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Jammern ist keine Lösung

14.12.2010

Wien. vida-Vorsitzender Rudolf Kaske hat auf die Aussage der ÖHV anlässlich der Winterumfrage sofort reagiert: "Ständig nach neuen billigen Arbeitskräften zu schreien, bringt den österreichischen Tourismus nicht weiter".

vida-Vorsitzender Rudolf Kaske fordert attraktivere Arbeitsbedingungen im Tourismus

Dass durch die Reduktion der Saisonierkontingente Arbeitsplätze zerstört wurden, weist Kaske als absurd zurück: "Wir haben genug Arbeitnehmer, die im Hotel- und Gastgewerbe ausgebildet wurden. Dringend nötig wäre aber die Verbesserung der Arbeits- und Einkommensbedingungen in der Branche, auch um die Konkurrenzfähigkeit gegenüber anderen Branchen zu wahren."  

Mehr für Motivation der Mitarbeiter tun
Der Appell an die ÖHV von Seiten der Gewerkschaft vida: "Nur lamentieren führt sicherlich nicht zum Ziel! Vielleicht sollte man besser darüber nachdenken, wie man die Mitarbeiter im Tourismus motivieren kann. Wer nichts für die Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten unternimmt, darf sich nicht wundern, wenn er immer wieder ohne Personal dasteht", so Kaske. Die Beschäftigungsdauer im Tourismus ist unverändert niedrig, das Einkommen trotz Fachausbildung im Branchenvergleich gering, und die Zukunftsperspektiven sind schlecht. Arbeitnehmer im Hotel- und Gastgewerbe waren 2009 im Durchschnitt nur rund 6,5 Monate beschäftigt. Jeder zweite Tourismus-Beschäftigte verdiente 2009 pro Monat weniger als 1.481 Euro brutto. "Angesichts dieser Zahlen stellt sich wirklich die Frage, ob der Tourismus gegenüber anderen Branchenüberhaupt noch konkurrenzfähig ist", so Kaske. 

Sozialdumping mit Qualitätstourismus unvereinbar
Der Tourismus müsste endlich etwas zur Steigerung der Attraktivität für Arbeitnehmer unternehmen. "Überstunden ohne Ende, mangelnde Aufstiegschancen und eine Entlohnung, die ein Drittel unter dem Österreich weiten Durchschnittseinkommen liegen, führen zur Unattraktivität der Branche", weiß Kaske. Hier gelte es anzusetzen. "Doch anstatt sich ernsthaft mit diesen Problemen auseinander zu setzen, geht man den falschen Weg. Immer wieder neue Kräfte aus dem Ausland anzuwerben ist kurzfristig der billigere Weg. Der auf Dauer erfolgreiche ist es sicherlich nicht, auch in Hinblick auf unsere Reputation als Qualitätstourismusland. Sinnvoller wäre es, für die Arbeitnehmer aus dem In- und Ausland, die bereits hier sind, bessere Bedingungen zu schaffen", sagt Kaske. "Nur jammern ist sicherlich keine Lösung, professionelle Maßnahmen sind gefragt", weiß Kaske. Daher lädt der vida-Vorsitzende die ÖHV ein, schon heute mit der Gewerkschaft darüber nachzudenken, wie Mitarbeiter künftig an die Branche und an ihren Beruf gebunden werden können.  

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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