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Es gibt auch US-Craftbiere, die auf heimischen Bierkarten Platz finden sollten.

Im Westen viel Neues

08.10.2016

Sylvia Kopp, Craft Beer Ambassador der Brewers Association, war in Wien, um über Entwicklungen und Möglichkeiten des US-Craft-Beer-Exports zu sprechen.

Im Wiener Craft-Bier-Tempel Beer Lovers gibt es wöchentliche Events, die sich sowohl an Neulinge als auch Kenner der Szene gleichermaßen richten. Neben fundiertem Grund- und Fachwissen über verschiedene Bierstile gibt es von Zeit zu Zeit spezielle Themenabende. So auch zuletzt, als die Mutter der Craft-Bier-Szene, die USA, im Fokus stand. 

Repräsentiert wurden diese von Sylvia Kopp, sie hat das Standardwerk „Das Craft-Bier-Buch: Die neue Braukultur“ verfasst. Mittlerweile ist die Journalistin auch als Craft Beer Ambassador für die Brewers Association, der Vertretung für kleine und unabhängige Brauereien in den USA, tätig. Wie fast alle Fürsprecher des Marktes spricht sie gerne von einer Bewegung, nie von einem Hype oder Trend. Auch wenn die Produktions-, Export- und Brauereizahlen nach wie vor – oft auch im zweistelligen Prozentbereich – Jahr für Jahr wachsen, ist merklich eine andere Herangehensweise und Formulierung des Themas als in Mitteleuropa zu spüren.

Botanical Beers

Ein wichtiges Thema des Abends waren Botanical Beers, also Biere, die zum Teil nach sehr alten Rezepturen gebraut werden bzw. durch spezielle Zutaten, welche oft eine kürzere Haltbarkeit aufweisen, verfeinert werden. Auch die Thematik der Dosenabfüllung, bei der gerade US-Craft-Brauer weltweite Vorreiter sind, wurde breit diskutiert. Nicht ohne Grund, gilt doch die Dose mittlerweile als ideales Verpackungsmaterial für Gebrautes. Hier findet merklich ein Umdenken in der heimischen Gastronomie statt, dies wird aber noch reichlich Überzeugungsarbeit benötigen. Zwar wird keine stilvolle Großflasche aus den Bierkühlschränken verschwinden, aber die Dose bietet den besten Schutz vor Faktoren wie Licht und Sauerstoff und sicher nicht zuletzt auch die bestmögliche Qualität bei Geschmack und Aromenvielfalt. 

India Pale Ales sind für US-Brauer der wichtigste Bierstil. Über ein Viertel aller verkauften US-Craft-Biere sind IPAs, weiß Sylvia Kopp. Eigentlich unumgänglich, ein IPA „made In USA“ auf der Bierkarte zu haben. Oder? 

Gestützt wurde diese Aussage mit zwei IPAs von Sierra Nevada (Torpedo IPA) und Flying Dog (Raging Bitch), welche perfekt zu scharfen und aromatischen Speisen passen. Besprochen wurden auch Einsatzgebiete eines kräftigen Porters. Verkostet wurde das Smoked Porter von Alaskan Bre-wing. Ideal, so Biersommelière Sylvia Kopp, als Digestif. Nicht zuletzt kam die Runde auf Stone Brewing zu sprechen. Die aus Kalifornien stammende Brauerei eröffnete vor kurzem in Berlin ihre Europa-Dependance und wird auch am Craft Bier Fest Wien im November vertreten sein. Ihr Arrogant Bastard Barrel Aged mit 8,1 % Alc. machte Lust auf mehr.

Europa stellt für diese Biere einen wichtigen Markt dar, zwischen 2014 und 2015 wuchs der Export um 33 Prozent. Auch wenn die heimische Kreativbrauszene floriert: Gäste greifen gerne zu internationalen Marken. Was für eine vielfältige Bierkarte spricht.

Text: Kevin Reiterer

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