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Jobmotor Tourismus

13.07.2010

Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen stellen der Tourismuswirtschaft ein sehr gutes Zeugnis aus. Ein Arbeitsmarktgipfel soll die Branche noch attraktiver machen

Prof. Berhard Felderer (r.) präsentiert das "Arbeitsmarktmoitoring Tourismus" des IHS. Rudolf Hundstorfer, Rudolf Kaske und Hans Schenner sind mit den aktuellen Arbeitsmarktdaten der Tourismusbranche sehr zufrieden.

„Der Tourismus trägt dazu bei, dass wir in Österreich die Krise rascher überwinden werden als andere EU-Länder“, zeigte sich Sozialminister Rudolf Hundstorfer anlässlich der gemeinsamen Pressekonferenz der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), der Gewerkschaft vida, dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (bmask) und dem Institut für Höhere Studien (IHS) zum „Arbeitsmarkt Tourismus“ überzeugt.

„Dennoch ist es gerade jetzt wichtiger denn je, vereint alle Kräfte zu bündeln und Zukunftsstrategien zu entwickeln, um noch besser für die großen Herausforderungen am touristischen Arbeitsmarkt gerüstet zu sein“, waren sich Hundstorfer, vida-Vorsitzender Rudolf Kaske und Hans Schenner, Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) einig.

Rudolf Hundstorfer: Tourismus ist wichtiger Jobmotor und Wachstumstreiber Die Zahl der Beschäftigten im Tourismus stieg im Mai 2010 in Österreich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3 Prozent an. Damit wurden 4.981 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Die Arbeitslosigkeit in der Branche sank Ende Juni um 1,8 Prozent. Zusätzlich gab es Ende Juni 7.039 Menschen mit Einstellungszusage, das sind um 9,3 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Es gibt im Tourismus 5.144 offene Stellen, das entspricht einem Plus von  27,6 Prozent. „Die Zahlen bestätigen, dass der Tourismus ein wichtiger Jobmotor und Wachstumstreiber ist“, betonte Hundstorfer, der aber auch auf Problembereiche im Tourismus verwies.

„Gerade Eltern mit Betreuungspflichten haben es in der Tourismusbranche, die sich durch hohe Arbeitszeitflexibilität auszeichnet, oft schwer.“ Hier werde versucht, mit Projekten gegenzusteuern. Eines davon ist das Interregprojekt im Bezirk Landeck, das gemeinsam von AMS, AK, WKÖ und anderen Partnern initiiert wurde. In dem Projekt werden Eltern dabei unterstützt, ihre Kinder während den Arbeitszeiten mithilfe von bedarfsorientierter und ortsübergreifender Kinderbetreuung zu Randzeiten und am Wochenende sowie in den Ferienzeiten bestmöglich zu betreuen.

Der Tourismus als Leitbranche
„Der Tourismus ist sowohl aus volkswirtschaftlicher als auch aus beschäftigungspolitischer Sicht eine ‚Leitbranche‘. Der entscheidende Wettbewerbsfaktor sind die Beschäftigten“, bekräftigte IHS-Direktor Bernhard Felderer. Um die wesentlichen Trends und Entwicklungen am touristischen Arbeitsmarkt in den nächsten Jahren genau analysieren und zeitgerecht Maßnahmen setzen zu können, wurde vom IHS im Auftrag der Tourismussparte der WKÖ der Arbeitsmarkt¬ Monitor Tourismus (AMT) entwickelt.

Insgesamt lässt sich vor dem Hintergrund des Beschäftigungswachstums, der hohen Fluktuation sowie der demografischen Entwicklung auch für die Zukunft ein steigender Arbeitskräfte- und Personalrekrutierungsbedarf prognostizieren. Die Deckung dieses Bedarfs stellt eine Voraussetzung für ein nachhaltiges Wachstum der Tourismusbranche dar“, führte Felderer die Ergebnisse aus.

Schwerpunkte müssen, so Felderer, auch künftig bei der Qualifizierung, der Erleichterung des Brancheneinstiegs durch Erhöhung der beruflichen und regionalen Mobilität sowie in einer Gewährleistung des längeren Verbleibs in der Branche gesetzt werden. Möglichkeiten dafür sieht der IHS-Direktor etwa in der Förderung des Wiedereinstiegs durch Verbesserung der Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie oder Gesundheitsprävention und „Active Ageing“.

Attraktivere Arbeitsbedingungen gewünscht Um dem österreichischen Tourismus die internationale Konkurrenzfähigkeit zu erhalten, müssten die Betriebe auf die Ausbildung und Qualifizierung der Beschäftigten setzen sowie attraktivere Arbeitsbedingungen bieten, so Rudolf Kaske. „Wenn die Rahmenbedingungen passen, Karrierechancen geboten werden und die Entlohnung stimmt, dann findet sich auch Personal“, zeigte sich Kaske überzeugt.

Der vida-Vorsitzende regte weiters an: „Wir müssen in der Sozialpartnerschaft gemeinsam über neue innovative Konzepte nachdenken und darüber, wie wir den Tourismus nicht nur für junge Menschen wieder attraktiver gestalten können.“ Die einzige Branche mit Standortgarantie „Wir bieten Jobs mit Standortgarantie und damit Sicherheit. Denn im Gegensatz zu anderen Branchen lagern wir keine Jobs aus, was uns zu verlässlichen Partnern für unsere Mitarbeiter, aber auch für alle Wirtschaftstreibenden in den Regionen macht“, betonte Hans Schenner.

Dass der heimische Tourismus in den vergangenen 20 Jahren kontinuierlich gewachsen ist, sei nicht zuletzt dem unermüdlichen Einsatz der tausenden Familienbetriebe, die oft seit Generationen im Hotel-und Gastgewerbe Tag für Tag Dienstleistungen auf höchstem Niveau bieten würden, zu verdanken. Neben der Förderung der Mobilität von österreichischen Beschäftigten im Tourismus wolle man nun einen verstärkten Fokus auf die Verbesserung des Images und der Attraktivität von Tourismus-Jobs legen, „gerade weil der Tourismus Chancen und Zukunft bietet“.

Sozialpartner planen vierten Arbeitsmarktgipfel im Herbst 2010 Um gemeinsam konkrete Schritte zur Forcierung und Attraktivierung des touristischen Arbeitsmarktes zu setzen, ist für den Herbst 2010 der bereits vierte Arbeitsmarktgipfel der Sozialpartner geplant. Schon in den vergangenen Jahren konnten im Rahmen der Arbeitsmarktgipfel wichtige Projekte initiiert werden, wie etwa eine verstärkte Fachkräfteausbildung in den Regionen, eine Informationskampagne zur Entfernungsbeihilfe oder die Förderung von Weiterbildungsmaßnahmen.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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