Direkt zum Inhalt
Der neue GM Frank Spielmeyer (links) und Regional Director Daniel Twerenbold in der Lobby des Radisson Blu Style Hotel Vienna.

Individuell in der Kette

20.02.2020

Frank Spielmeyer ist der neue GM im Radisson Blu Style Hotel Vienna. Er ist ausgewiesener F&B-Profi und hat für das Haus in der City große Pläne. Wir trafen ihn und Regional Director Daniel Twerenbold zum Interview.

„Die Lage ist perfekt, die Zimmer sind perfekt, die Belegung ist hoch. Wo wir noch Potenzial sehen, ist der F&B-Bereich“: Das Radisson Blu will sich für Locals herausputzen. Denn: Eine spezielle Aura entsteht nur dann, wenn Bewegung im Haus ist.

Ein Mann mit Plänen ist der neue GM des Radisson Blu Style Hotels Vienna, Frank Spielmeyer. Warum er geholt wurde, und welche Ideen er hat, wird im Interview mit der ÖGZ klar. Beim Gespräch ebenfalls dabei: Daniel Twerenbold, Regional Director Italy, Switzerland & Austria, der aus Zürich eingeflogen ist.

ÖGZ: Wie hart ist der Wiener Fünf-Sterne-Hotel-Markt umkämpft? Ist der Kuchen noch groß genug? 
Frank Spielmeyer: Es gibt sehr viele sehr schöne Häuser, die sich um die Klientel bemühen, die in der Stadt nächtigen soll. Ich sehe einen Kuchen, der groß genug ist. 

Wo ist Ihr Haus positioniert?
Frank Spielmeyer: Wir sehen uns in der Upper Upscale. Und wir konzentrieren uns auf das, was wir tun: auf das Service, auf die Mitarbeiter. Ich würde jetzt nicht sagen, dass wir ein klassisches Vier-plus- oder Fünf-Sterne-Hotel sind. Wir wollen bemerkenswerte Erlebnisse für den Gast schaffen.

Was ist das Argument für den Gast, bei Ihnen einzuchecken? 
Frank Spielmeyer: Aufgrund unserer Größe können wir viel individueller auf Gästewünsche eingehen. Wir haben 78 Zimmer und Suiten, und dadurch ist es für das Personal möglich, mit Gästen in Kontakt zu kommen. So können wir ein Erlebnis home away from home bieten. Das ist in großen Häusern nicht so einfach.

Wie stark ist der Fokus auf F&B gerichtet?
Frank Spielmeyer: Ohne F&B ist es schwierig, diese spezielle Aura in einem Haus zu schaffen. Das Gefühl, das einem ein Hotel vermittelt, kommt weniger von den Zimmern – es gibt viele schöne Zimmer in der Stadt. Die Mischung der Menschen, die sich in den Häusern aufhalten, die ist ausschlaggebend. Und es geht um Locals, die dem Gast das Gefühl vermitteln, wirklich in einer Stadt zu sein. 
Daniel Twerenbold: Die Lage ist perfekt, die Zimmer sind perfekt, die Belegung ist hoch. Wo wir noch Potenzial sehen, ist der F&B-Bereich. Da werden wir heuer den Fokus drauflegen. Wir wollen, dass der Hotelgast sagt: „Ich bleibe im Haus und esse hier“. Das ist der Grund, warum wir Frank geholt haben.

Was kann man von anderen Märkten lernen?
Frank Spielmeyer: Es gibt viele gute Beispiele von anderen Hotel-Restaurants. Ich bin in einer Zeit groß geworden, in der es immer hieß: „Voller Fokus auf Rooms“. Das hat sich geändert. Diese spezielle Aura entsteht nur dann, wenn Bewegung im Haus ist. Wir brauchen die einheimische Bevölkerung. 

Welche Pläne haben Sie?
Frank Spielmeyer: Wir wollen uns stark auf das Regionale und Lokale konzentrieren. Und das wollen wir mit der Modernität, die Radisson verkörpert, verknüpfen. Es wird nicht den klassischen Schweinsbraten geben, sondern wir verpassen ihm einen modernen Hauch. Wir werden auch beim Pricing attraktiv sein. 

Wie stark sind Sie denn an Vorgaben der Kette gebunden?
Daniel Twerenbold: Wenn wir ein Konzept haben, das nicht in einen Markt passt, dann passen wir es an. In diesem Haus sehe ich ein großes Potenzial im Bar- und Restaurantbereich. Unserer Meinung nach können wir damit noch viel mehr Umsatz erzielen. Das Konzept, das wir für dieses Haus erstellt haben, ist in der Kette einmalig. Und das werden wir gut vermarkten. 

Wie profitiert man vom Umstand, dass man Teil einer Kette ist? 
Daniel Twerenbold: Ein Kettenhotel profitiert vom vorhandenen Fachwissen und von den Talenten.
Frank Spielmeyer: Gute Mitarbeiter zu finden ist immer eine Herausforderung. Das Wichtigste dabei ist, sie zu halten, ihnen ein Arbeitsumfeld zu geben, in dem sie sich wohlfühlen und weiterentwickeln. Ich will High Potentials entwickeln und halten. 

Ihre Kette expandiert. Wie attraktiv sind Sie als Arbeitgeber?
Daniel Twerenbold: Als Kette sind wir ein sehr attraktiver Arbeitgeber. Wir müssen das nur gut kommunizieren. Unser Inhaber Jin Jiang International hat über 8.700 Hotels weltweit. Da hat man als Arbeitnehmer viele tolle Möglichkeiten. Das ist ein großer Vorteil gegenüber individuellen Hotels.

Autor/in:
Alexander Grübling
Werbung

Weiterführende Themen

Hotellerie
23.03.2020

Die Hotelgruppe beantragt für 200 Mitarbeiter Kurzarbeit. 

Leere Hotelflure in Zeiten der Corona-Krise
Hotellerie
19.03.2020

Hotels dürfen in der Corona-Krise in vielen Fällen keine Stornogebühren einheben. Höhere Gewalt löst Beherbergungsverträge auf. Diese Erkenntnis hat sich beim Thema Stornos mittlerweile ...

Die Corona-Krise trifft die Branche. Was man jetzt tun muss.
Gastronomie
19.03.2020

Der Corona-Virus stellt Gastronomie und Hotellerie vor eine gewaltige Herausforderung. Die gesamte ÖGZ-Redaktion hat mit zahlreichen Experten aus unterschiedlichen Bereichen besprochen und sich ...

Sijawasch Hayat-­Khayyati, Frau Mirjam und Tochter.
Gastronomie
11.03.2020

Sijawasch Hayat-Khayyti und seine Frau Mirjam haben mit dem „Arezu“ im 8. Wiener Gemeindebezirk ihr erstes eigenes Lokal aufgemacht. Die Falstaff-Gabel folgte kurz darauf. Einfach ist es für die ...

Die Corona-Epidemie soll eingedämmt werden. Die Regierung beschließt massive Einschränkungen, die das öffentliche Leben betreffen.
Gastronomie
10.03.2020

Neben einem Einreisestopp für Personen aus Italien wird auch der Lehrbetrieb an Unis und FHs eingestellt. Und es gibt massive Einschränkungen für Veranstaltungen.

Werbung