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Innovationen werden gefördert

30.08.2007

Innovationen spielen sich nicht nur im Hightech-Bereich ab, sondern auch im Dienstleitungsbereich und in Geschäftsmodellen. Der Tourismus hat hier großen Nachholbedarf“, warnt Dr. Hans Lercher, Studiengangsleiter Innovationsmanagement der Fachhochschule Campus02.

Die Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Steiermark vergibt heuer zum ersten Mal den „TourismusInnovationsPreis“ (TiP), um steirische Innovationen zu unterstützen. Als Innovationen im Tourismus gelten neue Produkte, Dienstleistungen, Verfahren oder organisatorische Neuheiten, die merklich von Standardlösungen abweichen, Aufmerksamkeit erzeugen und erfolgreich am Markt bzw. im Unternehmen eingeführt werden. „Der Preis zeichnet innovative Ideen aus, die den Tourismusstandort Steiermark nachhaltig stärken“, erklärt Dr. Gerhard Kienzl, Geschäftsführer der Sparte Tourismus.

Finanzielle Unterstützung
Alle Mitgliedsbetriebe der steirischen Wirtschaftskammer sowie Vereine und Institutionen, die innovative Projekte verwirklicht haben, können bis 15. September 2007 ihre Beiträge einreichen. Hinweise auf einen möglichen Bewerber kann allerdings jeder liefern. Der TiP wird im November 2007 zum ersten Mal und zukünftig alle zwei Jahre durch eine Jury vergeben. Er soll die Preisträger bei der Umsetzung ihrer Ideen finanziell unterstützen und das Image aufwerten. Der erste Preis ist mit 3.000 Euro dotiert.

„Die steirische Tourismus- und Freizeitwirtschaft verfügt über beste Voraussetzungen, um im Innovationswettbewerb der Destinationen weiterhin eine führende Rolle einnehmen zu können“, ist Hans Hofer, Spartenobmann Tourismus, überzeugt. Er sieht in diesem Zusammenhang insbesondere die große Zahl an innovativen Leitbetrieben, die hohe Kreativität vor allem der jungen Unternehmergeneration, die landschaftlichen Voraussetzungen und die hohe Wettbewerbsstärke im Wintertourismus sowie im Wellness- und Gesundheitstourismus als wesentliche Potenziale, um die Innovationskraft und den wirtschaftlichen Erfolg der steirischen Tourismuswirtschaft in Zukunft noch weiter zu stärken.

Mitarbeiter als Ideenquellen
Besonderen Wert legt Lercher darauf, dass Innovationen nicht an eine bestimmte Betriebsgröße gebunden sind: „Innovieren kann jeder. Der TourismusInnovationsPreis ist eine sinnvolle Initiative, um ein größeres Bewusstsein für die Thematik zu schaffen.“ Vor allem die Mitarbeiter sollten in puncto Innovation mit berücksichtigt werden. „Mitarbeiter sind Ideen- und Innovationsquellen“, verrät Lercher.
Spartenobmann Hofer stellt immer mehr einen „Verlust der Mitte“ fest: „Standardlösungen, die über Jahrzehnte funktioniert haben, werden in Zukunft keinen Erfolg mehr haben. Tourismus muss immer mehr und immer neue Erlebnisse bieten. Das Drei-Sterne-Zimmer ohne Zusatzangebote ist nicht mehr rentabel“, erklärt Hofer. Er begrüßt die Einführung des Innovationspreises, der steirischen Touristikern einen größeren Anreiz schaffen soll. „Hauptanliegen der Innovationstätigkeit ist es, Wettbewerbsvorteile gegenüber Mitbewerbern zu erzielen. Innovationen können eine Region positiv ins ‚Ungleichgewicht‘ bringen, weil andere Tourismusbetriebe unter Handlungsdruck kommen, nachzuahmen oder auch innovativ tätig zu werden, um nicht selbst Marktanteile zu verlieren. Eine Innovation bewirkt dadurch eine gesamtwirtschaftliche Besserstellung einer Region“, betont Hofer.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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