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Maria Klampfl Die Steirerin mit internationaler Erfahrung in der Destinationsentwicklung ist seit 2016 in verschiedenen Positionen bei der Österreich Werbung tätig und aktuell in der Abteilung  Strategie & Unternehmens­entwicklung zuständig für die Organisationsentwicklung­.

Ist Ihr Betrieb schon agil?

19.06.2019

Die Digitalisierung erhöht das Tempo, mit der sich unser Umfeld verändert. SCRUM, Lean Thinking und Co sind in aller Munde. Wir sollten aber nicht die Methoden mit echtem agilen Denken verwechseln, warnt Maria Klampfl von der ÖW

Sind Sie schon einmal einem Malermeister begegnet, der stolzer war auf seinen Pinsel als auf seine Malerleistungen? Oder einem Vortragenden, der seine Power­point-Präsentation als erfolgsentscheidend für seinen Vortrag ansah? Würden wir nicht automatisch an der Kompetenz dieser Menschen zweifeln? Warum glauben wir dann, dass agile Methoden entscheidend für unseren Erfolg sind, wenn wir doch wissen, dass Methoden allenfalls unterstützen können?

Agilität beginnt im Kopf

Agilität kann als die Fähigkeit einer Organisation verstanden werden, auf die sich kontinuierlich verändernden Rahmenbedingungen erfolgreich reagieren zu können. Das Mindset ist die Art des Denkens, Fühlens und Handelns, mit dem Situationen wahrgenommen, ausgeblendet, interpretiert werden und aus dem wiederum eigene Gedanken und Handlungen entstehen. Ein agiles Mindset sollte dabei als „agil-fähiges“ Mindset verstanden werden. Dieses kann Gedanken aufnehmen und in dem Kontext angemessene Handlungen übersetzen. 

„A fool with a tool is still a fool“

Obwohl agile Methoden wie SCRUM, Kanban-, Lean oder Design-Thinking in aller Munde sind, sind es niemals die Methoden, die agil sind, sondern nur die Art und Weise des Denkens und Herangehens in den komplexen Rahmenbedingungen. Manchmal erfordern diese Rahmenbedingungen auch eine bewusste Entscheidung gegen diese Methoden. Dennoch sitzt die Hoffnung auf ein Wunder oder ein Rezept tief. 
Agile Frameworks bedienen das menschliche Bedürfnis nach Ziel­orien­tierung und zeitlicher Struktur. Dennoch bezieht sich die angewendete Agilität in vielen Fällen nur auf die Methode. Die Arbeitsweise ist aber gar nicht agil. Denn die Arbeit mit bunten Zettelchen und Co verändert strukturell im Kopf meist gar nichts. Beim agilen Arbeiten geht es um eine andere Haltung. Die sollte von mehr Sowohl-als-auch- statt von Entweder-oder-Denken geprägt sein und dabei helfen, überall Entwicklungen und Möglichkeiten zu sehen. 

Agiles Mindset entwickeln

Jegliche Formate, die die tiefe Reflexion einer Gruppe oder von einzelnen Personen fördern, können für die Entwicklung des agilen Mindsets hilfreich sein. Hierfür kann man sich beispielsweise im Rahmen einer regelmäßige Retrospektive selbst und in Teams fragen: Wie reagieren wir auf Anforderungen? Was erleben wir dabei? Wie geht es uns dabei, und wie können wir uns anders verhalten? 
Das bewusste Trainieren des Sowohl-als-auch-Denkens kann Bewusstsein für das gleichzeitige Bestehen von Thesen und Antithesen begünstigen. Zudem ist es hilfreich, durch Feedback und wertfreie Rückmeldungen die Selbstkenntnis zu fördern. Nur wenn ich weiß, was ich verändern, üben, erproben oder ausprobieren möchte, kann echte Selbstentwicklung stattfinden. 

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