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Inspirationen für Gastronomen

19.07.2017

Eurogast Riedhart setzt im vom klassischen C+C Markt zur Markthalle weiterentwickelten Konzept Maßstäbe und bietet als erster Gastrogroßhändler das Tiroler Freilandei "Goggei" an. Ein Rundgang

Fakten zu Eurogast Riedhart

4.500 m² CC-Großmarkt davon 1.000 m² Frischeangebot
14.000 m² Lagerfläche (davon 5.000 m² TK und Frische)
7.000 Palettenplätze im Lager (davon 1.600 TK und Frische)
Fleischzerlegebetrieb nach EU-Qualitätsnorm
150 Mitarbeiter
150 Gratisparkplätze (50 davon überdacht)
20.000 Artikel im Sortiment
Fuhrpark mit 20 LKWs

„Die Grundidee ist, dass wir alles anbieten, was der Gastronom brauchen könnte“, sagt Armin Riedhart über das neue Konzept im Eurogast Riedhart in Wörgl.  Bei einem Rundgang anlässlich der Vorstellung der neuen regionalen Projektpartnerschaft zwischen Agrarmarketing Tirol und Eurogast Riedhart wird klar: Der im Dezember 2016 nach Umbau neu eröffnete C+C Markt hebt sich ganz deutlich vom Vorgänger und anderen C+C Märkten ab. Katharina Riedhart und ihr Vater Armin Riedhart nennen es „weit über den Mainstream hinausgehen“ und meinen damit, dass man mit der Metamorphose vom herkömmlichen C+C Markt hin zu Riedharts` Markthalle einen Riesenschritt gegangen sei.

Frisches in der Markthalle, Non-Food im Kompetenzzentrum

Und wenn schon der Name Markthalle im Spiel ist, müsse man eines zuallererst bieten, nämlich Frische. „Dazu kommen eine größere Auswahl und ein Plus an persönlicher Beratung. Wir wollen Gastronomen, Köchen und Hoteliers eine Inspiration bieten, Alternativen aufzeigen und gleichzeitig einen Beitrag zum Genuss auf höchstem Niveau leisten“, sagt Armin Riedhart. „Das Alternativen aufzeigen“ wird schon mal beim Betreten der 4.500 Quadratmeter großen Markthalle in Wörgl in Tirol in die Tat umgesetzt: Im großzügig angelegeten Eingangsbereich stößt man auf das neue Bistro mit Showküche. Gut sichtbar angepriesen wird dort wöchentlich ein Gericht. Heute sind es schmackhaft aussehende „Tortelloni Grande mit Pfifferlingsfüllung, Lauchfond und Radieschenschaum“. „Wir schlagen wöchentlich ein Gericht vor. Das Gericht kann hier bei uns im Bistro verkostet und alle Zutaten bei uns gekauft werden“, erzählt Katharina Riedhart, die im Unternehmen für Sortimentsentwicklung und Unternehmensstrategie zuständig ist.

14 Kartoffelsorten

Sie ist wie ihr Vater der Überzeugung, dass für die Gastronomie die richtigen Zutaten in erstklassiger Qualität und die perfekte Beratung essenziell sind, um tolle Gerichte zaubern zu können. Ein qualitativ hochwertiges Angebot ziehe sich deshalb durch die gesamte Markthalle. Die Obst- und Gemüseabteilung wird zweimal täglich frisch beliefert. Allein 14(!) verschiedene Kartoffelsorten sind im Sortiment. Es gibt exotisches Obst und worauf die Familie Riedhart großen Wert legt, sehr viel regionales Obst und Gemüse aus Tirol. Dem Thema Fisch wird ein eigener Schwerpunkt gewidmet mit eigener Bedientheke mit täglich frischem Fisch und Beratung durch den gelernten Koch und Angler Martin Schlechtleitner.

Fleischermeister Christian Meinhart gibt in der Fleischabteilung sein Bestes und achtet auf eine gute Mischung zwischen regionalen und besonderen Fleischsorten wie beispielsweise Wild-, Bio-Fleisch und Fleischspezialitäten (Dry Aged und Tomahawk Steaks) sowie küchenfertigen Fleischdelikatessen wie zum Beispiel Spießen, Rouladen oder mariniertes Fleisch. Die Vinothek mit Verkostungsbar und etwa 1.000 Posten nationaler und internationaler Weine wird von zwei Sommeliers betreut. Darauf so Katharina Riedhart sei man auch stolz. Die neue Vinothek komme nämlich so gut an, dass es eben bereits zwei ausgebildete Sommeliers brauche. Doch nicht nur dem Wein, auch dem Craftbiertrend wird mit 110 verschiedenen Sorten Rechnung getragen. „Wir bieten somit die größte Auswahl an Craftbieren im Tiroler Unterland“, sagt Katharina Riedhart.

Während sich im Erdgeschoß alles um das Thema Lebensmittel und Getränke, Milchprodukte, Kaffee, Gewürze, Fleisch, Obst, Gemüse dreht, geht es im ersten Stock nonfoodmäßig zu. Die Riedharts bezeichnen ihr kleines Paradies im ersten Stock etwas sperrig „Non Food-Kompetenzzentrum“. Man kommt sicher eher vor wie im gut sortierten Möbelhaus mit großer Auswahl an Geschirr, Besteck, Dekorationsgegenständen von der Vase bis zum Kerzenleuchter, Berufsbekleidung , Gartenmöbel, Tischwäsche und Präsentationsmöglichkeiten.

Alternative zu online

Alles in allem wolle man den Kunden aus Gastronomie und Hotellerie in jeder Art und Weise entgegenkommen und eine Alternative zum Online-Bestellen bieten. Schließlich kämen die Kunden aus einem Umkreis von 30 bis 50 Kilometer rund um Wörgl. Dennoch sei es wichtig gewesen,  den klassischen C+C Markt zu einem Markthallenkonzept weiter zu entwickeln, erklärt Armin Riedhart. „Wir betrachten unseren neuen Markt als wegweisend für die künftige Gestaltung der C+C Märkte. Unser Konzept wird auch in anderen Eurogast Märkten umgesetzt werden.“ Der Umbau sei zwar der bisher größte Schritt in der 128-jährigen Firmengeschichte, hält aber die Riedharts nicht davon ab in kleinen, regionalen Projekten zu denken.

Wirklich regional

„Im Sommer schauen wir bei Obst und Gemüse darauf, was in Tirol erhältlich ist. Vom Angerberg beziehen wir Forelle und Saibling. Erst kürzlich wurde uns ein neues Jungrind-Projekt aus der Tiroler Gemeinde  Söll vorgestellt und das Projekt Tiroler Kalbl der Agrarmarketing Tirol begleiten wir schon länger“, zeigt Armin Riedhart auf, wie man in der Region verankert ist. Seit Mai 2017 ganz neu geht Riedhart mit der Agrarmarketing Tirol einen weiteren gemeinsamen Weg. Diesmal geht es um das Produkt Tiroler Freilandeier. Riedhart ist der erste Gastrogrosshändler, der das „Tiroler Goggei“ mit dem Gütesiegel „Qualität Tirol“ im Rahmen eines Pilotprojektes vermarktet.

Tiroler Goggei

Im Rahmen des Projektes „Tiroler Freilandeier“ der Agrarmarketing Tirol werden derzeit rund eine Million „Tiroler Goggei“ über den Tiroler Lebensmittelhandel vermarktet. Die Nachfrage sei, wie Agrarmarketing Geschäftsführer Wendelin Juen bei Eurogast Riedhart ausführt, kontinuierlich gestiegen. „Und zwar vor allem in der Gastronomie.“ Laut Juen habe das damit zu tun, dass immer mehr Hoteliers und Gastwirte dazu übergehen regionale Produkte in ihren Restaurants und Gaststuben anzubieten und das „Tiroler Goggei“ passe perfekt zum womöglich schon vorhandenen regionalem Angebot am Frühstücksbuffet und in der Speisekarte. Um die Nachfrage zu sichern und das Tiroler Goggei nicht bloß punktuell, sondern flächendeckend anbieten zu können, sei das Gemeinschaftsprojekt mit Riedhart im Mai 2017 gestartet worden.

Das noch zarte Pflänzchen gedeihe schon ganz prima, wie Armin Riedhart betont. 20 Kunden, die man gleich zu Projektstart gewinnen konnte, würden erst mal nach wenig klingen, so Riedhart. Doch das Bewusstsein wachse und nicht jeder Hotelier und Gastronom werde von hier auf gleich umstellen und nicht jeder Betrieb werde und wolle seinen gesamten Bedarf über Tiroler Freilandeier abdecken können. Dazu werde es auch nach wie vor das Gesamtangebot an Eiern von Eurogast Riedhart benötigen. Sechs Millionen Eier verkauft Riedhart pro Jahr. Und bietet nun als erster Gastrogroßhändler zusätzlich das Tiroler Goggei in Gastroeinheiten á 180 Stück an. Vom „hochwertigen Tiroler Goggei am Frühstücksbuffet“  und natürlich auch weiterer Verwendung in den Küchen erhofft man sich bei Riedhart einen künftigen Absatz von 400.000 bis 500.000 Eiern.

„Das Projekt muss langsam wachsen. Gastronomen, die bei uns bestellen, müssen auch verlässlich beliefert werden können“, sagt Riedhart. Dafür wollen die sieben Tiroler Bauern mit ihren insgesamt 6.500 eierlegenden Hennen sorgen. Bäuerin Christa Schwaiger erzählt mit Begeisterung vom Leben der freilaufenden Hennen auf ihrem Hof im Tiroler Kolsass, der als Koordinations- und Packstelle für das Projekt „Tiroler Freilandeier“ dient. Sie lädt Köche und Gastronomen ein, jederzeit auf dem Hof vorbeizuschauen und sich direkt vor Ort ein Bild zu machen. Ein guter Zeitpunkt dafür wäre um 10 Uhr am Vormittag, wenn die Hühner rausgelassen werden. „Das ist ein Erlebnis“, so die Goggei-Bäuerin Christa Schwaiger.

Autor/in:
Barbara Egger
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