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Das neue Kletterzentrum Innsbruck ist seit Mitte Mai eröffnet. Offiziell „eingeweiht“ wurde es am 16. und 17. Juni 2017 im Rahmen der österreichischen Staatsmeisterschaften.

Innsbruck eröffnet neuen Kletter-Tempel

14.06.2017

Innsbruck gilt international als Climbers City. Mit dem nun eröffneten hochmodernen Kletterzentrum soll dieser Ruf weiter gestärkt werden

Die Sommeraussichten sind gut. Rund drei Viertel der Tiroler Betriebe zeigten sich schon vor Saisonstart mit der Buchungslage zufrieden. Rund die Hälfte der Unterkunftsbetriebe geht davon aus, das Ergebnis vom Vorjahr halten zu können. Diese grundsätzliche Zuversicht teilt auch Landeshauptmann Günther Platter. „Seit 2009 haben wir ein durchgehendes Wachstum bei den Übernachtungen im Sommer.“ Wie stark Tirols Cheftouristiker den Sommer und sein Potenzial einschätzt, unterstreicht auch sein Sager, der am Rande der Winterbilanzpressekonferenz zum Thema Klettern und dem neuen Kletterzentrum in Innsbruck fiel. „Es ist das modernste der Welt. Wir versprechen uns viel davon“, so der Landeshauptmann.

Kletterboom

Angesichts der Entwicklungen im Klettersport kann sich Tirol respektive die Ferienregion Innsbruck Hoffnungen machen. Laut aktuellen Erhebungen nimmt die Zahl an Kletterern und Bouldern nämlich rekordverdächtig zu. Zahlen in Deutschland zeigen: 1989 gab es in ganz Deutschland laut Deutschem Alpenverein (DAV) an die 20 Kletterhallen. Anfang 2000 waren es bereits 180 und 2015 schon 440. Und wie auf der ISPO 2017 zu vernehmen war, ist die Klettergeneration eine junge, fitnessorientierte Klientel. Bouldern ist äußerst beliebt, weil es im Vergleich zum Sportklettern und alpinen Klettern wesentlich einfacher umzusetzen ist. Man benötigt keinen Kletterpartner. Auch der soziale Kontakt ist ein wesentlicher Aspekt. 
In Innsbruck und seinen Feriendörfern setzt man schon länger auf den Klettersport. Innsbruck ist regelmäßig Austragungsort der internationalen Boulderweltcup-Serie und Boulder-Europameisterschaften. Zum anderen bietet die Region 17 Sportklettergärten, vier Mehrseillängengebiete, sechs Klettersteige, acht Eiskletterouten, zwei Familienklettergärten und sechs Kletterhallen. 
Eine davon war bisher die Kletterhalle Tivoli, angesiedelt bei der Olympiahalle im Süden von Innsbruck. Die platzte aus allen Nähten, und deshalb fiel 2015 der Startschuss für ein neues Kletterzentrum am ehemaligen WUB-Areal am Ufer der Sill im Norden von Innsbruck. Seit Mitte Mai 2017 hat das neue 12 Mio. Euro schwere Kletterzentrum nun geöffnet. 

„Wir verfügen über ein Angebot, das es in 
dieser Kompaktheit weltweit nur selten gibt.“
Karin Seiler-Lall, Innsbruck Tourismus

Das Tivoli-Kletterzentrum wird aufgelassen bzw. einer anderen Nutzung zugeführt. Am neuen Standort „Sillside Innsbruck“ befindet sich das neue Kletterzentrum in Gesellschaft mit Skaterhalle und Leichtathletikhalle.

Weltspitze 

In ganz Europa gibt es derzeit kein vergleichbares Kletterareal. Auch weltweit zählt das Kletterzentrum Innsbruck zu den modernsten. Der Klettergemeinde stehen auf 5.700 Quadratmeter zwei eigenständige wettkampftaugliche Hallen zum Seilklettern und Bouldern für den Breiten- und Spitzensport mit 35.000 Griffen und ca. 600 Routen zur Verfügung. Als Zugpferde für die neue Kletterhalle dienen Österreichs beste Kletterer und die mehrfachen Innsbrucker Weltmeister Jakob Schubert und Anna Stöhr. 
Für Innsbruck-Tourismus-Chefin Karin Seiler-Lall ein Glücksfall. „Wir verfügen über eine authentische Kletterszene in Innsbruck, sind in der Ausrichtung von Kletterevents erfahren und haben uns einen Ruf als Climbers City aufgebaut. Mit der Eröffnung des neuen Kletterzentrums verfügen wir nun über ein Angebot, das es in dieser Kompaktheit weltweit nur selten gibt.“

WM als erstes Highlight

Erstes Highlight wird die Junioren-Kletter-WM vom 30. August bis 10. September sein. Man rechnet mit ca. 20.000 zusätzlichen Nächtigungen durch Athleten, Verbände, Betreuer und Familien. Zu diesem Event werden 1.400 junge Sportkletterer im Alter von 14 bis 19 Jahren aus 60 Ländern erwartet. Dafür setzt man ganz gezielt auf eine virale Online-Vermarktung: „Die Kletterszene ist auf sozialen Medien sehr stark vertreten und vernetzt, und wir erwarten uns hier natürlich gerade in dieser sehr jungen Zielgruppe große Werbewerte in den sozialen Netzwerken“, meint Karin Sailer-Lall. Die Junioren-WM stellt auch die Generalprobe für die fast genau ein Jahr später stattfindende Kletter-WM dar. 

Auf diese fiebert Geschäftsführerin Karin Sailer-Lall jetzt schon hin. „Es wird voraussichtlich die größte Kletter-WM aller Zeiten mit ca. 700 Teilnehmern aus 70 Nationen. Außerdem wird mit 40.000 Zuschauern gerechnet. Neben dem touristischen erwarten wir hier auch einen starken medialen Effekt.“ Schon jetzt zeige der Neubau Wirkung. „Das Kletterzentrum Innsbruck wird im Vorfeld dieser Groß-events als perfekte Tainingslocation von internationalen Verbänden auserkoren werden und wird hier zusätzlich touristische Wertschöpfung in die Destination bringen.“ 

Autor/in:
Barbara Egger
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