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Ist Ihr Betrieb evaluiert?

11.04.2003

Das Thema Sicherheit am Arbeitsplatz wird meist erst behandelt, wenn bereits ein Unfall passiert ist. Wie sieht die rechtliche Situation aus? Welche Sicherheitsmaßnahmen muß auch ein Gastronomiebetrieb treffen?

Seit Anfang 1997 besteht nach dem ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG) Evaluierungspflicht für alle Unternehmen. Jeder Betrieb, der regelmäßig mehr als eine Person angestellt hat, sollte die Evaluierung daher längst durchgeführt haben.

Was bedeutet Evaluierung? Gefahren und Belastungen bei der Arbeit werden ermittelt, z. B. Stolpergefahren durch Bodenunebenheiten, Brandgefahr, Heben und Tragen von schweren Lasten. Danach wird das Risiko beurteilt; d. h. es wird eingeschätzt, ob dieser Zustand so belassen werden darf oder ob eine Maßnahme zur Beseitigung dieser Gefahr festgelegt werden muß. Jeder Schritte wird dokumentiert. Evaluierung an sich ist nichts Neues. Neu ist, daß diese Vorgänge fortlaufend betrieben und über die Evaluierung Aufzeichnungen „Sicherheits- und Gesundheitsschutzdokumente“ geführt werden müssen.

Ziel der Evaluierung. – Physische und psychische Belastungen der Arbeitnehmer zu erkennen und so weit wie möglich zu verhindern, – das Unfallrisiko am Arbeitsplatz bestmöglich zu verhindern, – die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften laufend zu überwachen, – die Arbeitsbedingungen stetig zu verbessern und die Eigeninitiative des Arbeitgebers zu erhöhen und die staatliche Kontrolle zu vermindern.
Welchen wirtschaftlichen Nutzen hat die Evaluierung? Die Evaluierung verursacht zwar anfänglich Kosten, langfristig werden aber Kosten gespart: Betriebliche Unfallfolgekosten können stark reduziert werden.

Eine Studie der Wirtschaftskammer Österreich (Okt. 96) zeigt, daß Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz folgende Nutzen bringen kann: – Reduzierte Unfallzahlen zwischen 5% und 25%, – weniger Krankentage und Abwesenheit zwischen 10% und 50%, – Beseitigung von Verlustquellen und Schwachstellen, – gesteigerte Motivation der Mitarbeiter zwischen 50% und 70%, – besseres Betriebsklima (bis zu 80%) und – Leistungszuwachs (zwischen 2% und 10%).

Wer darf die Evaluierung durchführen? Personen, die das notwendige fachliche Wissen haben. Das kann zwar auch jeder Arbeitgeber selbst machen, aber erfahrungsmäßig sind externe Fachkundige wie Sicherheitsfachkräfte, ArbeitsmedizinerInnen und/oder EvaluierungsberaterInnen besser geeignet, da sie den Durchblick durch den österreichischen Paragraphendschungel des Arbeitnehmerschutzes bewahren.

Ist die Evaluierung ein einmaliger Prozeß?
Nein! Überprüfungen und erforderliche Anpassungen sind stets durchzuführen. Insbesondere nach Arbeitsunfällen, bei Einführung neuer Arbeitsmittel, Arbeitsstoffe oder Arbeitsverfahren etc.

Ist das Nicht-Evaluieren strafbar? Ja! Bei Nichteinhaltung hat der Arbeitgeber eine Geldstrafe von 145 bis 7.270 Euro pro Verwaltungsübertretung zu leisten. Im Wiederholungsfall das Doppelte.

Allgemeine Informationen zur Arbeitsplatzevaluierung erhalten Sie unter www.eval.at. Wenn Sie spezielle Fragen zum Thema Evaluierung und Sicherheit am Arbeitsplatz haben, wenden Sie sich an Sabine Totter. Telefon 0664/180 38 63 oder senden sie ein E-Mail: sabine.totter@kronline.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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