Direkt zum Inhalt

Im Dienste der Kaffeekultur

29.09.2009

Julius Meinl gründete 1862 in Wien sein erstes Geschäft, in welchem er zuerst grüne Kaffeebohnen und anschließend gerösteten Kaffee verkaufte. Bis heute zählt der Kaffee zum ­wichtigsten Handelsgut im Hause Meinl. Für Jeannette Skrbensky-Meinl, verantwortlich für den Kaffee-Einkauf, ist Kaffee ein modernes, trendiges Getränk.Von Irene Stelzmüller

Für Jeannette Skrbensky-Meinl steht die Melange im Mittelpunkt der Wiener Kaffeekultur. Die Basis  für jede Kaffeespezialität ist der Wiener Espresso

Der Tag des Kaffees, der am 1. Oktober gefeiert wird, ist im Haus Julius Meinl Anlass, seine Kaffeepartner in der Gastronomie mit verkaufsfördernden Maßnahmen zu unterstützen. „Wir haben kleine Broschüren mit Vorschlägen für sechs verschiedene Kaffeerezepte produziert, davon drei mit und drei ohne Alkohol, die leicht zuzubereiten sind und deren Basis der Wiener Espresso ist“, erklärt Jeannette Skrbensky-Meinl. Für sie steht die Wiener Kaffeekultur - und mit ihr die Melange – im Mittelpunkt.

„Die Wiener Kaffeekultur muss in den Vordergrund gestellt werden, auch wenn die italienische Kaffeekultur sehr viel Tradition hat. In der italienischen Kaffeebar wird der Espresso schnell an der Bar im Stehen getrunken. Bei uns sind die Kaffeekreationen wie die Melange mit ihrem Milchschaum zum Genießen gedacht. Und die Kaffeekultur im Wandel der Zeit nutzt speziell die Wiener Kaffeehauskultur, um sich neu zu positionieren, weil der Kaffee als solcher ein Kulturgut und ein sehr modernes Getränk ist.“
Lust auf neue Kaffeerezepte

„Mehrere Studien belegen, dass in unserer schnelllebigen Zeit bei den Menschen das Auszeit nehmen wieder gefragt ist. Und da steht die Wiener Kaffeekultur und das Kaffeehaus im Mittelpunkt. Die Menschen versuchen sich wieder ein Eckerl von ihrer kargen Freizeit abzuschneiden, um ins Kaffeehaus zu gehen und Zeitung zu lesen,“ weiß Skrebensky-Meinl und ist überzeugt, dass die Coffeeshops wesentlich dazu beigetragen haben, dass der Kaffee auch im traditionellen Wiener Kaffeehaus wieder jung und trendig geworden ist. Die Kaffeesieder haben Lust bekommen, neue Kaffeerezepte zu probieren - und davon profitiert die ganze Kaffeebranche.

„Wir haben uns selbst gefragt: Wofür steht Julius Meinl? Das Ergebnis war, dass Julius Meinl untrennbar mit der Wiener Kaffeehauskultur und deren Entwicklung in Zusammenhang steht. Unsere von Matteo Thun designten roten Tassen sind chic, mit dem Silbertablett und dem Wasserglas ergibt das ein hochmodernes Ensemble. Man muss nicht alles ständig ändern, man muss die alten Werte mitnehmen können“, findet die Grand Dame der Kaffeekultur.
„Das Gastronomie-Konzept Julius Meinl 1862 Premium , das auf den drei Säulen Qualität, Technologie und Design beruht, soll auch zeigen, dass wir die Wiener Kaffehauskultur schon immer in unserem Herzen getragen haben. Wir haben auf die alten Rezepte der Kaffeemischungen zurückgegriffen und versucht importierte Kaffees wie den Äthiopia (einer der besten Kaffees der Welt) wieder in die Mischung hineinzubringen.
So ist es uns gelungen, diesen außergewöhnlichen Blend zu kreieren; bestätigt durch die Meinl Gruppe schmeckt der Blend 1862 Premium den Menschen von Wien über Moskau bis Tokio und von Wien über Dubai bis Chicago. 1862 Premium ist ein ganz besonderer Kaffee – er hat eine Kakaonote, mischt sich mit dem Aroma der Zeder und eignet sich ganz besonders für Rezepte der Wiener Kaffeehauskultur, wie eben die Melange“, meint Jeannette Skrbensky-Meinl.

Auch international ist 1862 Premium im Aroma Fez, der innovative Technologie mit einzigartigem Design und Kaffeequalität verbindet, gefragt. Das Besondere darin besteht in der Kombination der Mühle, abgestimmt auf den Blend 1862 Premium im Aroma Fez, kombiniert mit modernster „Grind on Demand“ – RFID (Radio Frequency Identification) Chip Technologie. „Was kompliziert klingt, ist einfach erklärt“, so Jeannette Skrbensky-Meinl. „Im Aroma Fez sind 2,5 Kilogramm luftdicht verpackter Blend 1862 Premium. Der Fez hat an der Unterseite ein Aromasiegel mit Chip. Sobald man den Aroma Fez auf die Mühle setzt, erkennt diese, dass es sich um Julius Meinl 1862 Premium handelt und erlaubt den Mahlvorgang. Damit kann ausgeschlossen werden, dass ein anderer Kaffee als der Blend 1862 Premium in die Mühle kommt.“ „Auch am Ende des Tages können wir noch immer frische Qualität in der Tasse bieten und das ist der große Vorteil gegenüber unseren Mitbewerbern. Mehrere hundert Kunden arbeiten bereits mit dem Aroma Fez. Die Verkaufszahlen sprechen für das neu eingeführte innovative Produkt. Bis Jahresende möchten wir 1.000 Kunden mit diesem beliefern und mittelfristig möchten wir 15 Prozent unserer Kunden, das sind rund 5.000 vom Aroma Fez überzeugen“, so die Kaffee-Einkäuferin.

Skrbensky-Meinl ist für den Einkauf des Rohkaffees im Hause Meinl verantwortlich und wagt einen Ausblick auf die Entwicklung des Kaffeemarktes: „Die jetzige Ernte hat 52 Millionen Sack gebracht, die neue Ernte wird geringer ausfallen. Festzustellen ist, dass die Kaffeeproduktionskosten auf Grund des Preisanstiegs bei Düngemitteln stark gestiegen sind. Die großen Arabica-Produzenten bleiben Brasilien und Kolumbien. Wir erwarten in den nächsten Jahren keine großen Preiskapriolen, aber doch leicht steigende Preise, abhängig von Angebot und Nachfrage. In Brasilien selbst hat man den Espresso entdeckt. Früher blieb die Ausschussware im Land, heute behält man sich selbst die besten Qualitäten. Die äthiopische Kaffeeernte ist relativ klein geworden und wird immer mehr zu einem Premium-Kaffee.“

Melange im Mittelpunkt
Die Wiener Kaffeehauskultur ist für Jeannette Meinl-Skrbensky untrennbar mit der Melange verbunden. Sie muss im Mittelpunkt des Angebotes stehen. „Die Basis eines jeden guten Wiener Kaffeerezeptes ist der Wiener Espresso. Ein sehr weicher, milder Kaffee im Vergleich zu den Italienern, die eher „robust“ im Geschmack sind. Die Melange wird mit Wiener Kaffeehauskultur assoziiert, und wir versuchen die Melange mit verkaufsfördernden Maßnahmen zu positionieren. Dies kann aber nur über geschultes Personal erfolgen, das dem Gast eine Melange aktiv anbietet und nicht den Caffè Latte oder Cappuccino. Natürlich darf man Cappuccino & Co nicht von der Liste streichen, er gehört zum breiten Angebot dazu, aber unser Ziel muss es sein, internationale Gäste gezielt zur Wiener Kaffeehauskultur hinzuführen und mit den Wiener Kaffeespezialitäten vertraut zu machen. Unsere Aktivitäten zielen darauf ab, die Melange im Kaffeehaus in den Mittelpunkt zu stellen und aktiv die Wiener Kaffeespezialitäten mit dazupassenden Mehlspeisen über Tischkarten zu bewerben.“

Ob ein Kaffeehaus mit einer Siebträgermaschine oder einem Vollautomaten arbeitet, ist philosophie- und frequenzabhängig. „Bei einem gut eingestellten Vollautomaten kann nichts schief gehen; der Kaffee gelingt immer und schmeckt immer gleich. Beim Einsatz von Siebträgermaschinen ist der Cafetier sehr vom Personal abhängig. Wünschenswert wäre, wenn es parallel zum Vollautomaten auch eine Siebträgermaschine gäbe. Die Aufgabe der Kaffeesieder ist es, dem Gast zu vermitteln, dass der Kaffee, kein generisches Produkt ist, sondern eine Spezialität und ähnlich wie der Wein von unterschiedlichem Geschmack“, wünscht sich Skrbensky-Meinl.
Dies alles kann man in der „Julius Meinl Kaffee-Akademie“ lernen, wo nicht nur Personalschulungen stattfinden.
„Wir nutzen die Kaffee-Akademie inzwischen auch für internationale Schulungen, für unsere Distributoren, Partner und Kunden in der ganzen Welt. Ziel der „Julius Meinl Kaffee-Akademie“ ist es, ein besseres Verständnis für die Wiener Kaffeehauskultur zu erwirken, die Qualität gegenüber dem Gast zu erhöhen und die Kaffeehauskultur unseres Landes in die Welt hinauszutragen“, ergänzt Jeannette Skrbensky-Meinl.


Kaffeerezepte von Julius Meinl

Mozartkaffee
Zubereitung:
2cl Sherry Brandy anwärmen
Doppelter ­Espresso
Schlagobershaube

Schoko Latte
Zubereitung:
1-2cl Schokosauce ins Glas mustern
1 Espresso
Geschäumte Milch

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
Werbung

Weiterführende Themen

In Salzburg und Oberösterreich haben sich wieder viele kleine Röstereien etabliert.
Cafe
25.11.2020

Die Kaffeeszene von Salzburg und Oberösterreich hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt. In diesen beiden Bundesländern hat es noch nie so viele Kaffeeröster gegeben, die ihrem Handwerk ...

Gastronomie
23.11.2020

Ab sofort kann der Fixkostenzuschuss 2 über FinanzOnline beantragt werden. Hier alle Details. 

Die Corona-Hilfen für Gastronomie und Hotellerie werden verlängert.
Hotellerie
23.11.2020

Die Bundesregierung wird die Unterstützungsmaßnahmen für den Tourismusbereich verlängern. Es geht um die Mehrwertsteuersenkung auf Speisen, Getränke und Nächtigungen, ebenso wie auch die ...

Mobile Luftreiniger könnten zum Gamechanger für Innenräume werden.
Gastronomie
19.11.2020

Der Lockdown geht vorbei, Viren werden bleiben: Wie man Innneräume für Personal und Gäste sicher reinigt, ist nicht ausschließlich eine Frage des richtigen Lüftens. Es gibt da ein praktisches ...

Michael Duscher ist seit heuer neuer Geschäftsführer des Niederösterreich Tourismus.
Tourismus
19.11.2020

Niederösterreich Tourismus hat seine Strategie 2025 präsentiert. Die ÖGZ sprach mit Geschäftsführer Michael Duscher über den Wertewandel durch Corona, 
Aufholbedarf beim Freizeittourismus ...

Werbung