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Im Andenken an den Burgundermacher

04.10.2012

Johann Reinisch hat mit seinem Weingut Johanneshof den Ehrentitel „Burgundermacher" erlangt. Drei Jahre nach seinem Tod präsentierte Sohn Hannes sein vinophiles Erbe in Golling

Hannes Reinisch mit Hermann Döller beim Galadinner in den Genusswelten

In der Thermenregion hat der Winzer Johann Reinisch mit den Sorten St. Laurent und Pinot Noir österreichische Weingeschichte geschrieben, bis ihn ein tragischer Unfall vor drei Jahren aus dem Leben riss. Sein Sohn Hannes Reinisch – der gemeinsam mit seinen Bürdern Christian und Michael den Betrieb weiterführt – präsentierte in Döllerer’s Enoteca das Vermächtnis seines Vaters.

Ein Pionier mit Weitblick

Johann Reinisch (1952–2009) trug Zeit seines Lebens den Ehrentitel „Der Burgundermacher". Es gelingt nur wenigen Winzern außerhalb des Burgunds, aus der launischen Rebsorte Pinot Noir regelmäßig große Weine zu keltern.

Ähnlich anspruchsvoll gibt sich auch die Rebsorte St. Laurent, die ebenfalls aus der Burgunderfamilie stammt.

Schon 1991, als Hermann Döllerer gerade dabei war, sein Weinhandelsgeschäft aufzubauen, entschied er sich, die Weine vom Johanneshof Reinisch aus Tattendorf in sein Sortiment aufzunehmen. „Pinot Noir und St. Laurent lagen damals wirklich nicht im Trend, aber die Weine von Johann Reinisch haben mich auf Anhieb begeistert, und sie tun es heute noch", erklärte Hermann Döllerer bei der Verkostung. Hannes Reinisch präsentierte fünf Verkostungsfligths mit jeweils fünf Weinen aus verschiedenen Jahrgängen. Die ersten beiden Flights waren den Weißweinsorten Rotgipfler/Zierfandler bzw. Chardonnay gewidmet, der letzte den Bordeaux-Rebsorten Cabernet Sauvignon und Merlot. Der Höhepunkt der Degustation waren jedoch die Flights drei und vier, die sich dem Pinot Noir und dem St. Laurent widmeten. Beim Pinot Noir spannte Hannes Reinisch den Bogen von 1989 bis zum aktuellen Jahrgang 2010. Aus der hochkarätigen Serie stachen der Pinot Noir Grande Reserve 2002 und die neue Lage Kästenberg (Jahrgang 2008) noch heraus.

Unglaublich auch, was für ein Reifepotenzial der St. Laurent zeigte. Hier kamen die Jahrgänge 1994, 1997, 1999, 2001 und 2009 zur Verkostung. Auch die reiferen Weine aus den 1990er-Jahren brillierten noch mit einer knackigen Frische, komplexen Würzaromen und einer unglaublich dichten Farbe. Sie scheinen noch Power für viele weitere Jahre zu haben. Das absolute Highlight der Verkos­tung war jedoch der St. Laurent Grande Reserve 2001, ein in jeder Hinsicht großer Wein: mit perfekter Balance, würzig und knackig am Gaumen mit einer komplexen Struktur, die diesen Wein trotz aller Power sehr elegant wirken lässt.

Spannendes Abendprogramm

Beim Galamenü in Döllerer’s Genusswelten, das sich auch „Kaiser" Franz Beckenbauer nicht entgehen ließ, zeigte Hannes Reinisch, wie vielfältig das Weinangebot vom Johanneshof Reinisch ist. Als Aperitif gab es einen Pinot-Noir-Sekt, zum Bluntautallachs wurde ein kräftiger Chardonnay Lorres 2009 gereicht. Zur Taube kredenzte man zwei verschiedene Pinot Noirs (2010 und 1992) und dem Rauriser Reh wurden zwei St. Laurents (2000 und 2007) zur Seite gestellt. Ein besonderes sensorisches Erlebnis war das warme Bergkäse-Dessert, das von einem kräftigen Rotgipfler 2007 begleitet wurde.

Dass sich die Reinischs auch aufs Süßweinmachen verstehen, wurde mit einer Trockenbeerenauslese vom Rotgipfler eindrucksvoll bewiesen.

Wolfgang Schedelberger

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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