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Impulse für die EU-Tourismuspolitik

24.08.2006

„80% aller gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Wirtschaft werden in Brüssel gesetzt. Deshalb ist es wichtig, sich aktiv in den Institutionen der Europäischen Union einzubringen“, betonte der Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich anlässlich einer von der Bundessparte organisierten hochkarätigen Konferenz zum Thema „Saisonale Schwankungen im Tourismus und ihre Auswirkungen auf die Tourismusbetriebe“. Diese Konferenz fand am 8. Juni 2006 im Europäischen Parlament in Brüssel gemeinsam mit dem European Tourism Industry Network (ETIN) mit Unterstützung von EU-Abgeordneten Othmar Karas, Präsident der KMU-Intergruppe, und der französischen EU-Abgeordneten Margie Sudre, Präsidentin der Intergruppe Tourismus im Europäischen Parlament statt und verfolgte folgende Ziele:

• Nutzung des enormen Potenzials für mehr Beschäftigung in Europa
• Bewahrung und Stärkung der KMU-Struktur in Tourismusregionen durch eine Reduktion der Wettbewerbsverzerrung von saisonalen Schwankungen
• Austausch von Informationen über bereits bestehende Projekte und Maßnahmen zur Verringerung saisonaler Beschäftigungsschwankungen
• Errichtung einer Best Practice Datenbank in der Europäischen Kommission
• Diskussion möglicher Beispiele zur Schaffung von Anreizen zum Reisen in der Nebensaison

Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, forderte in seiner Eröffnungsrede die Europäische Kommission dazu auf, die De-Minimis-Grenze auf 300.000 Euro zu verdoppeln und eine europaweite Koordination der Ferienzeiten vorzunehmen. Diese Maßnahme würde zu einer besseren Auslastung der touristischen Infrastruktur sowie zu positiven Effekten auf dem Arbeitsmarkt führen.

In zwei Workshops wurden die Ursachen für saisonale Schwankungen und ihre Auswirkungen auf die Tourismusbranche diskutiert. Außerdem wurden in Form von Fallstudien und Best Practices Beispielen einerseits Maßnahmen präsentiert, die zur Verringerung der saisonalen Schwankungen dienen und andererseits Maßnahmen zur Bewältigung jener Probleme, die aus den nicht vermeidbaren saisonalen Auslastungs- und Beschäftigungsschwankungen resultieren.

Neben Tourismus-Experten des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses und des Internationalen Büros für Sozialen Tourismus, sowie hochrangigen Vertretern dreier Generaldirektionen der Europäischen Kommission und anderer Dachverbände präsentierte Roland Garber von der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft das österreichische Modell der Saisonkontingente für die befristete Beschäftigung von ausländischen Arbeitnehmern, den Zusatz-Kollektivvertrag für Saisonbetriebe, die Ferienentzerrung zwischen den österreichischen Bundesländern, sowie die geplante und derzeit mit dem BMWA und der Gewerkschaft verhandelte Qualifizierungsoffensive für Saisonarbeitnehmer.

Zum Abschluss wurden aus den Vorträgen und Diskussionen folgende Forderungen an die Europäische Kommission erhoben:

• Errichtung einer Datenbank zur Dokumentation von Perioden schwacher Auslastung
• Systematische Erfassung von Informationen zur erfolgreichen Bewältigung saisonaler Probleme
• Entwicklung geeigneter Maßnahmen zur Weitergabe von Best-Practice Beispielen an Klein- und Kleinstbetriebe. Dafür ist eine Einbindung von lokalen Behörden und von Kommunikationssystemen erforderlich.
• Verstärkte Zusammenarbeit mit Eurostat zur Erstellung von Daten, die dazu beitragen, Faktoren für saisonale Angebots- und Nachfrageschwankungen zu identifizieren, - unter besonderer Berücksichtigung von Beschäftigungsaspekten
• Förderung der Diskussion über die Schaffung von Anreizen, welche die Mitgliedsstaaten dazu veranlassen, das Wachstum der Tourismusbranche mit den einhergehenden Beschäftigungsmöglichkeiten stärker zu verfolgen
• Forderung an die Kommission, eine koordinierende Funktion in Bezug auf Ferienzeiten und Kapazitätsengpässe einzunehmen sowie andere saisonale Faktoren – in Zusammenarbeit mit Gewerkschaften - zu reduzieren

„Mit Hilfe einer verbesserten Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und einer verstärkten Koordination durch die Europäische Kommission sollen die Ergebnisse der Konferenz nun dafür genützt werden, bereits erprobte und erfolgreiche Maßnahmen aus anderen Tourismusregionen in den Tourismusbetrieben schneller und gezielter einzusetzen und auf diese Weise Synergien zu finden“, erklärte Schenner abschließend.

Details zur Konferenz sowie alle aktuellen Informationen zur EU-Tourismuspolitik finden Sie auf der Homepage www.dertourismus.at.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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