Direkt zum Inhalt

Ist Bio-Rindfleisch wirklich besser?

18.09.2009

Wissenschaftliches Screening liefert Hinweise auf Qualitätsunterschiede zwischen biologischer und konventioneller Ware

Die Qualitätsvorteile von Bio-Fleisch sind wissenschaftlich messbar

Erstmals wurde nun in Österreich seitens des Lehr- und Forschungszentrums Raumberg-Gumpenstein ein wissenschaftliches Screening, also eine wissenschaftliche Vorstudie zu Qualitätsunterschieden von im Lebensmittelhandel angebotenen biologischen und konventionellen Rindfleisch-Markenprogrammen erstellt.
Das Forschungszentrum Raumberg-Gumpenstein verfügt unter der Leitung von Dr. Andreas Steinwidder über ein eigenes Bio-Institut, das sich speziellen Fragen zur Bio-Forschung widmet.

„In der bisherigen Forschungsliteratur finden sich zwar mehrere Untersuchungen, welche die Fleischqualität von Ochse, Stier und Kalbin vergleichen – doch Studien, die explizit die Fleischqualität verschiedener im österreichischen Lebensmittelhandel angebotener Markenfleischprogramme erheben, lagen bisher nicht vor. Unser wissenschaftliches Screening über die Fleischqualität und Fettsäuremuster österreichischer Rindfleisch-Markenprogramme kann nun Konsumenten, Landwirten, Gastronomen und dem Handel neue, weiterreichende Informationen zur Qualität von konventionellen und biologischen Markenfleischprogrammen geben“, erklärt Dr. Margit Velik, Abteilungsleiterin für Alternative Rinderhaltung und Produktqualität im Forschungszentrum Raumberg-Gumpenstein.

Fleisch- bzw. Saftverluste um bis zu 18% geringer
Besonders interessant gestaltet sich ein Blick aus Konsumentensicht in puncto Kochen und Grillen von biologischem und konventionellem Rindfleisch auf das wissenschaftliche Screening: Ein Vergleich zwischen biologischen und konventionellen Ochsen- und Kalbinnenfleisch (rund 45 Fleischproben) weist beispielsweise für konventionelles Rindfleisch signifikant höhere Saft- bzw. Fleischverluste beim Kochen und Grillen aus. So ist der Saftverlust bei einem Kochvorgang (Wasserbad 70 Grad Celsius) bei konventionellem Rindfleisch in relativen Zahlen um 18% höher als bei der biologischen Vergleichsgruppe.
Ebenso verliert konventionelles Rindfleisch um bis zu 16% mehr Saft (7 Tage abgehangenes Fleisch, grillen bei Kerntemperatur 60 Grad Celsius, Warmwiegung) als vergleichbares biologisches Rindfleisch. Praxisbeobachtungen, die biologischem Rindfleisch geringere Saftverluste beim Kochen und Grillen attestieren, scheinen nun mit diesem Screening wissenschaftlich bewiesen.

Mehr Mineralstoffe und 30% höherer Omega-3-Gehalt
Auch was wertvolle Inhaltstoffe wie Mineralstoffe und den Omega-3-Gehalt betrifft, signalisieren die jüngsten wissenschaftlichen Untersuchungen am Lehr- und Forschungszentrum Raumberg-Gumpenstein bemerkenswerte Qualitätsunterschiede zwischen biologischem und konventionellem Rindfleisch: Eine Gegenüberstellung der Vergleichsgruppen attestiert dem Bio-Rindfleisch bei der Bestimmung des Aschegehaltes – die Asche gilt als wissenschaftlicher Messwert für den Mineralstoffgehalt – einen höheren Anteil an wertvollen Mineralstoffen. Dies bestätigte auch eine zusätzliche Mineralstoffanalyse an der Universität Graz: Hierbei enthielten die Bio-Rindfleisch-Proben mehr Kalium und Magnesium – konventionelles Rindfleisch wies bei keinem der untersuchten Mineralstoffe höhere Werte auf.
Besonders hoch fällt der Unterschied bei den Omega-3-Fettsäuren zugunsten von Bio aus: In relativen Zahlen beinhalten die Bio-Rindfleisch-Proben um 30% mehr Omega-3 als die konventionelle Vergleichsgruppe.

„Obwohl bei diesem ersten wissenschaftlichen Screening der Fleischqualität verschiedener österreichischer Rindfleisch-Markenprogramme eine relativ geringe Probenanzahl herangezogen wurde, lassen sich dennoch bestimmte Tendenzen über Qualitätsunterschiede zwischen biologischem und konventionellem Rindfleisch ableiten. Um diese ersten Ergebnisse wissenschaftlich fundiert abzusichern, müsste eine Studie mit deutlich mehr Fleischproben durchgeführt werden. Für andere, ebenfalls wichtige Fleischqualitätsmerkmale wie Fleischzartheit oder andere essentielle Fettsäuren weist diese Studie keine Unterschiede aus“, so Velik.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
Werbung

Weiterführende Themen

Paul Ivic
Kommentar
30.09.2020

Gastkommentar von Sternekoch Paul Ivic, Tian, Wien.

Eisenstraße-Vorstandsmitglied Clemens Blamauer, Biobauer Berthold Schrefel sowie Ötscherlamm-Initiator und Projektträger Andreas Buder (v.l.).
29.09.2020

Erste Wirte tischen rare regionale Spezialitäten auf, nicht nur in der Region.

Nächtigungsgäste im Ländle dürfen ab sofort bis 1 Uhr konsumieren.
Hotellerie
29.09.2020

Für Hotelgäste gilt die vorverlegte Sperrstunde nicht mehr, sie dürfen bis 1 Uhr konsumieren.

Um 22:00 Uhr müssen die Gastro-Betriebe in den westlichen Bundesländer (Vbg, T, S) geschlossen haben.
Gastronomie
29.09.2020

Nachdem in Tirol die Sperrstunde auf 22.00 Uhr vorverlegt wurde, gab es am Wochenende  Schwerpunktkontrollen in der heimischen Gastronomie. Dabei wurden insgesamt 341 Lokalen in ganz Tirol ...

Gastronomie
25.09.2020

 

Daueraufregung um ein Wiener Bierlokal. Der Wirt, der die Grüne Politikerin Sigi Maurer belästigt haben soll, dürfte nun von der Polizei festgenommen worden sein: Weil er einen Passanten ...

Werbung