Meer. Weltweit steigt der Tourismus, in Europa stagniert er. In den Alpen gibt es sogar ein leichtes Minus. Wir müssen den Menschen näher bringen, was für ein schönes Urlaubsgebiet die Alpen sind.“ Platter lobte in diesem Zusammenhang den Mut der Tiroler Touristiker eine Initiative, wie es die Alpenmesse theALPS ist, auf die Beine zu stellen. „Es schadet ja wirklich nicht, wenn von Tirol neue Ideen ausstrahlen.“ Wichtig aber ist, so Platter weiter, dass sich die Alpen künftig als Makro-Region darstellen. „Der Donauraum macht das bereits und hat dazu alle Eingaben bei der Europäischen Union gemacht. Das müssen wir auch tun. Ich sehe die Positionierung der Alpen als Zukunftsthema.“

Mit Nasenring durchs Parlament
Bezogen auf das Thema Arbeitsmarkt nahm sich Tirols Landeshauptmann kein Blatt vor den Mund. „Ich kenne die politische Debatte. Wenn es um Zustimmung bei den Saisoniers geht, wird der betreffende Minister mit dem Nasenring durchs Parlament gezogen. Bei der Saisoniervergabe darf es keine Sonntagsreden geben. Wer seine Zustimmung geben will, muss dies auch bei der politischen Abstimmung ganz klar bekennen.“ Es müsse aber auch im Interesse der Unternehmer sein, bei den jungen Leuten wieder das Interesse für eine Karriere im Tourismus zu wecken.

Die aktuelle Glücksbringer-Kampagne der Tourismussparte zur Steigerung des Images von Tourismusberufen hält Platter für eine positive Initiative, der Landeshauptmann will aber auch direkt bei den Unternehmern ansetzen. „Was bei den Betriebsübergaben passiert, ist ein Wahnsinn. Jungen Leuten, die den elterlichen Betrieb übernehmen, wird nichts erleichtert, sondern alles nur erschwert. Die erste Post kommt vom Finanzamt. Hier werden wir uns genau anschauen müssen, welche gesetzlichen Regelungen auf Bundes- wie auf Landesebene adaptiert werden können. Das möchte ich gemeinsam mit der Wirtschaftskammer angehen.“

Das touristische Angebot in Tirol sieht Platter als hervorragend und zukunftsreich. Bei der touristischen Infrastruktur und Freizeiteinrichtungen müsse man aber schon schauen, dass das Konkurrenzdenken in den Gemeinden aufhört. „Wir werden uns nicht in jeder Gemeinde weiterhin alles leisten können. Dafür fehlen einfach die finanziellen Mittel.“ Platter empfiehlt den Gemeinden, darüber nachzudenken, bei Infrastrukturprojekten mehr darauf zu achten, ob sie sich als Klotz am Bein entpuppen. Und wenn sie das sind, darüber nachzudenken, was zu tun ist mit dem Klotz am Bein. „Wir werden uns das künftig genau anschauen, wenn es um Landesförderungen geht. Es muss nicht jede Gemeinde das gleiche Angebot haben.“

Barbara Egger

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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