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Im Auge des digitalen Wandels

18.10.2018

Kunden bringen in der digitalen Welt immer weniger Aufmerksamkeit auf. Strategien, um damit umzugehen, gab es beim Brennpunkt E-Tourism. Plus: Die Agenda Austria zeigt Auswirkungen der digitalen Entwicklung auf.

Die Digitalisierung schreitet voran und wird unsere Welt noch  viel mehr prägen als heute schon. Vor allem auch den Tourismus.  Auch hier werden Jobs wegfallen und neue entstehen. Die Agenda  Austria hat in einem Dossier Chancen und Risiken des digitalen  Zeitalters analysiert. Hier ein paar Auszüge. Und hier gibt’s die ganze Studie: digitalisierung.agenda-austria.at/abschnitt/2-arbeit

Sie wollen von der „Digitalisierung“ nichts mehr hören? Der Hype um neue Technologien ist doch manchmal nicht mehr als ein Rohrkrepierer? Das stimmt, oft. Könnte auch eine bequeme, aber verständliche Ausrede sein. Das hat man aber auch schon übers Telefon, das Kino oder den Computer gesagt. Der sogenannte „Gartner Hype Cycle“ zeigt auf, wie Technologien nach ihrer Einführung eine Phase des Enthusiasmus und der Ernüchterung erleben, bis sie ins ruhige Gewässer der Produktivität einbiegen.

Etablierte Technologie

Im Bereich der Digitalisierung kommt Virtual Reality gerade aus dem Tal der Ernüchterung. Insgesamt ist der extreme Hype um die Digitalisierung abgeflaut, es wird also weniger darüber (etwa Online-Buchungen der Kunden) geredet. Aber nicht darum, weil es keine Rolle spielt, sondern weil diese Technologien bereits etabliert und Standard sind. 

Noch befindet sich die gesamte Branche mitten im digitalen Wandlungsprozess. Was der wirtschaftsliberale Thinktank „Agenda Austria“ zum Anlass nahm, eine Studie über den Status und die Chancen der Digitalisierung zu erstellen und dabei etwa den künftigen Bedarf ganz neuer Berufsgruppen prophezeit. Mit den digitalen Möglichkeiten befasste sich auch der Brennpunkt E-Tourism in Salzburg, der sich heuer dem Thema Bewegtbilder widmete. Von dort nahmen wir folgende Trends mit: 

 

Schnelle Bilder

Ganze acht Sekunden soll die Aufmerksamkeitsspanne bei einem Video betragen. Aber was heißt das für die eigenen Werbevideos, die man auf der Website und/oder auf den Social-Media-Kanälen ausspielt? Wenn man da eine inhaltlich einwandfreie Botschaft anbringen will, muss man eigentlich zaubern können. So kurz wie möglich halten! Im Vergleich: Im Jahr 2010 betrug die Aufmerksamkeitsspanne bei Bewegbildern noch 3 Minuten. 

Schnelle Bilder, by d.nutz

 

Storytelling

Geschichten erzählen gilt fürs Geschriebene und fürs Video gleichermaßen. Gerade wenn die Aufmerksamkeitsspanne kurz ist, gilt es, exakt zu sein. Wie funktioniert Storytelling bei Videos auf der Hotelwebsite? Der Filmprofi Wolfgang Grabs-Schrempf gab am Brennpunkt E-Tourism seine Empfehlungen ab. Es geht um 1) Heldengeschichten, 2) die Pixar-Formel, 3) den Ist-Vision-Kontrast, den Star-Chain-Hook oder die V-Formel. 

Storytelling, by d.nutz

 

Virtuelle Welten

Na, das kennen wir! Ein alter Hut? Zugegeben, das Thema Virtual Reality ist nicht neu. Es ist wahrscheinlich älter, als die meisten glauben. Tatsächlich kreierte 1968 der Harvard-Professor Ivan Sutherland mit dem „Sword of Damocles“ durch ein vor dem Kopf angebrachtes Display eine erste virtuelle Welt – in die der Mensch (sofern einem nicht schlecht wird) eintauchen kann. In den 1990er-Jahren gab es dann die ersten Computerspiele, in denen sich Menschen durch arg pixelnde Grafiken navigieren konnten. So richtig erfolgreich war das alles nicht. Wieso hat Virtual Reality dennoch eine breite Zukunft? Markus Tatzgern von der FH Salzburg erklärt: Weil erst jetzt die Technologie (vor allem die Bildschirme, gepaart mit der Rechenleistung für 3D-Darstellungen) ausgereift und zu einem erschwinglichen Preis verfügbar ist. Wie das heute in der Hotelbranche vonstatten geht, zeigt die Hotelkette Best Western. Dort bietet man seit einiger Zeit in ausgewählten Häusern virtuelle Touren an. Die Buchungsquote sei dadurch gestiegen, heißt es vom Unternehmen. 

Virtuelle Welten, by d.nutz
Anders sein!

Klingt jetzt superleicht, geht in der Praxis aber ans Eingemachte jedes Unternehmens. Anders sein, heißt nämlich letztlich nichts anderes als: innovativ sein! Andreas Gall vom Red Bull Media House erzählte in seiner Keynote nicht nur, wie cool Red Bull ist, sondern gab auch Einblicke in die Innovationsprozesse seines Unternehmens. Er rief auf, einfach mal zu probieren. Etwa Prototypen herstellen und schauen, was passiert. Innovation ist eben schlecht planbar. Ein Appell an alle Touristiker: Die Konkurrenz überwinden und mehr Kooperationen suchen. 

Anders sein!, by d.nutz
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