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Japanische Pilze aus dem Flachgau

01.06.2021

Serie "Local Heroes": Seit 2020 züchtet Andreas Eibl in einem ehemaligen Kuhstall Shiitake-Pilze. Mit seinen Flachgauer Biopilzen sorgt der 33-jährige Salzburger für frische, regionale Gaumenfreuden.

Nur Champi­gnons sind ­beliebter

Rund 90 Prozent aller verkauften Pilze in Österreich werden importiert. Ing. Andreas Eibl züchtet am Haunsberg in Obertrum am See (Salzburg) „regionale, ehrliche und gesunde“ Shiitakepilze. Dieser „Pilz, der auf dem Baum wächst“ (so die japanische Bedeutung der Worte „Shii“ und „Take“) gilt in Asien seit mehr als 2.000 Jahren als hoch angesehener Heilpilz und ist nach dem Champignon der zweithäufigst verzehrte Pilz der Welt. Ab Hof kostet ein Kilo Flachgauer Bio-Shiitake 25 Euro, eine 40-Gramm-Packung getrockneter Pilze kostet 11 Euro.
www.flachgauer-biopilze.at

Herr Eibl, wie sind Sie auf die Idee gekommen, im Flachgau Shiitake-Pilze zu züchten?
Andreas Eibl: Ich bin am Hof meiner Eltern aufgewachsen. Die Viehhaltung war schon länger stillgelegt, aber ich habe mich immer sehr für Landwirtschaft interessiert. Als ich den „Heißnbauernhof“ 2018 übernommen habe, habe ich begonnen, mein Hobby zum Beruf zu machen.

Wie und wo produzieren Sie?
Ich habe den leerstehenden Kuhstall zur Zuchtstation inklusive Bauernladen umgebaut. Auf rund 200 Quadratmetern züchte ich Shii­take- und Austernpilze auf natürlich abbaubarem Bio-Stroh. Je nach Stadium brauchen die Pilze unterschiedliche Temperaturen und eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit.

Was fasziniert Sie selbst an Ihrer Arbeit und an Ihrem Produkt?
Ich war als Kind schon gerne mit dem Papa im Wald. Wenn man viele Schwammerln findet, ist man vom Geschmack her verwöhnt, und Pilze aus dem Supermarkt, vor allem Champignons, schmecken dann fad. Shiitake sind vielfältig verwendbare Würzpilze. Am liebsten esse ich sie als Risotto, da entfalten sie ihre Aromen perfekt. 

Wie wird man als kleiner, unabhängiger Betrieb vom Konsumenten wahrgenommen?
Über Qualität und Regionalität! Pilze sind nicht ewig haltbar. Kunden vom Direktvermarkter merken: Sie bekommen nirgends bessere, frischere Qualität. Pilze, die länger unterwegs sind, können mit meinen Produkten nicht mithalten.

An welchen Kundenkreis richten Sie sich?
An Menschen, die mit richtigen Naturprodukten kochen wollen. Vorläufig gibt es meine Pilze vor allem auf Bauernmärkten in der näheren Umgebung, aber auch schon in einigen Gastronomiebetrieben – von kleinen Wirtshäusern bis hin zu großen Seminarhotels. Ich beliefere sie selbst, spätestens zwei Tage nach der Ernte. In Zukunft kann ich mir auch eine Zusammenarbeit mit einem Vertrieb vorstellen.

Welchen Stellenwert hat Bio in Ihrer Produktions-Philosophie?
Bei Pilzen ist die Qualität besonders wichtig, denn sie sind Tot­holz- beziehungsweise wie in meinem Fall Stroh-Zersetzer. Sind im Grundmaterial Schadstoffe, etwa Pestizide, enthalten, können sie von Pilzen aufgenommen werden. Es ist ein biologischer Kreislauf, deshalb beziehe ich meine Myzelien (Anm.: fadenförmige Zellen als Pilz-Ausgangsform) und mein Stroh von heimischen Bio-Betrieben.

Wie viele Mitarbeiten haben Sie, und wie viel produzieren Sie?
Fruchtkörper bilden sich binnen vier, fünf Monaten, danach kann man im Abstand von rund einem Monat zweimal ernten. Ich züchte zeitversetzt auf mehreren Strohchargen, so komme ich auf etwa 100 Kilo Shiitake pro Woche. Der Betrieb, in dem ich von meiner Frau, den Eltern, Schwiegereltern und der Oma bei Bedarf unterstützt werde, steht erst am Anfang. Die Kapazitäten sind begrenzt, und wir wollen langsam und gesund wachsen. Wie unsere Pilze.

Text: Hannes Kropik

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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